Symptome und Prognose bei Hirnaneurysmen

Ein zerebrales Aneurysma ist eine krankhafte Aufweitung einer Hirnarterie und entsteht aufgrund einer Gefäßwandschwäche. Etwa 4% aller Menschen haben ein Aneurysma.

Symptome

Aneurysmen müssen keine Beschwerden machen, solange sie intakt sind. Größere Aneurysmen können durch Druck auf angrenzendes Hirngewebe und Hirnnerven zu Beschwerden führen, z. B.: Doppelbilder, Krampfanfall, Gesichtsschmerz. Platzt ein Aneurysma tritt typischerweise schlagartig ein zuvor nie erlebter Vernichtungskopfschmerz auf. Diesem Kopfschmerz folgen oft unmittelbar Übelkeit, Erbrechen, Nackensteifigkeit, Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit. In dieser Situation muss der Betroffene unverzüglich mit dem Notarzt in eine Klinik gebracht werden, die  mit der Schlaganfallbehandlung und der Behandlung von Hirngefäßerkrankungen erfahren ist.

Prognose

Die Prognose der Aneurysmaerkrankung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Beim zufällig entdeckten bzw. noch nicht gebluteten Aneurysma sind die Heilungschancen gut. Ist es zu einer Blutung gekommen, bestimmen das Ausmaß der Blutung und die dadurch bedingten Komplikationen wie direkte Hirngewebeschädigung, im Verlauf auftretende Hirndurchblutungsstörungen (Infarkte), Hirnnervenwasseraufstau (Hydrozephalus), internistische Komplikationen von Herz und Kreislauf den Krankheitsverlauf. 30% der Patienten mit einer SAB sterben unmittelbar an der Blutung, weitere 30% an den durch die Blutung bedingten Komplikationen und von den Überlebenden sind 30% lebenslang körperlich beeinträchtigt und auf Hilfe angewiesen.

Muss man jedes Aneurysma behandeln?

Häufig steht man vor der Frage, ob ein zufällig entdecktes Aneurysma, das keine Beschwerden macht überhaupt behandelt werden muss. Die Antwort ist einfach: Nein. Aber die Entscheidungsfindung ist schwierig.

Die Risikoabschätzung der Blutungsgefahr und das Aufwiegen der potentiellen Behandlungsrisiken sind von vielen Faktoren abhängig und letztlich noch nicht völlig geklärt. Zu den Risikofaktoren, die eine Blutung begünstigen gehören Größe, Form und Lage des Aneurysmas. Dabei gilt auch hier, dass die Größe allein nicht alles ist. Die oft geforderte Mindestgröße vor Therapie von 7 mm  ist nicht haltbar. Die klinische Erfahrung zeigt, dass 40% der Aneurysmen, die zu einer Blutung  führen 4 mm und kleiner sind. Individuelle und familiäre vaskuläre Risikofaktoren müssen zudem bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden.

Entschließt man sich zu einer Therapie ist die entscheidende prädiktive Variable hinsichtlich des Erfolgs einer Behandlung die Erfahrung und die manuelle Geschicklichkeit des Therapeuten, egal welche Therapie durchgeführt wird. In der täglichen Diskussion um die beste Therapieoption für das einzelne Aneurysma ist daher eine Menge an Ehrlichkeit verlangt und eine realistische Einschätzung der eigenen technischen Möglichkeiten und Fähigkeiten.

So erreichen Sie uns

Kontakt

Prof. Dr. med. Marius Hartmann

Chefarzt Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie
Prof. Dr. med. Marius Hartmann

E-Mail

Telefon

(030) 94 01-53700