Karl Henry mit lebensbedrohlicher Fehlbildung
Lebensrettende OP für zwei Tage altes Baby

Karl Henry mit lebensbedrohlicher Fehlbildung

Berlin

Familie Pfeiffer aus Berlin ist überglücklich: Nach etlichen Herausforderungen in den letzten Jahren kommt ihr Sohn Karl Henry zur Welt. Doch kurz nach der Entbindung kommt es zur Diagnosestellung: Karl Henry hat eine verschlossene Speiseröhre, die nur operativ wieder hergestellt werden kann.

Am 16.04.2019 wird der kleine Karl Henry im Helios Klinikum Berlin-Buch geboren. Schon während der Schwangerschaft hat die Mutter große Sorgen, da ihre Frauenärztin eine fehlende Gallenblase vermutete. Kurz nach der Geburt, die zwei Wochen zu früh erfolgt, dann der Schock: Karl Henry besitzt einen angeborenen Speiseröhrenverschluss. Zu diesem Zeitpunkt kann er weder trinken noch Nahrung über den Mund aufnehmen.

Mit seinen gerade einmal 2.800 Gramm kommt Karl Henry sofort in die Neugeborenenintensivstation der Kinderklinik im Bucher Klinikum.

„Die Speiseröhre war unterbrochen. Der untere Teil führte in die Luftröhre, der obere Teil endete nach drei Zentimetern in einer sackförmigen Ausstülpung. Ohne Operation wäre der Säugling verhungert“

, berichtet PD Dr. med. Patrick Hundsdörfer, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Erste Operation nach zwei Tagen

Das Perinatalzentrum des Helios Klinikum Berlin-Buch ist auf Risikoschwangerschaften und die Versorgung von Frühchen spezialisiert. „Es bestand die akute Gefahr, dass Magensaft in die Luftröhre gelangt und eine schwere Lungenentzündung auslöst“, erklärt Prof. Dr. med. Dr. h. c. Klaus Schaarschmidt, der Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie.

Am übernächsten Tag wird unter der Leitung des international anerkannten Kinderchirurgen der minimalinvasive Eingriff vorgenommen.

„Diese neue Technik ist viel schonender als das Öffnen des Brustkorbs“, nennt Prof. Schaarschmidt den Vorteil dieses videochirurgischen Verfahrens.

Über drei kleine Schnitte, zweimal 2,7 mm und einmal 5 mm groß, verschaffen sich die Bucher Spezialisten einen Zugang zum Brustkorb und schieben feinste OP-Instrumente sowie eine Mini-Videokamera bis zum Operationsfeld hinter der Lunge  vor. Die Kamera überträgt ein
5-20fach vergrößertes Bild auf einen Monitor. Mit Hilfe der Instrumente, die von außen gesteuert werden, gelingt es den Operateuren, die Speiseröhrenenden zu lösen und durch kleinste Nähte zu verbinden.

Dieser neuartige  Eingriff bei solch einem kleinen Säugling ist weltweit selten. Das Helios Klinikum Berlin-Buch führt im Jahr 2002 als eine der ersten Kliniken Europas diese Operation durch. Prof. Schaarschmidt hat inzwischen rund 30 minimalinvasiv wieder herstellende Operationen an der Speiseröhre durchgeführt. Dazu ist viel Erfahrung und Filigranarbeit notwendig. Der Raum, in dem die minimalinvasive Operation durchgeführt wurde, hat die Größe eines kleinen Spielwürfels – eine technische Herausforderung auf kleinstem Raum.

„Entscheidend für die optimale medizinische Versorgung ist die reibungslose Kooperation von Geburtshilfe, Neonatologie, Kinderchirurgie und Anästhesie“

, lobt Prof. Schaarschmidt die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Glückliche Wendung

Nur zwei winzige Wunden auf dem Rücken und eine unter dem rechten Arm  erinnern an den lebensnotwendigen Eingriff. Karl Henry hat alles gut überstanden und kann schließlich, fünf Tage nach der Operation, von der Mutter, wie jedes gesunde Kind, gestillt werden.


„Wir sind überglücklich und dankbar, dass unserem Sohn so schnell und professionell geholfen wurde“, so Frau Pfeiffer.

Pressekontakt

Julia Talman

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Julia Talman

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