Gastrointestinale Tumoren

Therapien gegen Krebs im und am Verdauungssystem

Die Vielfalt an Krebsarten im Verdauungstrakt und im Bauchraum ist groß - wir bieten fachübergreifende, spezielle Therapien.

Fachübergreifende Krebstherapie

Die interdisziplinäre Onkologie behandelt Krebspatienten in fachübergreifender Zusammenarbeit. Im Zentrum steht dabei die medikamentöse Behandlung bösartiger Tumoren. Wir behandeln Tumore in Magen und Darm vor und nach einer Operation medikamentös oder bieten eine ausschließliche Behandlung mit Medikamenten an. Dabei greifen wir auf zielgerichtete modernste Therapieverfahren mit Antikörpern zurück, führen komplexe Chemotherapien durch und bieten die regionale Tiefenhyperthermie in Kombination mit systemischer Chemotherapie an. 

In enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten, mit Schwerpunktpraxen und mit anderen Kliniken findet die Behandlung sowohl stationär als auch ambulant statt.

Wir behandeln bei:

Therapiekonzepte in interdisziplinärer Zusammenarbeit

Das Speiseröhrenkarzinom ist eine relative seltene Tumorerkrankung mit etwa 8-10 Fällen auf 100.000 Einwohner pro Jahr. Bei seiner Behandlung kommen in unserer Klinik abhängig vom Stadium multimodale Therapiekonzepte bestehend aus Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie zum Einsatz. Die Entscheidung dazu wird für jeden Patienten im Einzelfall in einer interdisziplinären Tumorkonferenz getroffen. 

Beim Magenkarzinom, dessen Vorkommen in den westlichen Industriestaaten bei etwa 35-40 Fällen auf 100.000 Menschen im Jahr liegt, kommt bei der Behandlung neben der Operation vor allem eine Chemotherapie zum Einsatz. Sie wird sowohl in kurativer, also heilender, als auch in palliativer, also lindernder, Intention eingesetzt. Neue zielgerichtete Therapien sogenannte „targeted therapies“ können unter bestimmten Voraussetzungen mit einer Chemotherapie kombiniert werden. 

Das Pankreaskarzinom, ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse, macht insgesamt 2-3 Prozent aller bösartigen Tumoren aus. Die Erkrankungsrate liegt bei 10 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Bauchspeicheldrüsenkarzinome sind zum Zeitpunkt der Diagnose meist sehr fortgeschritten. Operationen allein haben nur in den seltenen frühen Stadien eine kurative, also heilende, Zielsetzung. Daher kommt der adjuvanten, also unterstützenden, Chemotherapie nach der Operation ein hoher Stellenwert zu. Bei sehr fortgeschrittenen Stadien helfen palliative, also lindernde, Chemotherapien. 

Neuroendokrine Tumoren stellen eine sehr heterogene Gruppe aus gutartigen und bösartigen Tumoren dar. Sie entwickeln sich aus endokrinen, also hormonproduzierenden Zellen, die für den Verdauungsprozess zuständig sind. Da diese Nervenzellen ähnlich sind, werden sie neuroendokrin genannt. Aus dem Drüsengewebe (Epithel) sich entwickelnd, kommen solche epithelialen neuroendokrinen Tumoren vor allem im Magen-Darm-Trakt und in der Bauchspeicheldrüse vor. Es gibt 1 bis 2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner im Jahr. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen. Die multimodale Therapie erfolgt entsprechend dem Ort der Krebsentstehung und dessen Stadium.

Die Häufigkeit von Tumoren der Gallenblase und der Gallenwege liegt in den westlichen Industrieländern bei 1 bis 3 Fällen auf 100.000 im Jahr. Die Möglichkeiten zur Therapie des Gallenblasenkarzinoms sind vielfältig. Palliative, das sind lindernde, Therapieverfahren wie Chemotherapie oder Strahlentherapie können zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität der Patienten führen.  Eine Chance auf Heilung bieten leider nur Operationen im Frühstadium.

Das Leberzellkarzinom gehört weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen und zeigt eine steigende Erkrankungsrate. In Deutschland erkranken etwa 7.500 Menschen jährlich an einem Leberzellkarzinom. Operative Verfahren stellen derzeit die Therapie der Wahl dar. Die so genannte „targeted therapy“, in der medikamentös auf den Tumor abgezielt wird, erfolgt durch Einnahme von Tabletten. In fortgeschrittenen Stadien kommen eingreifende chemotherapeutische wie strahlentherapeutische Verfahren zum Einsatz wie die perkutane Ethanol- oder Essigsäure-Injektion (PEI), die radiofrequenzinduzierte Thermotherapie (RFTA, RFA), die transarterielle (Chemo-) Embolisation (TAE, TACE) sowie die transarterielle Radioembolisation (SIRT).

Das Dünndarmkarzinom ist eine relativ seltene bösartige Erkrankung des Dünndarms mit einem Vorkommen von 1-3 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Zumeist erkranken die Menschen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Dünndarmkarzinome machen etwa 1 Prozent aller Tumoren des Gastrointestinaltrakts aus. Die Therapie erfolgt vor allem operativ. Zudem stehen sowohl für die adjuvante, unterstützend-heilende, als auch für die palliative, lindernde, Behandlung Chemotherapien zur Verfügung.

Dickdarm- und Enddarmkarzinome stellen in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung bei Mann und Frau da. Die Inzidenz liegt bei 81 Fällen auf 100.000 Menschen pro Jahr, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Die meisten erkranken zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Dickdarm- und Enddarmkarzinome haben leider eine hohe Sterberate. Daher hängt das therapeutische Vorgehen bei diesen kolorektalen Karzinomen sehr vom Stadium der Erkrankung ab. Es umfasst neben der Operation die Chemotherapie sowie die Radiochemotherapie, eine Kombination von Strahlen- und Chemotherapie und zielgerichtete Therapien mit Antikörpern.

Teilnahme an Studien

Bevor ein neues Medikament in einer klinischen Studie geprüft werden kann, hat es schon einen langen Entwicklungsweg im Labor und im Tierversuch hinter sich. In unserer Klinik werden zahlreiche nationale und internationale Studien bei gastrointenstinalen Tumoren durchgeführt, an denen Patienten auf eigenen Wunsch und bei passenden Voraussetzungen teilnehmen können. Getestet werden neue Therapiestrategien mit Antikörpern , Signalhemmern oder neuen Krebsmedikamenten (Zytostatika).

In folgenden klinischen Studien unserer Klinik können derzeit Patienten behandelt werden: 

RILOMET: Placebokontrollierte Studie zu Rilotumumab (AMG 102) zusammen mit Epirubicin, Cisplatin und Capecitabin (ECX) als Therapie beim fortgeschrittenen Magenkarzinom.

CabaGast:  Studie mit Cabazitaxel bei Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs und des Magens.

PANTER: Perioperative Chemotherapie mit FOLFOX plus Cetuximab oder adjuvante Chemotherapie mit FOLFOX plus Cetuximab für Patienten mit Lebermetastasen eines Kolorektalkarzinoms.

VOLFI (AIO KRK 0109): Chemotherapie mit FOLFOXIRI kombiniert mit Panitumumab oder ausschließlich mit FOLFOXIRI für Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom.

PanaMa (AIO-KRK-0212): Therapie für Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom mit FOLFOX6 plus Panitumumab und einer Erhaltungstherapie mit 5-FU/FA mit oder ohne Panitumumab.

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Priv.-Doz. Dr. med. Peter Reichardt

Chefarzt für Interdisziplinäre Onkologie Leiter Onkologisches Zentrum Berlin-Buch

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Anmeldung über Martina Matzanke
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Tumorboard Gastrointestinale Tumoren

Montag ab 15:30 Uhr

Interdisziplinäres Tumorboard

Mittwoch ab 15:00 Uhr

Neben einer allgemeinen onkologischen Sprechzeit bieten wir auch Spezialsprechzeiten für Gastrointestinale Tumore an. Zu den Details einer Behandlung in unserer Interdisziplinären Onkologie informieren wir Sie gern persönlich.