Ein Neuanfang in Buch: Krankenschwester Sabine Luise Nisch berichtet von ihrem Arbeitsalltag in der Rettungsstelle
Die Arbeit in der Rettungsstelle

Ein Neuanfang in Buch: Krankenschwester Sabine Luise Nisch berichtet von ihrem Arbeitsalltag in der Rettungsstelle

Berlin

Sabine Luise Nisch ist seit 33 Jahren mit Leib und Seele Krankenschwester in der Notaufnahme. Seit März dieses Jahres verstärkt sie das Team des Notfallzentrums mit integrierter Rettungsstelle im Helios Klinikum Berlin-Buch. Auf den freien Posten aufmerksam geworden ist sie durch einen Videobeitrag mit dem YouTuber Tomatolix, der unser Team einen Tag lang begleitete. Wir haben mit ihr über die Besonderheiten und die Herausforderungen ihres Berufs gesprochen und nachgefragt, wie sie sich in der Bucher Rettungsstelle eingelebt hat.

Jeden Tag ein Abenteuer: die Arbeit in der Rettungsstelle

Fotocredit: Thomas Oberländer | Sabine Luise Nisch hat als Dozentin allgemeine Verbandlehre, Gipsen und Tapen unterrichtet, ist ausgebildete Deeskalationstrainerin und absolvierte vergangenes Jahr erfolgreich die Prüfung zur Fachkrankenschwester für Notfallpflege.

Das erste Mal betreten hat Sabine Luise Nisch die Rettungsstelle des Helios Klinikums, als sie die Tochter ihrer besten Freundin begleitete. „Mir fiel sofort auf: Wow, hier ist Tageslicht“, erzählt die gelernte Krankenschwester und ergänzt: „Die Räumlichkeiten haben mich generell total angesprochen. So sehr, dass ich mir sofort vorstellen konnte, hier zu arbeiten.“ Vollends überzeugen konnten sie dann aber vor allem ihre zukünftigen Kollegen, die in einem Videobeitrag von YouTuber Tomatolix von ihrem Arbeitsalltag berichteten. Sie erinnert sich: „Das Video hat mich so angesprochen, weil ich es unheimlich sympathisch fand, wie die Mitarbeiter sich dargestellt haben. Und ich bin der Überzeugung, man kann sich nur bis zu einem gewissen Grad verstellen. Das war bei diesen Menschen einfach nicht der Fall. Das war alles echt.“

Die Entscheidung, sich für die freie Stelle in Buch zu bewerben, hat die Fachkrankenschwester für Notfallpflege mit zusätzlicher Heilpraktikerausbildung vor allem auch zugunsten ihrer Lebensqualität getroffen. Denn nach mehr als drei Jahrzehnten im trubeligen Neukölln und einem täglichen Fahrweg von mehreren Stunden beschloss sie: „Mein Anspruch als Heilpraktikerin an mich selbst ist es, dass ich auf meine eigenen Ressourcen achten muss, bevor ich andere Menschen gut behandeln und pflegen kann. Wenn es mir nicht gut geht, kann ich auch meinen Patienten nicht das Gefühl von Sicherheit geben, dass sie in Notfallsituationen dringend brauchen.“ Sabine Luise Nisch weiß genau, wovon sie spricht. In 33 Jahren hat sie in der Rettungsstelle viel erlebt und viel gesehen. Sie hat als Dozentin allgemeine Verbandlehre, Gipsen und Tapen unterrichtet, ist ausgebildete Deeskalationstrainerin und absolvierte vergangenes Jahr schließlich auch noch erfolgreich die Prüfung zur Fachkrankenschwester für Notfallpflege. 

„Die Kommunikation mit dem Patienten ist für mich besonders wichtig. Oftmals geht es darum, auch einfach mal die Hand zu halten und zu verstehen zu geben, dass wir da sind und uns kümmern. Aber deshalb liebe ich meine Arbeit eben auch so. Sie gibt mir viel, fordert mich aber auch jeden Tag wieder neu“

, sagt sie.

Gemeinsam statt im Alleingang: Notfallversorgung ist Teamwork

Fotocredit: Thomas Oberländer | Sabine Luise Nisch schätzt besonders den starken Teamzusammenhalt, gerade auch in Ausnahmesituationen.

An ihren Kollegen rund um Teamleiterin Susanne Richter schätzt Sabine Luise Nisch besonders den respektvollen Umgang miteinander. „Es geht nicht darum, dass wir uns alle die ganze Zeit in den Armen liegen“, betont sie, „es geht vielmehr um die Art und Weise, wie miteinander gesprochen und umgegangen wird. Ich kann jeden meiner Kollegen jederzeit alles fragen. Und auch die Ärzte sind immer offen und hilfsbereit. Es ist ja auch ein Geben und Nehmen. Und das weiß und beherzigt jedes Teammitglied.“ Besonders gefragt ist der starke Teamzusammenhalt auch in Ausnahmesituationen. Sabine Luise Nisch erzählt: „Die Arbeit in Zeiten von COVID-19 ist besonders anstrengend. Wir tragen die ganze Zeit über Vollschutz und müssen uns an sehr strenge Vorgaben halten. Was ich wirklich bemerkenswert finde ist, dass alle Mitarbeiter der Rettungsstelle in einem bestimmten Rhythmus auf das Corona-Virus getestet werden. 

Um nach einem langen Arbeitstag den Kopf frei zu bekommen, zieht es Sabine Luise Nisch ins Grüne. Sie lebt in Bernau und genießt in ihrer Freizeit lieber frische Luft statt Großstadttrubel. Beim Qi Gong schöpft sie außerdem neue Energie. Und die kann sie für ihre Arbeit in der Bucher Rettungsstelle auch gut gebrauchen:

„Ich bin über meinen Wechsel nach Buch nach wie vor sehr glücklich. Ich fühle mich einfach wohl dort, auch wenn ich gerade noch sehr erschöpft bin nach jeder Schicht. Es ist eben alles noch neu. Aber das spielt sich ein. Und außerdem habe ich ja mein Team an meiner Seite, auf das ich mich jeden Tag verlassen kann.“