Dreh- und Angelpunkt: Ihr Weg zur neuen Hüfte

Wir möchten, dass Sie sich rundum vorbereitet und betreut fühlen, wenn Sie bei uns ein neues Hüftgelenk bekommen. Hier können Sie sich zum Ablauf der Vorbereitung, der Operation und der Nachsorge informieren.

Wenn Sie sich bei uns eine künstliche Hüfte oder Knie einsetzen lassen, sind Sie in guten Händen:

Die Endoprothetik des Hüft- und Kniegelenkes ist unser Schwerpunkt, darin sind wir auch als überregionales Referenzzentrum anerkannt. Jährlich erhalten bei uns rund 500 Patienten eine neue Hüfte oder ein neues Knie. Gehören Sie dazu?
Dann werden wir Sie individuell und kompetent von der Operation über die Krankengymnastik, physikalische Therapie, Orthopädietechnik bis zu den ersten Rehabilitationsmaßnahmen begleiten.

Die Betreuung erfolgt durch ein eingespieltes Team aus Orthopäden und Chirurgen, Physiotherapeuten und spezialisiertem Pflegepersonal, darunter speziell ausgebildete Wund- und Schmerzexperten.

Im Folgenden finden Sie sehr viele Informationen rund um Ihr neues Hüftgelenk und über Vorbereitung und Ablauf der Operation. Sprechen Sie uns an, wenn Sie individuelle Fragen haben.

Wenn wir gehen, uns drehen oder beugen, ist unser Hüftgelenk beteiligt. Es stellt die Verbindung des Rumpfes mit den Beinen dar und verbindet Becken- und Oberschenkelknochen. Seine optimale Form als Kugelgelenk garantiert uns große Bewegungsfreiheit. Das Gelenk besteht aus der Hüftpfanne im Beckenknochen und dem Hüftkopf des Oberschenkelknochens. Beide Teile sind mit einer knorpeligen Gleitschicht überzogen. Eine Gelenkkapsel dichtet die gelenkige Verbindung ab. Sie produziert eine Flüssigkeit, die einerseits den Knorpel ernährt und andererseits für eine reibungsfreie Bewegung sorgt. Gleich einem Stoßdämpfer sollen so die gewaltigen Kräfte abgefangen werden, die im Laufe eines Lebens auf das Gelenk einwirken. Bänder zwischen den Knochen geben dem Gelenk die notwendige Stabilität; durch Muskeln und Sehnen wird es bewegt.

Die häufigste Hüfterkrankung ist der Verschleiß des Gelenkknorpels, die Hüftarthrose, auch Coxarthrose genannt. Die krankhaften Veränderungen des Arthrosegelenkes lassen sich im Röntgenbild darstellen. Dabei ist der Knorpelüberzug selbst nicht erkennbar. Die umgebenden Knochenstrukturen lassen aber auf den Zustand des Knorpels schließen: Während man den Knorpel beim gesunden Hüftgelenk am glatten, gleichmäßig ausgeformten Gelenkspalt erkennt, ist der Gelenkspalt beim erkrankten Hüftgelenk durch Knorpelverlust viel schmaler geworden oder völlig verschwunden. Es kommt zu Formveränderungen am Hüftkopf oder an der Hüftpfanne. Die Erkrankung führt zu Schmerzen bei Belastung. Die schmerzfreien Gehstrecken werden immer kürzer, bis auch der Ruhezustand keine Linderung mehr bringt. Gleichzeitig wird das Hüftgelenk immer unbeweglicher.

Bei einer angeborenen Hüftdysplasie kommt es regelmäßig zu einer Ausrenkung (Luxation). Die mechanische Instabilität führt zu gestörter Verknöcherung (Dysplasie) und mangelnder Entwicklung des Pfannendaches. Die Pfanne ist kaum ausgebildet, das heißt sie ist flach und steht meist in einem steilen Winkel, was wiederum Luxationen begünstigt.

Eine Hüft-Totalendoprothese (HTEP) ist der Ersatz des erkrankten Hüftgelenkes durch ein künstliches Implantat. In Europa werden jährlich bereits 550.000 Hüft-Totalendoprothesen implantiert, so dass man von einem „Routineeingriff“ sprechen kann.

Die Endoprothese besteht aus der Hüftpfanne und dem Hüftschaft, auf den ein Kugelkopf aufgesetzt wird, der sich in der Pfanne bewegt. Die Gelenkkomponenten, das heißt die Gelenkflächen, die direkten Kontakt miteinander haben (Gleitpaarung), sind ein Keramikkopf, der gegen einen Pfanneneinsatz aus einem widerstandsfähigem Kunststoff (Polyethylen) oder Keramik läuft oder ein Metallkopf, der gegen einen Pfanneneinsatz aus Metall oder Polyethylen läuft. Alle verwendeten Materialien sind speziell für medizinische Zwecke entwickelt. Sie zeichnen sich durch eine maximale Gewebeverträglichkeit aus und ermöglichen eine schmerzfreie und dauerhafte Funktion.

Die Prothese kann auf verschiedene Weise in den angrenzenden Knochen verankert werden. Wir wählen die für den Patienten passendste Methode.

  • Zementierte Endoprothese: Hüftschaft und -pfanne werden mit einem schnell härtenden Kunststoff, dem so genannten Knochenzement, im Becken und im Oberschenkelknochen befestigt. Ein zementiertes Gelenk ist sofort belastbar.
  • Zementfreie Endoprothese: Der Hüftschaft wird in den Knochen eingepresst. Die Hüftpfanne wird eingepresst oder eingeschraubt. Durch das knochenfreundliche Material heilen diese Komponenten schnell in den Knochen ein und das Gelenk wird langfristig fixiert.
  • Hybrid-Endoprothese (Mischform): In der so genannten hybriden Implantationstechnik sind die Vorzüge beider Verfahren vereint. Die Pfanne wird zementfrei verankert, der Prothesenschaft hingegen im Oberschenkelknochen einzementiert.

Ein durch Arthrose zerstörtes Hüftgelenk muss immer komplett ersetzt werden. Das heißt, durch eine künstliche Gelenkpfanne, die in das Becken eingepasst wird, einem Hüftschaft, der in den Oberschenkelknochen (Femur) implantiert wird und einem Kugelkopf, der auf den Hüftschaft gesetzt wird und sich in der Pfanne bewegt. Von jedem Prothesentyp existiert eine Vielzahl von Modellen in unterschiedlichen Größen.

Die Wahl der Endoprothese richtet sich nach der Knochenbeschaffenheit, dem Körpergewicht und den körperlichen Aktivitäten des Patienten. Vor der Operation wird Ihr Arzt anhand der Untersuchungsdaten und einem speziellen Röntgenbild eine Operationsplanung durchführen, bei der die Größe, Lage und Art der Fixierung des Implantates festgelegt und eine eventuell vorhandene Beinlängendifferenz mitberücksichtigt wird.

Künstliche Gelenke halten in der Regel 12-15 Jahre. Entscheidende Faktoren für die Lebensdauer und Funktionsfähigkeit sind das Material der Gleitpaarung, die körperliche Beanspruchung und die Knochenbeschaffenheit.

Der gesamte Eingriff dauert in der Regel ein bis zwei Stunden.

  1. Über einen Schnitt an der Außenseite des Oberschenkels wird das Hüftgelenk erreicht. Der freigelegte Oberschenkelhals wird durchtrennt und der erkrankte Hüftkopf entfernt.
  2. Im zweiten Schritt wird die natürliche Hüftpfanne im Becken durch eine Prothesenpfanne ersetzt.
  3. Danach wird der Markraum des Oberschenkelknochens vorbereitet, um den Prothesenschaft mit oder ohne Knochenzement exakt zu fixieren.
  4. Auf den Prothesenschaft wird ein Kugelkopf gesetzt. Er stellt die bewegliche Verbindung zwischen dem Schaft und der künstlichen Hüftpfanne dar.
  5. Nach dem Einsetzen von Prothesenschaft mit Kugelkopf in die Hüftpfanne wird das künstliche Gelenk auf seine optimale Beweglichkeit geprüft.
  6. Anschließend wird die Wunde verschlossen. Nach der Operation wird ein erstes Röntgenbild erstellt. In die Wunde eingelegte Drainageschläuche verhindern Blutergüsse, da nachsickerndes Blut abfließen kann.

Der stationäre Aufenthalt in unserer Klinik beträgt etwa 8 bis 10 Tage. Unsere Patienten verlassen bei normalem Verlauf bereits am Tag nach der Operation unter Anleitung der Krankengymnasten das Krankenbett. Unter intensiver krankengymnastischer Begleitung wird dann in den folgenden Tagen das „richtige“ Gehen an Unterarmgehstützen sowie das angepasste Verhalten mit dem neuen Kniegelenk erlernt.

Im Anschluss an den stationären Aufenthalt erfolgt meist direkt eine etwa 3-wöchige Anschlussheilbehandlung (ambulant oder stationär) in einer speziell ausgestatteten Rehabilitationseinrichtung.

Rehabilitationsmaßnahmen

Wichtiger Hinweis für unsere Patienten

Für die optimale Planung Ihrer Rehabilitationsmaßnahmen empfehlen wir Ihnen, unverzüglich mit Bekanntgabe des OP-Termins unsere Mitarbeiter der Sozialberatung/Entlassmanagement zu kontaktieren.

Telefon: (030) 94 01-5 11 33

Mehr Informationen zur Anschlussrehabilitation

Gut zu wissen:

Das Helios Klinikum Berlin-Buch bietet einen kostenfreien Shuttle-Service für Patienten an. Sie werden am Tag der stationären Aufnahme von zu Hause abgeholt und nach Entlassung wieder nach Hause gefahren. Wenn Sie diesen Service in Anspruch nehmen möchten, kontaktieren Sie gerne das Sekretariat, oder Ihr einweisender Arzt setzt sich mit uns in Verbindung.

Zu den Details einer Behandlung in unserer Orthopädie informieren wir Sie gern persönlich.

Endoprothetik-Hotline

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(030) 9401-12345

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