Hilfe in unruhigen Zeiten: Eltern-Kind-Station „Kaleidoskop“

Hilfe in unruhigen Zeiten: Eltern-Kind-Station „Kaleidoskop“

Berlin

Eine Familie besteht aus vielen verschiedenen Teilen – vergleichbar mit den farbigen Steinen in einem „Kaleidoskop“. Jeder noch so kleine Teil ist wichtig, um ein großes Ganzes zu werden. Manchmal gibt es Probleme, die innerhalb der Familie brodeln und oft nicht selbst gelöst werden können. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie vom Helios Klinikum Berlin-Buch unterstützt eine neue Station Kinder im Alter von vier bis dreizehn Jahren zusammen mit einem Elternteil und bei Bedarf auch einem Geschwisterkind.

Das Besondere der neuen Eltern-Kind-Station „Kaleidoskop“ im Helios Klinikum Berlin-Buch erklärt Dr. univ. Rüdiger Stier, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie:

Wir betrachten die individuelle Situation wie durch ein Familien-Kaleidoskop. Jedes Steinchen wird mit seinen individuellen Besonderheiten gesehen und ist Teil des Ganzen. Manchmal genügt schon eine kleine Drehung und es entsteht ein neues Lebensbild in der Familie.“

Wie bei einem Kaleidoskop lassen dann kleinste Veränderungen das Bild vollkommen neu erscheinen. Dr. Stier weiß aus seiner langjährigen beruflichen Erfahrung: „Auch kleinste Veränderungen erfordern oft viel Kraft und Mut von den Familienmitgliedern. Das gemeinsam zu erkennen und Hilfe bei der Umsetzung zu geben ist unser Ziel.“ 

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Stationärer Aufenthalt

Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen können zum Prüfstein der Familienbeziehungen werden. Wenn bisherige Hilfen oder Maßnahmen nicht ausreichen, kann ein stationärer Aufenthalt auf der Eltern-Kind-Station sinnvoll sein. Die Aufnahme erfolgt immer geplant nach einem ambulanten Vorgespräch; die Anmeldung über die Institutsambulanz.

Das besondere Konzept

Die Therapien erfolgen in Einzel- und Eltern-Kind-Settings oder auch in Gruppen. Familienmitglieder sowie weitere Bezugspersonen und Helfer können in die Behandlung mit einbezogen werden.

Wir verfolgen einen systemischen, verhaltenstherapeutischen und psychodynamischen Ansatz und arbeiten in einem interdisziplinären Team. Unterstützt wird diese Arbeit durch die klinikinterne Schule mit kleinen Lerngruppen. Für Kitakinder gibt es eine Spielförderung“

, fasst Franziska Holtz, die Oberärztin der Eltern-Kind-Station, das Konzept zusammen.

Die Wochenenden verbringen die Familien regulär im häuslichen Umfeld. Pandemiebedingt gibt es derzeit angepasste Regelungen. Angeboten wird Diagnostik, Beratung und Therapie bei Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität, Störungen des Sozialverhaltens, emotionalen Störungen, Bindungsstörungen, Depressionen, Belastungs- und Anpassungsstörungen, Angststörungen, Phobien u.v.m.

Therapiebausteine

Therapiebausteine sind Multifamilientherapie (MFT), Parent Child Interaction Therapy (PCIT) sowie die Begleitung und Unterstützung im Alltag (Milieutherapie).

Genauso wichtig sind uns Elterntherapien und -training sowie die Sozialberatung. Psychotherapie, Kunst- und Musiktherapie sowie Ergo- und Logopädie unterstützen unsere Therapieziele“

, berichtet Franziska Holtz.

Natürlich sind auch Sport und Bewegung wichtige Bestandteile der Therapie. Das große Gelände des Helios Klinikums Berlin-Buch bietet sich dafür hervorragend an.

Eltern-Kind-Station „Kaleidoskop“

Jede Familie bekommt ein großzügiges Zimmer mit voneinander getrennten Schlafbereichen, so dass auch individuelle Rückzugsmöglichkeiten gegeben sind. Ein eigenes Bad gehört zum Standard. Den Familien stehen neben den individuellen Räumen ein gemeinsamer Speiseraum, ein Aufenthaltsraum und eine Gemeinschaftsküche zur Verfügung. Die Essenversorgung erfolgt zentral über das Klinikum. Gemeinsames Kochen ist aber auch möglich und kann ein guter Start für Gespräche sein.

So fördern wir den Kontakt und Erfahrungsaustausch untereinander. Viele Eltern und auch Kinder nehmen diese Möglichkeit gerne an und sehen, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind“

, sagt Oberärztin Franziska Holtz.

Pandemiebedingt gelten derzeit besondere Hygiene- und Abstandsregeln sowie Besuchs- und Ausgangsregelungen zum Schutz aller Patienten, Mitarbeiter und Angehörigen.