Glückliche Wende nach Hirninfarkt: 24-Jährige beschwerdefrei
10. Mai: Tag gegen den Schlaganfall

Glückliche Wende nach Hirninfarkt: 24-Jährige beschwerdefrei

Berlin

Bislang galten nach einem Hirninfarkt enge Zeitfenster, in denen das gefährliche Gerinnsel entfernt werden kann. Inzwischen weiß man, dass auch spätere Eingriffe Heilungschancen bieten.

Die frisch verheiratete Studentin Anna B. saß die ganze Nacht an ihrer Bachelorarbeit, als morgens das unfassbare Ereignis eintrat: Hirninfarkt. Zunächst nur starke Kopfschmerzen dann Sprachaussetzer und Kontrollverlust über einen Arm. Als die Kommunikation via Handy zur Schwester von Anna B. abbricht, verständigt diese die Rettungskräfte. 

Tragischer Weise vergehen Stunden bis Anna B. schließlich bei den Experten im Helios Klinikum Berlin-Buch eintrifft. Kostbare Zeit, welche herkömmliche Behandlungsmethoden eines Blutgerinnsels im Kopf leider ausschließt. 

„Eine medikamentöse Therapie ist nur bis zu viereinhalb Stunden nach Symptombeginn erlaubt und hilfreich. Und auch eine Entfernung eines Blutgerinnsels in Kathetertechnik, der sogenannten Thrombektomie, war nur bis zu sechs Stunden nach Symptombeginn üblich,“ sagt Prof. Dr. med. Marius Hartmann, Chefarzt am Institut für Neuroradiologie.

Neue Studienergebnisse ermöglichten Eingriff auch nach vielen Stunden


Glücklicherweise gilt seit Kurzem, dass Patienten sogar 16 bis 24 Stunden nach einem Schlaganfall von einer Thrombektomie profitieren können. Das haben US-Wissenschaftler in der kürzlich publizierten DAWN- und DEFUSE3-Studie herausgefunden. 

Zitat

„Siebeneinhalb Stunden nach Symptombeginn wurde das verschlossene Gefäß in einem 20- minütigen Kathetereingriff erfolgreich und komplikationslos geöffnet. Die Patientin war am Folgetag nahezu beschwerdefrei, ohne Lähmung und Sprachstörung.“

Prof. Dr. med. Marius Hartmann, Chefarzt Institut für Neuroradiologie

Schlaganfall dritthäufigste Todesursache

Bei der häufigsten Form des Schlaganfalls, dem ischämischen Schlaganfall oder Hirninfarkt, wird das Hirn durch Verschlüsse oder Einengungen der Arterien nicht ausreichend durchblutet. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und hinterlässt oftmals schwerwiegende Folgen wie Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen, Sprech- und Sprachstörungen. Anna B. kann nach erfolgreicher Behandlung nun ihr normales Leben fortsetzen. 

Pressekontakt

Birgit Gugath

Managerin Unternehmenskommunikation/ Marketing
Birgit Gugath

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