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Lebensmittelunverträglichkeit – was ist das eigentlich?

Bei einer Lebensmittelunverträglichkeit ist der Körper nicht fähig, bestimmte Nahrungsmittel zu verarbeiten oder überhaupt aufzunehmen und reagiert darauf mit Unwohlsein und Beschwerden. Immer häufiger kommt es durch Nahrung zu Allergien und Lebensmittelintoleranzen bis hin zu entzündlichen Vorgängen, die sich im Magen-Darm-Trakt äußern. Wie genau, erfahren Sie hier.

man in supermarket

Wie und woran lässt sich eine Lebensmittelunverträglichkeit erkennen?

„Beschwerden in zeitlichem Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme können sich viele Betroffene nicht eindeutig erklären. Es gibt Menschen, die gleichzeitig verschiedene Symptome unterschiedlicher Ursachen haben“, erläutert Dr. Kerstin Lommel, Chefärztin Dermatologie/ Allergologie im Helios Klinikum Berlin-Buch.
Als typische Symptome nennt sie ein Kribbeln im Mund, Hautreaktionen (Quaddelbildung = Erhebung der Haut) oder Beschwerden des Magen-Darm-Traktes. Es kann sein, dass bereits sogar ein Reizdarmsyndrom (Nervensystem der Darmmuskulatur gibt fehlerhafte Anweisungen) diagnostiziert wurde. 

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine häufige Erkrankung des Verdauungssystems, die immer wiederkehrende Beschwerden in Unterleib und Darm verursacht. Die Ursachen sind vielfältig und häufig auf Lebensmittelunverträglichkeiten zurück zu führen. Beim RDS handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose, das heißt, dass zunächst andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen durch Tests ausgeschlossen werden müssen.

Dr. Lommel erlebt täglich Menschen, die sich aufgrund von vermuteten Unverträglichkeiten oder Allergien in einer Art Dauerschleife aus Untersuchungen und selbstgewählten Diäten befinden. Ob eine bestimmte Körperreaktion allergisch bedingt ist oder eine andere Ursache hat, ist zunächst differenziert abzuklären. Die Bezeichnungen Lebensmittelintoleranz und Lebensmittelallergie werden im Alltag synonym verwendet, jedoch beschreiben sie verschiedene Erkrankungen:

  • Lebensmittelallergie: Das Immunsystem stuft Nahrungsmittel als Bedrohung für den Körper ein - Immunologische Abwehr des Körpers
  • Lebensmittelintoleranz: Nicht-toxische (nicht-giftige) Reaktionen des Körpers ohne Beteiligung des Immunsystems - Empfindlichkeitsreaktion auf Nahrungsmittel

Helios Klinikum Berlin-Buch

Chefärztin Dermatologie und Allergologie

Die Vorarbeit ist intensiv wie Detektivarbeit und umfasst für die Patientin oder den Patienten eine gründliche Befragung sowie eine erweiterte allergologische Diagnostik.

Diagnostik bei Lebensmittelunverträglichkeit

Die ärztlichen Voruntersuchungen finden ambulant und je nach Befunden während eines kurzen, stationären Aufenthaltes im Krankenhaus statt.

 „Die Vorarbeit ist intensiv wie Detektivarbeit und umfasst für die Patientin oder den Patienten eine gründliche Befragung sowie eine erweiterte allergologische Diagnostik“, erklärt Dr. Lommel.

Es folgt eine umfassende Diagnostik des Magen-Darm-Traktes, welche organische Störungen ausschließt bevor die neue Untersuchungsmethode in der Gastroenterologie zum Einsatz kommt: Die konfokale Laser-Endomikroskopie (CLE). Diese wird in Deutschland erst in wenigen Kliniken angeboten und nur von wenigen Ärzt:innen beherrscht.

Es handelt sich um „eine innovative Endoskopie-Technik und das erste endoskopische Bildgebungsverfahren, welches in Echtzeit Einblicke in die Schleimhaut des gesamten Magen-Darm-Traktes ermöglicht“, erklärt Prof. Dr. Frank Kolligs, Chefarzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am Helios Klinikum Berlin-Buch. Die vorher durch die Dermatologie/ Allergologie bestimmten, möglichen beschwerdeauslösenden Nahrungsmittel werden während einer Endoskopie direkt auf die Dünndarmschleimhaut aufgebracht.

Ohne eine Gewebeprobe wird über ein gut verträgliches Kontrastmittel direkt sichtbar, ob eine Verträglichkeit besteht oder Ihre Schleimhaut empfindlich reagiert", sagt Professor Kolligs.

In der Zusammenschau aller Befunde werden die Patient:innen abschließend in einem Aufklärungsgespräch umfassend beraten, ob und welche Nahrungsmittel strikt oder nur vorübergehend gemieden werden sollten. Individuelle Therapiemöglichkeiten wie eine Sensibilisierung werden ebenfalls besprochen.

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