Die Kinderonkologie ist sein absolutes Herzblut
Priv.-Doz. Dr. med. Patrick Hundsdörfer im Gespräch

Die Kinderonkologie ist sein absolutes Herzblut

Berlin

Priv.-Doz. Dr. med. Patrick Hundsdörfer, Chefarzt der Kinder-und Jugendmedizin im Helios Klinikum Berlin-Buch, erklärt, warum er Arzt geworden ist, wie er zu Helios kam und was es mit seinen Haaren auf sich hat.

Wollten Sie schon immer Kinderarzt werden?

„Nein, ich wollte nie Arzt werden - das war eher reiner Zufall. Ich hatte einen Studienplatz für Elektrotechnik in Aachen, bin aber am Praktikum für Fräsen, Bohren, Drehen gescheitert und habe meine Ingenieurkarriere damit beendet. Ich habe dann Physik studiert, fand das Studium aber doof. Ich habe trotzdem weiterstudiert, wollte jedoch eigentlich Krankenpfleger werden. Die Bonner Krankenpflegeschule hat mich aber nicht zugelassen, weil damals nur Mädchen angenommen wurden. Dann hat mich meine damalige Freundin zum Medizinertest mitgeschleift - sie wollte nicht alleine hingehen. Deshalb habe ich mich angemeldet und bin mit hingegangen. Und wie man es so kennt, wenn man keinen Druck hat (ich wollte schließlich nicht Medizin studieren), bekommt man immer alles ziemlich gut hin und schlussendlich war ich unter den Besten in Deutschland bei diesem Medizinertest.

Naja und dann haben meine Eltern solange auf mich eingeredet, bis ich ein Medizinstudium angefangen und mich so langsam in die Medizin reingefunden habe. Aber ich wollte nie Kinderarzt werden, es sollte immer die Onkologie sein. Ich habe schon als 15-Jähriger in der Schule Referate über Rauchen, Lungenkrebs oder andere Krebserkrankungen gehalten. Das war ein häufig wiederkehrendes Thema in unserer Familie. Ich bin dann im Praktischen Jahr am Kinderspital in Zürich gelandet. Dort wurde mir bewusst, dass ich mit Kindern arbeiten will.

Nach Abschluss des Studiums habe ich mich sowohl auf kinderonkologische als auch erwachsenonkologische Stellen beworben. Meine erste Stelle habe ich dann in der Kinderonkologie der Charité bekommen.

Ich habe über 15 Jahre in der Kinderonkologie gearbeitet, das ist mein absolutes Herzblut.

Mir macht das Spaß und ich glaube, ich komme mit den kleinen Patienten sehr gut klar. Sie merken, dass ich sie ernst nehme und dass ich Freude mit ihnen habe. Und wenn die Kinder einen mögen, dann klappt das auch mit den Eltern. Ich bin mir sicher, dass ich nur dann eine vernünftige Medizin machen kann, wenn ich mich gut mit den Kindern und den Eltern verstehe.“

Wie sind Sie zum Helios Klinikum Berlin-Buch gekommen?

„Ich wurde angefragt, ob ich mir eine Chefarztposition vorstellen könnte. Ich bin jetzt 48 Jahre alt. Für mich war klar, entweder entscheide ich mich in naher Zukunft nochmal für eine andere Position oder bleibe für den Rest meiner Zeit dort, wo ich bin. Und dann bekam ich die Chance auf eine Klinik, die eine große Kinderonkologie hat und die in Berlin ist – das Helios Klinikum in Berlin-Buch. Ich habe mir zunächst trotzdem nicht recht vorstellen können, zu wechseln. Die Gespräche verliefen für mich vielleicht gerade deshalb so gut, weil ich aus genau diesem Grund keinen Druck verspürte.

Und dann habe ich die Klinik hier gesehen und dachte mir: Was ist das denn? Das gibt es doch nicht, das hier so eine fantastische Klinik steht mit so vielen Möglichkeiten. Ich wohne zehn Minuten entfernt und bin Kinderarzt und Kinderonkologe. Ich wusste, dass es eine Kinderklink und Kinderonkologie in Buch gibt, aber nicht das hier so ein „Raumschiff“ steht. Dazu habe ich dann die Leute hier kennengelernt und meine Stimmungslage kippte. Ich konnte mir plötzlich doch vorstellen „meine“ Charité zu verlassen. Am 20.12.18 habe ich unterschrieben.“

Nachdem Sie unterschrieben haben, hatten Sie dann gewisse Erwartungen an die neue Position?

„Meine Erwartung sind, nicht den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen. Die neuen Aufgaben lasse ich auf mich zukommen. Mein Wunsch ist, in Zukunft eine gemeinschaftliche Versorgung der onkologischen Patienten in Berlin durch die Charité und das Helios Klinikum Berlin-Buch zu etablieren. Ich bin mir sicher, dass sowohl die Patienten als auch die Kliniken von einer engen partnerschaftlichen Zusammenarbeit enorm profitieren werden.“

Die letzte Frage betrifft ihre Haare. Ich habe gehört, Sie schneiden Ihre Haare nur alle sechs Monate. Stimmt das?

„Manchmal auch nur einmal im Jahr... Ich lasse sie solange wachsen, bis sie mich das morgendliche „Waschen, Kämmen, Legen“ ausreichend nervt. Dann kommen sie ab, so kurz wie möglich. Da bin ich ziemlich uneitel und es ist mir ziemlich egal, ob kurze oder lange Haare. Ich will auch nicht zum Friseur, denn ich mag es nicht, wenn man mir in den Haaren rumwurschtelt. Mit der Maschine auf 8 oder 9 mm runter und dann ist gut. Das dauert 5 Minuten. Nach so einem radikalen Haarschnitt habe ich mich beim Fahrradfahren aber auch schon vor meinem eigenen Schatten erschreckt, weil die Kopfform nach dem Schneiden so ganz anders als gewöhnt war.“

Ich habe gehört, dass Ihre kleinen Patienten dann irgendwie auf den Haarschnitt reagieren. Was ist da?

„Die sind dann sauer: „Was hast du mit deinen Haaren gemacht?“. Gerade in der Onkologie spielen Haare eine große Rolle, weil unsere Patienten ihre Haare durch die Chemo verlieren und in der Regel über Monate keine Haare haben. Dass ich so einfach auf meine „schönen Locken“ verzichte, stößt daher dann auf Unverständnis. Die Kinder verlieren ihre Haare unfreiwillig und ich schneide meine Haare einfach so ab.

Aber das ist ja auch ein bisschen mein Markenzeichen und es bricht manchmal das Eis, wenn man vor den Kindern steht und so eine Mähne hat. In der Charité wurde ich von vielen Patienten „Dr. Locke“ genannt oder auch nur „der Arzt mit den Locken“ - das hatte auch nach Jahren ein hoher Wiedererkennungswert.“

Ob mit kurzen oder langen Haaren, wir freuen uns sehr, mit Dr. Hundsdörfer einen sehr kompetenten, erfahrenen sowie engagierten Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum zu haben.

Krebs-Infotag am 09. November

Das Kinderkrebszentrum im Helios Klinikum Berlin-Buch ist Teil eines zertifizierten Onkologischen Zentrums, in dem Vertreter aller Fachrichtungen zusammenarbeiten. Mit einer Vielzahl von Zentren ist das Klinikum einer der führenden Standorte bei der Behandlung von Krebs. Am Samstag, 09. November sprechen Spezialisten von 9 bis 15 Uhr im Helios Klinikum Berlin-Buch in Seminaren mit Interessierten über moderne Krebsmedizin. Der TV-Mediziner Dr. Carsten Lekutat moderiert eine Expertenrunde zur fachübergreifenden Krebsbehandlung. Interessierte können sich über die Website anmelden, aber auch spontane Teilnehmer sind willkommen: www.helios-gesundheit.de/krebs-weiter-leben

Julia Talman

Junior Marketing Managerin
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