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Seltene Krebsarten benötigen interdisziplinäre Spezialisten

Diagnostik, medikamentöse Behandlung und Nachsorge von Patienten mit Knochen- und Weichgewebssarkomen.

Systemische Krebstherapie

Die interdisziplinäre Onkologie behandelt Krebspatienten in fachübergreifender Zusammenarbeit. Im Zentrum steht dabei die medikamentöse Behandlung bösartiger Tumoren. Die systemische, also auf den Gesamtorganismus einwirkende, Therapie vor der Operation, nach der Operation oder als alleinige Therapie ist entscheidender Bestandteil der interdisziplinären Behandlungskonzepte. Zum Einsatz kommen modernste Therapieverfahren mit Antikörpern, zielgerichtete Therapie („targeted therapy“), komplexe Chemotherapien und regionale Tiefenhyperthermie in Kombination mit systemischer Chemotherapie.

In enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten, mit Schwerpunktpraxen und mit anderen Kliniken findet die Behandlung sowohl stationär als auch ambulant statt.    

Therapiekonzepte in interdisziplinärer Zusammenarbeit

Sarkome sind bösartige Geschwülste, die aus dem Binde- und Stützgewebe des Körpers hervorgehen. Es handelt sich um sehr seltene Tumore mit vielen Varianten, die spezielle Behandlungskonzepte erfordern. Deshalb sollte die Therapie stets in einem spezialisierten Zentrum erfolgen.

Weichteilsarkome oder maligne Weichteiltumoren sind sehr seltene Tumoren. Sie machen nur etwa 2 Prozent aller Krebsneuerkrankungen im Erwachsenenalter in Deutschland aus. Sie kommen vor allem in der zweiten Lebenshälfte vor. Die Unterscheidung der einzelnen Weichgewebssarkome – ca. 50 verschiedene Arten – erfolgt mit Hilfe histologischer, also  feingeweblicher, Untersuchungen. Die Tumore können überall im Körper auftreten. Ihr Wachstumsverhalten und ihre Heilungsaussichten sind sehr unterschiedlich. Daher muss die Behandlung individuell erfolgen und erfordert ein interdisziplinäres Vorgehen häufig bei multimodaler Therapie.

Primäre Tumoren, also keine Metastasen,  entwickeln sich aus den im Knochen vorkommenden Zellen. Abhängig von der Art des Ausgangsgewebes werden sie in Knochen-, Knorpel- und Knochenmarkstumoren eingeteilt. Zu den Knochentumoren zählt z.B. das Osteosarkom und zu den Knochenmarkstumoren das Ewing-Sarkom. Der häufigste bösartige Knorpeltumor ist das Chondrosarkom. Generell ist primärer Knochenkrebs selten. In Deutschland erkranken jährlich nur etwa 700 Patienten. Aufgrund seiner Seltenheit gehört seine Therapie in die Hand eines interdisziplinären Expertenteams.

Bei den gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) handelt es sich um seltene Weichteilsarkome im Magen-Darm-Trakt, die erst vor einigen Jahren als eigenständige Krebsart erkannt wurden. GIST machen weniger als 1 Prozent der Tumoren des Magen-Darm-Trakts aus. Sie entstehen mit etwa 50-70 Prozent am häufigsten im Magen, gefolgt vom Dünndarm, dem Dickdarm, dem Zwölffingerdarm und selten der Speiseröhre. Die Experten gehen von ca. 1.500 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland aus. GIST entstehen durch eine Genmutation in bestimmten Zellen des Magen-Darm-Trakts, den Cajal-Zellen. Diese führt zu einer dauerhaften Aktivierung der Rezeptor-Tyrosinkinase c-Kit an der Oberfläche der Zelle. Eingegrenzte Tumoren werden chirurgisch entfernt, wohingegen fortgeschrittene GIST medikamentös behandelt werden, indem der aktivierte c-Kit-Rezeptor mit zielgerichteter Therapie abgeschaltet wird.

Teilnahme an Studien

Bevor ein neues Medikament in einer klinischen Studie geprüft werden kann, hat es schon einen langen Entwicklungsweg im Labor und im Tierversuch hinter sich. In unserer Klinik werden zahlreiche nationale und internationale Studien bei Sarkomen durchgeführt, an denen Patienten auf eigenen Wunsch und bei passenden Voraussetzungen teilnehmen können. Getestet werden neue Therapiestrategien  mit Antikörpern, Signalhemmern oder neuen Krebsmedikamenten (Zytostatika).

In folgenden klinischen Studien unserer Klinik können derzeit Patienten behandelt werden: 

EWING 2008: Vergleichsstudie internationaler Gruppen. Multimodales Therapiekonzept für Patienten unter 50 Jahren mit neudiagnostizierten Ewing-Tumoren.

EUROpean Bone Over 40 Sarcoma Study (EURO-B.O.S.S.): Therapieoptimierungsstudie unter ausschließlicher Verwendung zugelassener Substanzen nach internationalem Konsensus über das Standardvorgehen bei Knochensarkomen. Zielgruppe sind  ältere Patienten, Fragestellung: Untersuchungen zur Prozess- und Ergebnisqualität. Multimodales Therapiekonzept für Patienten über 40 Jahren mit neudiagnostiziertem Osteosarkom.

COSS Register, Cooperative Osteosarkomstudiengruppe: Osteosarkom-Register für Patienten unter 40 Jahren mit neudiagnostiziertem Osteosarkom (Knochenkrebs)

GEIS-30: klinischer Versuch von Pazopanib, um Wirkung und Verträglichkeit bei Patienten mit  fortgeschrittenen und /oder bereits metastasierten Liposarkom zu testen. Geeignet für Patienten, die nach Standardtherapien Rückfälle hatten oder für die keine Standardtherapie exisitert.

PAGIST: Pazopanib für Patienten mit fortgeschrittenem gastrointestinalem Stromatumor (GIST), der unter Imatinib und Sunitinib einen Erkrankungsprogress zeigte.

CSTI571X2103 (BYL): Studie mit einer Kombinationstherapie aus Imatinib und BYL für Patienten mit fortgeschrittenem gastrointestinalem Stromatumor (GIST) nach Versagen von Imatinib, Sunitinib und maximal einer Drittlinientherapie.

“A Local Observational GIST register“ - LOGIST: Registerstudie zur Beobachtung von Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) nach einer R0/R1 Resektion – mit oder ohne adjuvante Imatinib-Therapie.

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Priv.-Doz. Dr. med. Peter Reichardt

Chefarzt für Interdisziplinäre Onkologie Leiter Onkologisches Zentrum Berlin-Buch

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Sarkomboard

Donnerstag ab 16:00 Uhr

Interdisziplinäres Tumorboard

Mittwoch ab 15:00 Uhr

Neben einer allgemeinen onkologischen Sprechzeit bieten wir eine Spezialsprechzeit für Sarkompatienten an. Zu den Details einer Behandlung in unserer Interdisziplinären Onkologie informieren wir Sie gern persönlich.