Gewebediagnostik

In der Hepatopathologie ist eine enge Zusammenarbeit und Kommunikation der Gewebediagnostik mit den behandelnden Ärzten entscheidend. Dies ist durch unsere Präsenz im Helios Klinikum Berlin-Buch jederzeit gewährleistet.

Wir wenden eine Vielzahl von Methoden an, um Stoffwechselerkrankungen, Entzündungen, Funktionsstörungen und Tumoren der Leber zu diagnostizieren. Neben der konventionellen Färbung, die bereits eine umfassende Beurteilung des Gewebsaufbaus, der Zytologie und ggf. entzündlicher Veränderungen ermöglicht, werden in der Routinediagnostik auch Zusatzfärbungen genutzt, die eine nähere Differenzierung der Veränderungen und ihrer Ursache erlauben.  

Abklärung von Leberrundherden

Mit Hilfe der am Institut Gewebsdiagnostik etablierten immunhistochemischen Analyse ist zudem eine umfassende histologische Abklärung sogenannter Leberrundherden möglich. Bei Bedarf kann auch eine intraoperative Schnellschnittuntersuchung Aufschluss über die Dignität und Entität einer Läsion geben. Es können auch weitere molekularpathologische Untersuchungen angeschlossen werden (z.B. K-Ras-Mutationsanalyse bei kolorektalen Karzinomen).  

Auch bei schwierigen Tumorentitäten

Bei einem geringen Prozentsatz ist eine sichere Zuordnung der Tumorentität auch nach umfangreicher Aufarbeitung nicht möglich. Das Institut für Gewebsdiagnostik arbeitet jedoch eng mit Referenzpathologischen Instituten zusammen, so dass auch in diesen Fällen eine i.d.R. zeitnahe Diagnose gestellt werden kann.   

Der „unklare Lebertumor“ aus Sicht des Pathologen

Die histologische Untersuchung von Leberherden dient zu einem der Sicherung der klinischen Diagnose. Zu anderem kann sie notwendig werden, wenn klinisch und bildgebend keine sichere Zuordnung der Läsion möglich ist.   Die Untersuchung erfolgt überwiegend an Stanzbiopsien. Dabei kommen im Wesentlichen zwei Gruppen in Betracht. Lebereigenen Veränderungen oder Metastasen. Bei lebereignen Veränderungen kann man nicht-neoplastische von neoplastischen Läsionen abgrenzen. Neoplasien lassen sich wiederum in maligne und benigne oder in hepatozelluläre bzw. biliäre einteilen.

Dabei orientiert sich der Pathologe auch an den klinischen Angaben wie:        

  • Wie ist die Bildgebung?
  • Bestehen andere Malignomerkrankungen und/ oder Rundherde?
  • Bestehen lebereigne Erkrankungen, wie z.B. eine chronische Virus-Heptatis?

Diese Angaben und das histomorphologische Bild stellen die Weichen für mögliche weitere Untersuchungen und erlauben eine sichere Diagnose.  

Ausbreitung von Tumoren

Bei der Untersuchung von Operationspräparaten wurde die Entität der Raumforderung meist im Vorfeld klinisch und/ oder histologisch geklärt. Beurteilt werden am Operationspräparat die Resektionsränder, Größe und Anzahl der Tumoren, mögliche Blutgefäßinvasion, Beziehung zum viszeralen Peritoneum bzw. zu Nachbarstrukturen und ggf. regressive Veränderungen nach vorangegangener Therapie. Bei Malignomen der Leber wird ein histopathologisches Staging und Grading gemäß der aktuell gültigen Leitlinien erstellt.  

Soweit miterfasst wird immer tumorfreies bzw. tumorfernes Lebergewebe zum Ausschluss bzw. Nachweis einer lebereigenen Grunderkrankung, Zirrhose oder Parenchymschädigung untersucht. Bei Metastasen können sowohl am Stanzbiopsiematerial als auch am Operationspräparat weitere Molekularpathologische und immunhistochemische Untersuchungen durchgeführt werden: z.B. Hormon- und Herceptinrezeptorstatus bei Mammakarzinomen, K-Ras-Mutationsanalyse bei kolorektalen Karzinomen und vieles mehr.