Von allem etwas zu viel gemacht: Schnappfinger

Von allem etwas zu viel gemacht: Schnappfinger

Sie gelten teilweise als Life-Style Erkrankungen und sind doch sehr ernst zu nehmen – Überlastungssyndrome an Ellenbogen und Fingergelenken. Erkennen Sie früh mögliche Gefahren durch einseitige Belastungen und vermeiden Sie, dass die Beschwerden chronisch werden.

Schnappfinger

Ein so genannter Schnappfinger oder auch Trigger-Finger kann sich an allen Fingern entwickeln. Es handelt sich dabei um eine Verengung der Beugesehnenfächer. Die entzündliche Veränderung verdickt die Sehne und sie bleibt bei der Beugung des Fingers in der Sehnenscheide hängen. Dadurch kommt es beim Strecken des Fingers zunächst zu einem Festhalten und dann einem plötzlichen Losschnallen oder Schnappen des oberen Gelenks. Gelegentlich bleibt der Finger auch ganz hängen und muss dann passiv wieder in die Streckposition zurückgeführt werden.

Was genau ist die Sehnenscheide?

Die Sehnenscheide ist eine mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Hülle, die sich dort um die Sehnen legt, wo Sehnen über Gelenke laufen. Sie hat also eine Schutzfunktion, um die Reibung der Sehnen gering zu halten. Beim Strecken des Fingers verläuft die Beugesehne durch die Sehnenscheide über dem Gelenk, beim Beugen gleitet dieses Stück dann wieder heraus, damit der Finger nach unten gezogen werden kann. Wenn die Sehne durch eine Entzündung verdickt oder Knötchen bildet, gleitet sie nicht mehr so einfach durch die Sehnenscheide hindurch.

Therapie durch Entlastung

Ein Schnappfinger entsteht meist ohne erkennbaren Anlass durch eine Überlastung. Es kann auch durch längeres Umgreifen eines Gegenstandes bei gleichzeitiger Belastung der Finger wie zum Beispiel beim Schaufeln oder auch beim Laufen an Krücken.

Da ein Schnappfinger als solches gut zu erkennen ist, bedarf es keiner aufwändigen Diagnose. Die Behandlung setzt vor allem auf eine Vermeidung der Überbelastung, die vermutlich zur Sehnenentzündung geführt hat und auf begleitende Maßnahmen.

  • Wichtigste Maßnahme ist der sofortige Stopp der Überbelastung.
  • Häufige Massage des gesamten Fingers von der Spitze zur Hand verringert den Flüssigkeitsstau am Gelenk, der durch die Entzündung entstanden ist.
  • Dehnung durch Überstreckung mithilfe der anderen Hand oder gegen einen Widerstand
  • Medikamentöse Behandlung mit einer entzündungshemmenden Salbe oder Injektion eines cortisonhaltigen Präparates.

Um dauerhafte Beschwerden zu vermeiden: Operation

Tritt keine Besserung ein, kann eine Operation verhindern, dass die Beschwerden chronisch werden. Mit einem einfachem Eingriff wird das Umfassungsband der betroffenen Sehnenscheide eingeschlitzt. Dadurch wird diese erweitert und die entzündlich verdickte Beugesehne kann wieder hindurch gleiten ohne hängenzubleiben. Bei der Gelegenheit entfernt der Operateur auch eventuelle entzündliche Veränderungen an der Sehne oder innerhalb der Sehnenscheide oder im umgebenden Gleitgewebe.

Schnelle Heilung nach Operation

Sehr schnell nach Verheilen der Wunde kann dann durch gezielte Übungen die volle Streckung und der Faustschluss wiederhergestellt werden. Dazu reichen wenige Wochen, wenn die Übungen regelmäßig und konsequent in Richtung der vollen Beuge und Streckung durchgeführt werden. Die Schmerzgrenze darf nicht überschritten werden, aber ein einfaches „Wackeln“ der Finger hat auch keinen Effekt.
Durch die Anleitung in der Ergotherapie lernen Sie das richtige Maß für die Bewegung kennen und können zukünftig einem Schnappfinger durch Überlastung rechtzeitig vorbeugen.

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