Behandlungsmethoden in der Tumororthopädie

Je eher Tumore des Bewegungsapparats diagnostiziert werden, desto höher liegen die Heilungschancen. Ein Überblick über gängige Behandlungsmethoden im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Mit dem Sarkomzentrum Berlin-Brandenburg bieten wir optimale Voraussetzungen zur frühzeitigen Diagnostik und Therapie von bösartigen Tumoren des Bewegungsapparats.

Knochensarkome

Patienten mit Osteo- und Ewing-Sarkomen behandeln wir in so genannten Therapieoptimierungsstudien. Die Patienten erhalten auf diese Weise die Behandlung, die mit den besten Heilungsraten einhergeht. Sie setzt sich zusammen aus einer Induktionschemotherapie, der Behandlung des Primärtumors (Operation, +/- Chemotherapie) und einer weiteren Chemotherapie.

Für Patienten mit einem hochmalignen (bösartigen) Osteosarkom ist dies  bis zum 40. Lebensjahr die Behandlung in Anlehnung an das EURAMOS 1-Protokoll, nachfolgend im EURO-B.O.S.S.-Protokoll bis zum 65. Lebensjahr.

Patienten, die an einem Chondrosarkom erkrankt sind, werden vorwiegend mit einer alleinigen Operation (Entfernung des Tumors) behandelt.


Weichgewebssarkome

Patienten im Kindes- und Jugendalter behandeln wir interdisziplinär im Rahmen der CWS-Studie (Cooperative Weichgewebssarkom Studie). Im Erwachsenenalter hängt die Therapie vom Stadium des Tumors ab. Wenn möglich, wird der Tumor mit dem Ziel entfernt, Funktionen und Extremitäten zu erhalten.
Ist diese Art der Behandlung primär nicht möglich, wenden wir  sogenannte neoadjuvante Therapiekonzepte an, etwa eine systemische Chemotherapie, ggf. mit Hyperthermie im Bereich des Primärtumors, die Strahlentherapie oder bei Sarkomen an den Extremitäten die isolierte hypertherme Extremitätenperfusion (ILP). Unser Sarkomzentrum Berlin-Brandenburg verfügt in diesem Bereich über die größte Erfahrung im deutschsprachigen Raum. 

Bei einem generalisierten und fortgeschrittenen Tumorleiden (Stadium IV) wenden wir eine palliative Behandlung an. Diese Therapie zur Linderung der Symptome wird von Palliativmedizinern begleitet.


Knochenmetastasen

Mit der Therapie von Knochenmetastasen möchten wir die Lebensqualität der Patienten verbessern. Ziel der Behandlung ist es, Schmerzen, neurologische Komplikationen und Brüche aufgrund von Knochenmetastasen zu vermeiden.

Die Verabreichung sogenannter Bisphosphonate – Medikamente zur Behandlung von Osteoporose – hilft dabei, skelettale Komplikationen bei tolerablen Nebenwirkungen zu vermindern.


Benigne (gutartige) Knochentumoren

Auch einige benigne (gutartige) Knochentumore müssen operiert werden – insbesondere Exostosen, Riesenzelltumoren, Chondroblastome, Chondromyxoidfibrome und Osteoblastome. Dabei können Funktion und betroffene Skelettabschnitte in der Regel erhalten werden.

Osteoidosteome können mit einem kleinen Eingriff therapiert werden: der Radiofrequenzablation [Link: Leistung Ablation]. Neun von zehn jungen Patienten werden mit einer einmaligen Behandlung geheilt.

Enchondrome (gutartige Knorpeltumoren) sind in etwa 99 Prozent der Fälle Zufallsbefunde und müssen nur bei einer extrem seltenen Größenzunahme behandelt werden.

Tumorvortäuschende Läsionen

Hierzu zählen in erster Linie der metapysäre Kortikalisdefekt, die fibröse Dysplasie sowie zystische Läsionen des Knochens (juvenile Knochenzyste, aneurysmatische Knochenzyste).

Über eine Behandlung wird individuell entschieden. Bei Zufallsbefunden ist jedoch in der Regel keine Therapie erforderlich.

Priv.-Doz. Dr. med. Per-Ulf Tunn

Chefarzt Tumororthopädie
Priv.-Doz. Dr. med. Per-Ulf Tunn

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