Gehen und Stehen wie neu: Ihr Weg zur Knieprothese

Wir möchten, dass Sie sich rundum vorbereitet und betreut fühlen, wenn Sie bei uns ein neues Kniegelenk bekommen. Hier können Sie sich zum Ablauf des Eingriffs und über die Prothese informieren.

Wenn Sie sich bei uns ein künstliches Knie oder Hüfte einsetzen lassen, sind Sie in guten Händen: Die Endoprothetik des Hüft- und Kniegelenkes ist unser Schwerpunkt, darin sind wir auch als überregionales Referenzzentrum anerkannt. Jährlich erhalten bei uns rund 500 Patienten eine neue Hüfte oder ein neues Knie.

Gehören Sie dazu? Dann werden wir Sie individuell und kompetent von der Operation über die Krankengymnastik, physikalische Therapie, Orthopädietechnik bis zu den ersten Rehabilitationsmaßnahmen begleiten. Die Betreuung erfolgt durch ein eingespieltes Team aus Orthopäden und Chirurgen, Physiotherapeuten und speziell geschultem Pflegepersonal, darunter ausgebildete Wund- und Schmerzexperten.

Im Folgenden finden Sie Informationen rund um Ihr neues Kniegelenk. Alle weiteren Fragen besprechen wir gerne im persönlichen Gespräch:

Mit höherem Lebensalter nehmen Schmerzen am Knie zu und es wird in seiner Beweglichkeit immer eingeschränkter, so dass Alltag und gewohnter Lebensrhythmus davon betroffen sind. Wenn konservative Maßnahmen, also Physiotherapie und Medikamente, nicht mehr weiterhelfen und die Lebensqualität nachhaltig leidet, können durch einen künstlichen Ersatz der Schmerz beseitigt und die Funktion verbessert werden.

Häufigste Ursache ist der Gelenkverschleiß (Arthrose), der durch das Aufbrauchen des Gelenkknorpels entsteht. Knöcherne Reaktionen wie Verdickung des Knochens, Zysten oder knöcherne Auswüchse an den Gelenkrändern (Osteophyten) beeinträchtigen die freie Gelenkbeweglichkeit und bewirken den Schmerz. Im weiter fortgeschrittenen Stadium können auch Ruhe- und Nachtschmerzen hinzukommen. Die Beweglichkeit des Kniegelenks – vor allem die volle Beugung – ist nicht mehr möglich. Schließlich kann das Knie nicht mehr voll gestreckt werden. Häufig bildet sich ein O-Bein aus und das Kniegelenk wird instabil.

  • Fehlstellungen wie O- und X-Beine
  • Rheumatische Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis)
  • Spätfolgen nach Verletzungen oder Brüchen
  • Spätfolgen nach Erkrankungen wie Meniskusriss oder Osteochondrosis dissecans (Ablösen von Knochen und Knorpel)
  • Spätfolgen nach Stoffwechselerkrankungen (z.B. Gicht)

Bestehen durch die fortgeschrittene Gelenkschädigung dauerhafte Schmerzen sowie deutliche Einschränkungen der Beweglichkeit und der Lebensqualität, können diese durch die Implantation eines künstlichen Kniegelenks (Kniegelenk-Total-Endoprothes oder Knie-TEP) beseitigt werden.

Durch die kontinuierliche Verbesserung der Materialtechnik und des Prothesendesigns konnte die Lebensdauer der Knieendoprothesen deutlich gesteigert werden. Laut Registerdaten und eigenen Erfahrungen sind mittlerweile über 90 Prozent aller Knieprothesen nach 15 Jahren (je nach Hersteller) noch gut funktionierend, ohne Hinweise auf Lockerungen.

Für das Kniegelenk stehen je nach Ausmaß der Gelenkschädigung verschiedenste Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  1. Mit einer Schlittenprothese wird nur die innere oder äußere Gelenkfläche ersetzt. Diese ist regelhaft bei noch ca. 10 Prozent aller Patienten in Frage kommend. Voraussetzung ist die Beschränkung der Arthrose auf den einen isolierten Abschnitt des Gelenks (meistens die Innenseite), ein intaktes vorderes Kreuzband und gute Restbeweglichkeit.
  2. In seltenen Fällen betrifft die Arthrose auch nur isoliert die Kniescheibe (Patella) mit entsprechenden Schmerzen beim Treppauf- und -absteigen. Falls die anderen Anteile des Gelenks dabei keinen Verschleiß zeigen ist auch ein isolierter Prothesenersatz des Patellofemoral-Gelenks möglich. Die Häufigkeit dieser Arthrose beträgt aber in der Regel nur 1 Prozent aller Patienten.

Standard für die Anwendung am schwer geschädigten Kniegelenk bei ansonsten normalen Knochenverhältnissen und anatomisch weitgehend normal geformten Gelenken ist der Oberflächenersatz, durch den beide Gelenkflächen ersetzt werden können. Diese Versorgung ist bei uns in über 95 Prozent aller Fälle notwendig bzw. möglich.

Für sehr schwere Knochenzerstörungen und Bandinstabilitäten stehen gekoppelte und achsgeführte Knieprothesen zur Verfügung.

Wissenswerte Informationen zum Material und Funktionsweise einer Prothese finden Sie in auf unserer Seite "Künstliche Gelenke".

Zunäachst stellen Sie sich in unserer Ambulanz vor. Wir planen dann den Operationstermin mit Ihnen und besprechen die Vorbereitung auf Ihre Operation und deren Verlauf mit Ihnen. Am Aufnahmetag erfolgen weitere notwendige Untersuchungen wie die Bestimmung der Laborwerte, Röntgen, EKG und die Anästhesievorbereitung.

Am nächsten Tag wird in der Regel die Operation in allgemeiner oder rückenmarknaher Narkose (Spinalanästhesie, Epiduralanästhesie) durchgeführt. Nach der Operation werden Sie im Aufwachraum überwacht.

Der stationäre Aufenthalt in unserer Klinik beträgt etwa 8 bis 10 Tage. Unsere Patienten verlassen bei normalem Verlauf bereits am Tag nach der Operation unter Anleitung der Krankengymnasten das Krankenbett. Unter intensiver krankengymnastischer Begleitung wird dann in den folgenden Tagen das „richtige“ Gehen an Unterarmgehstützen sowie das angepasste Verhalten mit dem neuen Kniegelenk erlernt.

Im Anschluss an den stationären Aufenthalt erfolgt meist direkt eine etwa 3-wöchige Anschlussheilbehandlung (ambulant oder stationär) in einer speziell ausgestatteten Rehabilitationseinrichtung.

Rehabilitationsmaßnahmen

Wichtiger Hinweis für unsere Patienten

Für die optimale Planung Ihrer Rehabilitationsmaßnahmen empfehlen wir Ihnen, unverzüglich mit Bekanntgabe des OP-Termins unsere Mitarbeiter der Sozialberatung/Entlassmanagement zu kontaktieren.

Telefon: (030) 94 01-5 11 33

Mehr Informationen zur Anschlussrehabilitation

Gut zu wissen:

Das Helios Klinikum Berlin-Buch bietet einen kostenfreien Shuttle-Service für Patienten an. Sie werden am Tag der stationären Aufnahme von zu Hause abgeholt und nach Entlassung wieder nach Hause gefahren. Wenn Sie diesen Service in Anspruch nehmen möchten, kontaktieren Sie gerne das Sekretariat, oder Ihr einweisender Arzt setzt sich mit uns in Verbindung.

Sprechen Sie uns an

Zu den Details einer Behandlung in unserer Orthopädie informieren wir Sie gern persönlich.

Endoprothetik-Hotline

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