Forschung in der Tumororthopädie
Sarkome

Forschung in der Tumororthopädie

Berlin

Sarkome gehören mit etwa 4.000 Neuerkrankungen in Deutschland pro Jahr zu den seltenen Krebsarten. Häufig sind junge Menschen davon betroffen.

Rund 600 Patientinnen und Patienten mit Knochen- und Weichgewebssarkomen werden jährlich im zertifizierten Sarkomzentrum des Helios Klinikums Berlin-Buch behandelt. Dr. Maya Niethard, Leitende Oberärztin in der Klinik für Tumororthopädie, setzt bei der Behandlung auf eine neue Methode.

Personalisierten Krebstherapie

Das zertifizierte Sarkomzentrum des Helios Klinikums Berlin-Buch zählt zu den größten landesweit. Gemeinsam mit den Biotech-Unternehmen CELLphenomics und ASC Oncology, die eng miteinander verknüpft sind, arbeitet es an der personalisierten Krebstherapie. Während CELLphenomics Forschung an 3D-Zellkulturen betreibt, nutzt ASC Oncology winzige, chirurgisch gewonnene Teile von Patiententumoren, um daran bereits im Vorfeld einer Therapie zu testen, ob diese bei den Betroffenen wirkt.

Für etliche solide Tumore, Karzinome, ist dieses Verfahren bei ASC Oncology bereits gut etabliert. Aus den Proben werden dreidimensionale Abbilder des Tumors in Form von Organoiden gezüchtet und umfassend molekularbiologisch charakterisiert. An den Organoiden lassen sich dann alle Therapieformen testen: klassische Chemotherapien, zielgerichtete und antiköperbasierte Therapien sowie Immuntherapien.

Sarkome unterscheiden sich von Karzinomen

Sarkome unterscheiden sich jedoch in ihrer Biologie und in der Therapie signifikant von Karzinomen. Zudem gibt es mehr als 100 verschiedene Weichgewebesarkome, von denen gleiche Untergruppen unterschiedlich auf dieselben Medikamente reagieren können. CELLphenomics hat darum in Kooperation mit Dr. Maya Niethard Pionierarbeit geleistet, um eine Testung für Sarkome zu ermöglichen. Dr. Niethard ist Leitende Oberärztin in der Klinik für Tumororthopädie im Helios Klinikum Berlin-Buch und eine erfahrene Operateurin im Sarkomzentrum. Sie setzt auf die neue Methode, um künftig die bestmögliche Therapie identifizieren zu können.

Die hohe Fallzahl im Sarkomzentrum erleichtert es, die Methode zu etablieren. Dr. Niethard hat gemeinsam mit der Pathologin Dr. Rica Sauer und CELLphenomics die Entnahme von Tumorproben optimiert und so standardisiert, dass ausreichend vitales Material für Organoide gewonnen wird. Um zuverlässige Tests zu etablieren, werden an den Organoiden derzeit parallel die Therapien getestet, die in der Klinik verabreicht werden. In Einzelfällen, wenn nämlich Standardtherapien nicht mehr greifen, kann ASC Oncology auf Basis bisheriger Tests weitere mögliche Therapien vorschlagen.

Patientinnen und Patienten, die heute ihr Einverständnis zur Forschung an ihrem Tumor geben, tragen dazu bei, dass erstmals die Heterogenität von Sarkomen in Modellen abgebildet und erforscht werden kann. Künftige Patientinnen und Patienten sollen direkt profitieren – diesem Ziel gilt die engagierte Zusammenarbeit von Dr. Niethard und Dr. Regenbrecht.

mikroskop

Forschung zu Sarkomen

Eine Besonderheit ist, dass das zertifizierte Sarkomzentrum gemeinsam mit dem Start-up CELLphenomics die Forschung an Sarkomen vorantreibt. Auf 3D-Zellkulturen spezialisiert, will das Biotech-Unternehmen vom Campus Berlin-Buch erreichen, dass Therapien noch genauer auf den individuellen Patientinnen und Patienten zugeschnitten werden können. Möglich wird dies mit Tests an Organoiden, die auf kleinen Teilen des Tumors beruhen. Der Forschungscampus liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Klinikcampus. Hier gründete der Molekularbiologe Dr. Christian Regenbrecht die beiden Biotech-Unternehmen CELLphenomics und ASC Oncology, die eng miteinander verknüpft sind und an der personalisierten Krebstherapie arbeiten.