Wenn es schnell gehen muss: Die Stroke Unit rettet Leben

Die Neurologie bietet Diagnostik und Therapie bei Schlaganfall mit Erfahrung, Expertise und hochmoderner Diagnostik.

Was genau passiert bei einem Schlaganfall?

Als Schlaganfall (auch Apoplex) wird ein plötzlicher Verschluss von Gefäßen oder Einblutungen in das Gehirn bezeichnet. Durch die Minderdurchblutung (Ischämie) werden die Hirnbereiche nicht ausreichend  mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das führt zu einem Absterben von Hirngewebe und kann teilweise schwere Folgen haben.

Wie wird ein Schlaganfall diagnostiziert?

Ein Hirnschlag kann mehrere Symptome mit sich bringen. Häufig treten Lähmungen einer Körperseite (z.B. Mundwinkel, Arm, Bein), Schwindel (Unwohlsein), Sprech- und Schluckstörungen (Aphasie), Doppelbilder, Taubheitsgefühl und Gangunsicherheit auf. Kleinere Schlaganfälle (TIA) bleiben teilweise sogar symptomlos und werden erst durch Zufall bei einer Routineuntersuchung erkannt. Bei eindeutigen plötzlichen Beschwerden sollte in jedem Fall immer ein Arzt aufgesucht werden. Die Diagnosestellung wird in drei Kategorien unterteilt. Sie besteht aus:

  • Ausführliche Angaben des Patienten (Anamnese),
  • Bildgebenden Verfahren (z.B. MRT, CT, Ultraschall)
  • Neurologische Untersuchung.

Bei der neurologischen Untersuchung prüft der Arzt die Reflexe, Koordination, Berührungsempfinden (Sensibilität), Bewegungsfähigkeit und das Sehvermögen. Wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind, stellt der Arzt die Diagnose und leitet die entscheidenden Therapiemaßnahmen ein.

Wie kann der Schlaganfall therapiert werden?

Die Therapie ist abhängig von der Ursache und den Beschwerden des Hirninfarkts. Je nach Schwere gibt es diverse Behandlungsmöglichkeiten um einen Schlaganfall möglichst ohne Folgen zu überstehen.

Ursache für einen Schlaganfall ist häufig ein Blutgerinnsel, das ein Gefäß verstopft. In einigen Fällen kann dieses Gerinnsel mit einem Medikament aufgelöst werden und das Gefäß wieder geöffnet werden. Die dafür erforderliche Behandlung ist die sogenannte Lyse-Therapie. Das Medikament wird unseren Patienten in eine Vene injiziert. Je früher mit der Therapie begonnen werden kann, desto größer ist der Erfolg. Die Behandlung sollte möglichst früh beginnen, spätestens innerhalb der ersten drei bis viereinhalb Stunden nach Auftreten eines Schlaganfalls.

Neben der medikamentösen Therapie wenden wir unter bestimmten Voraussetzungen bei Schlaganfall-Patienten auch das moderne Verfahren der sogenannten Thrombektomie an. Dabei lokalisiert unser Neuroradiologe Gerinnsel, die das  Gefäß verschließen und entfernt sie mit Hilfe eines Katheters.

Ist eine Blutung Ursache für einen Schlaganfall, muss diese zunächst gestoppt werden. Denn das ausgetretene Blut erhöht den Druck im Hirn und kann so die Zellen schädigen. Gerade bei größeren Blutungen kann eine Operation notwendig sein. Unsere Neurochirurgen sind spezialisiert auf solche Eingriffe.
Ist eine Blutung durch zu hohen Blutdruck bedingt, gilt es, diesen vorsichtig zu senken.

Anschließende Betreuung auf der Schlaganfall-Station (Stroke Unit)

Je nach Schwere des Schlaganfalls und trotz optimaler Behandlung lassen sich Beeinträchtigungen des Betroffenen nicht immer verhindern. Daher beginnt die individuelle medizinische Rehabilitation von Schlaganfallpatienten so früh wie möglich bereits auf der Stroke Unit. Hier werden auch die weitere Therapie und Betreuung in anderen Fachbereichen, tagesklinischen oder ambulanten Einrichtungen sowie eine eventuelle Hilfsmittelversorgung und die versicherungsrechtliche Beratung koordiniert. Das gemeinsame Ziel ist es,  die größtmögliche Selbständigkeit des Betroffenen wiederherzustellen.

In jedem Fall gilt

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall! Bei Verdacht auf einen Hirninfarkt rufen Sie sofort den Notarzt (112) an.

Je schneller die Ärzte einen Schlaganfall behandeln können, desto weniger Nervenzellen sterben im Gehirn ab. So lässt sich das Risiko auf Folgeschäden gering halten.

Bei Fragen wenden Sie sich an unseren speziell für Schlaganfall Patienten ausgerichteten Fachbereich.

So erreichen Sie uns

Kontakt

Prof. Dr. med. Georg Hagemann

Chefarzt der Neurologie

Telefon

(030) 94 01-54200

E-Mail

E-Mail senden
Wichtige Telefonnummern:
Notfallzentrum(030) 94 01-533 33
Station (030) 94 01-142 60
Poliklink (030) 94 01-550 90
Funktionsdiagnostik(030) 94 01-542 20