Nachsorge und Rehamaßnahmen nach Hüft-Operation

Wir möchten, dass Sie sich rundum vorbereitet und betreut fühlen, wenn Sie bei uns ein neues Hüftgelenk bekommen. Hier können Sie sich zum Ablauf der Nachsorge und der Rehabilitationsmaßnahmen informieren.

Welche Reha-Maßnahme für Sie die richtige ist, hängt in erster Linie von medizinischen Faktoren, dem Wohnort und Ihrem Kostenträger ab. Selbstverständlich berücksichtigen wir dabei Ihre Wünsche und Vorstellungen. Grundsätzlich gilt:
Für Patienten, die noch keine eigene Altersrente beziehen, ist in der Regel die gesetzliche Rentenversicherung der Kostenträger der Anschlussheilbehandlung. Wir erledigen alle Formalitäten für Sie, wenn Sie uns Ihren Rentenversicherungsträger und -nummer am Aufnahmetag mitteilen.
Bei Altersrentnern ist die Krankenversicherung zuständig.
Im Vorfeld ist es ratsam, sich bei Ihrer Versicherung zu informieren, ob Ihrem Reha-Wunsch entsprochen werden kann. Hilfreich ist, wenn Sie uns am Aufnahmetag Ihren Ansprechpartner bei der Versicherung mitteilen.

Vermeiden Sie Situationen, die ein erhöhtes Sturzrisiko beinhalten! Da die stabilisierende Muskulatur Ihres neuen Hüftgelenkes anfangs noch nicht kräftig genug ist, kann es im Falle eines Sturzes zu einer Lockerung der Verankerung Ihres neuen Gelenkes kommen. Im schlimmsten Fall kann der Gelenkkopf sich aus der Gelenkpfanne lösen (Luxation). Sollte dies passieren (erkennbar an starken Schmerzen und sofortiger Gehunfähigkeit), lassen Sie sich umgehend von einem Arzt behandeln.
Planen Sie die Länge von Spaziergängen, um eine Überforderung zu vermeiden. Gehen Sie lieber mehrfach am Tag kürzere Strecken spazieren. Vermeiden Sie rutschigen oder unebenen Untergrund. Steigen Sie nicht auf Leitern.

Vermeiden Sie jegliche Infekte: Atemübungen direkt nach der Operation beugen einer Lungenentzündung vor. Zahnhygiene ist besonders wichtig, denn im ersten Jahr nach Ihrer Operation sollte keine große Zahnsanierung vorgenommen werden. Haut- und Blasenentzündungen müssen früh und konsequent behandelt werden.

Um einer Thrombose oder einer Embolie vorzubeugen, werden Sie von Ihrem Pflegepersonal angeleitet, sich Anti-Thrombose-Spritzen selbstständig zu verabreichen. Diese müssen in der Regel bis zu 35 Tagen nach Operation weiter verabreicht werden. Falls Sie bereits vor Ihrer Operation sogenannte Blutverdünner (Antikoagulanzien) eingenommen haben, können diese meist unverändert wieder eingenommen werden. Am besten beugen Sie einer Thrombose oder Embolie jedoch durch Bewegung vor, wie z.B. Spaziergänge oder gymnastische Übungen. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt den Blutfluss. 

Nach Ihrer Operation wird Ihre Operationsnaht regelmäßig von Pflegepersonal und Ärzten angesehen und auf Rötungen, Schwellungen und Wundsekret untersucht. Das Nahtmaterial oder Klammern wird, wenn nicht anders besprochen, nach etwa 14 Tagen entfernt. Wunden werden mit einem durchsichtigen Pflasterverband verbunden, mit dem Sie nach Absprache duschen gehen können.

Beobachten Sie neu auftretende Rötungen, Überwärmung und Schwellungen der Narbe, eine Schwellung des Unterschenkels, verstärkte Schmerzen, Fieber oder Missempfindungen im operierten Bein und melden Sie sich bei Ihrem Arzt, wenn Sie eines dieser Symptome bei sich feststellen. 

Je nach Ihrer beruflichen Tätigkeit und erfolgter Operation wird eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung individuell durch Ihren Hausarzt oder Orthopäden ausgestellt. Bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten, bei denen Sie schwer heben oder tragen müssen, Sie oft eine gebückte oder gehockte Haltung einnehmen müssen, sollten Sie sich zu möglichen beruflichen Veränderungen beraten lassen.

Führen Sie Ihre gymnastischen Übungen fort. Es ist wichtig, dass Sie die erlernten Übungen auch zu Hause täglich wiederholen. Nach wenigen Monaten erreichen Sie eine Steigerung Ihrer Lebensqualität. Gehen Sie Ihren Hobbys nach und treiben Sie Sport. Erlaubt sind alle gelenkschonenden Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Spazierengehen, Skilanglauf oder Gymnastik. Sie sollten Ihre Gelenke aber nicht überstrapazieren und auf schweres Heben und extreme sportliche Belastungen verzichten. Ihre Aktivitäten bestimmen die Belastungen, denen Ihr künstliches Gelenk ausgesetzt ist und beeinflussen damit dessen Lebensdauer.

Sechs bis zwölf Wochen nach der Operation ist sexuelle Aktivität mit eingeschränkten Bewegungsmustern erlaubt. Vermeiden Sie Hüftbeugungen von mehr als 90 Grad. Ansonsten steht der Wiederaufnahme sexueller Aktivitäten nichts entgegen. Wenn Sie unsicher sind, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt oder Physiotherapeuten.

In den Monaten und Jahren nach Ihrer Operation sollten Sie regelmäßige Nachuntersuchungen bei einem niedergelassenen Orthopäden wahrnehmen - auch wenn Sie beschwerdefrei sind. Sie geben Ihrem Arzt damit nicht nur die Gelegenheit, Ihre Rehabilitation zu verfolgen, sondern auch eventuelle Komplikationen, die möglicherweise erst nach mehreren Jahren auftreten, frühzeitig zu erkennen. Nachsorgetermine tragen Sie am besten gleich in Ihren Endoprothesenpass ein, den Sie in der Klinik erhalten

Viele Patienten im Krankenhaus glauben, dass „im Bett liegen“ der beste Weg zu einer schnellen Genesung sei. Das ist falsch. Liegen hat deutlich negative Folgen, sowohl geistige als auch körperliche.
Damit Sie möglichst schnell – und vor allem sicher – wieder auf den Beinen sind, haben wir ein eigenes Therapiekonzept entwickelt. Bereits am Tag nach der Operation beginnen Sie, in der Regel unter Anleitung von Physiotherapeuten und Pflegepersonal, mit dem Wiedererlernen natürlicher Bewegungsabläufe.
Auch wenn es zu Beginn anstrengend sein kann aktiv und mobil zu sein, hat Bewegung viele Vorteile für Ihre schnelle Genesung:

- Muskulatur und Knochen werden erst garnicht abgebaut – Sie erhalten Ihre Bewegungsfähigkeit.
- Ihr Kreislauf kommt schneller in Schwung, die Durchblutung wird verbessert und der Blutdruck bleibt     stabil.
- Bewegung verhindert die Entstehung von Druckgeschwüren.

Mit Geduld, Eigeninitiative und Unterstützung der Physiotherapie und des Pflegepersonals werden Sie schnell wieder mobil. Wir motivieren Sie und gehen mit Ihnen die ersten Schritte. Blasenkatheter oder Infusionen sind dabei kein Hindernis. Sprechen Sie uns auf Ihre spezielle Situation an. Gemeinsam finden wir den besten Weg, damit Sie so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommen.

Ihnen steht eine medikamentöse Therapie des Wundschmerzes in Form von Tabletten oder Infusionen zur Verfügung. Des Weiteren zeigt Ihnen die Physiotherapie schmerzarme Bewegungsabläufe.
Schmerzen sind eine sehr individuelle Empfindung. Aufgrund der heutigen Möglichkeiten der Schmerztherapie können Schmerzen so gering wie möglich gehalten werden. Dies ermöglicht, dass Sie so früh wie möglich das Bett verlassen können und wirkt sich positiv auf Ihren Genesungsprozess aus. Sollten Sie sich durch Ihre Schmerzen eingeschränkt fühlen, scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen. 

Rehabilitationsmaßnahmen

Wichtiger Hinweis für unsere Patienten

Für die optimale Planung Ihrer Rehabilitationsmaßnahmen empfehlen wir Ihnen, unverzüglich mit Bekanntgabe des OP-Termins unsere Mitarbeiter der Sozialberatung/Entlassmanagement zu kontaktieren.

Telefon: (030) 94 01-5 11 33

Mehr Informationen zur Anschlussrehabilitation

Was passiert sonst noch im Krankenhaus?

In den sechs Tagen nach der Operation ist Folgendes vorgesehen:
• Tägliche Visite mit dem Arzt und der Pflegekraft
• Laborkontrolle und Abschlussröntgen Ihrer Hüfte.
• Täglich kommt zu Ihnen ein Physiotherapeut, der mit Ihnen die aufgeführten Übungen bespricht und trainiert. Die Physiotherapie findet bei Ihnen im Zimmer oder in den Räumen der Physiotherapie statt
• Sie lernen schnell wieder Ihre Alltagsaktivitäten selbstständig durchführen zu können, erhalten jedoch anfänglich Unterstützung bei der Körperpflege und Mobilisation.
• Gemeinsam mit Ihnen kontrollieren wir Ihre Schmerzen und verbinden täglich Ihre Wunde.
• Sie lernen Ihre tägliche Antithrombosespritze selber zu setzen.

 

Sprechen Sie uns an

Zu den Details einer Behandlung in unserer Orthopädie informieren wir Sie gern persönlich.

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