Forschergruppe der seltenen Erkrankung mit „Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie“ ausgezeichnet
Netzhautablösung bei Frühgeborenen

Forschergruppe der seltenen Erkrankung mit „Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie“ ausgezeichnet

Die Netzhautablösung als Folge einer Frühgeburt gehört zu eher seltenen Erkrankungen in Deutschland und ist daher schwer zu erfassen. Dennoch ist die Erforschung dieser Krankheit immens wichtig, da es immer darum geht, die Sehfähigkeit der betroffenen Kinder für ein gesamtes Leben zu sichern.

Um die Erforschung und Therapien der Krankheit zu ermöglichen, wurde von mittlerweile zwölf Behandlungszentren in Deutschland ein gemeinsames Register, das sogenannte Retina.net ROP-Register, etabliert. Dort werden alle relevanten Daten gesammelt und ausgewertet. Nun wurde die Studiengruppe für die hochrelevanten Ergebnisse ihrer Analyse-Arbeit mit dem Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird jährlich an den besten Beitrag der Fachzeitschrift „Der Ophthalmologe“ vergeben.

Das Helios Klinikum Berlin-Buch mit Augenheilkunde und Neonatologie ist eines der teilnehmen Behandlungszentren.

Durch die klinikübergreifende Betrachtung der Frühgeborenenretinopathie mit dem Retina.net ROP–Register wird erforscht, welche Therapieform für den jeweiligen Behandlungsverlauf die bestmögliche ist.

Dr. med. Helge Breuß, leitender Oberarzt Augenheilkunde

Frühgeborenenretinopathie

Eine der häufigsten Ursachen für Erblindung bei Kindern ist die Frühgeborenenretinopathie (RPM) oder auf Englisch „retinopathy of prematurity“ (ROP). Ursache für diese Netzhautschädigung ist ein noch nicht vollständig ausgebildetes Blutgefäßsystem der Netzhaut des Frühgeborenen. Die Frühgeborenenretinopathie ist im Kontext der vielen gesundheitlichen Herausforderungen von Frühgeborenen zu sehen.

Behandlung

Die Behandlungsmethode bei Frühgeborenenretinopathie sind die Lasertherapie und die minimalinvasive Injektion von VEGF-Antikörpern ins Auge. Die sogenannten VEGF-Antikörper (Vascular Endothelial Growth Factor) beeinflussen das Gefäßwachstum. In äußerst seltenen Fällen kann das Legen eines Bandes oder eine Glaskörperentfernung (Vitrektomie) hilfreich sein. Die betroffenen Kinder werden sehr intensiv betreut, da eine zu frühe oder zu späte Behandlung Schäden verursachen kann.

Fachartikel

Die Preisarbeit „Behandelte Frühgeborenenretinopathie in Deutschland. 5-Jahres-Daten des Retina.net ROP-Registers“ wertet unter anderem Daten wie Geburtsalter und Gewicht aus. Auch die Säuglingssterblichkeit und der Vergleich verschiedener Behandlungsmuster der vergangenen fünf Jahre werden berücksichtigt. Diese ist bei der Fachzeitschrift „Der Ophthalmologe“ erschienen.

Zum Fachartikel „Behandelte Frühgeborenenretinopathie in Deutschland.“
https://link.springer.com/article/10.1007/s00347-018-0701-5.

Das Retina.net ROP-Register

Das Retina.net ROP-Register soll dazu beitragen Daten zu sammeln, um herauszufinden, welche Therapie die optimale ist: Lasertherapie, Anti-VEGF-Behandlung oder eine Kombination. Neben dem Behandlungsverlauf werden auch mögliche Begleitfaktoren und potentielle Spätfolgen dokumentiert. Das Register gibt keinen Behandlungsweg vor, sondern erfasst die Therapien, die durchgeführt wurden.

Die Teilnahme am Retina.net ROP-Register steht allen deutschen Zentren offen, die Kinder mit Frühgeborenenretinopathie behandeln. Alle Kinder, die an den teilnehmenden Zentren eine Behandlung erhalten, sollen in der Datenbank erfasst werden – unabhängig von der Art der Behandlung.Kontaktinformationen für interessierte Ärzte der Behandlungszentren:http://www.rop-register.de/

Pressekontakt

Julia Talman

Junior Marketing Managerin
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