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Weltautismustag am 02. April

Besondere Förderung bei Autismus

Besondere Förderung bei Autismus

Anlässlich des internationalen Weltautismustags, stellen wir die besonderen Förderungsmöglichkeiten bei Autismus-Spektrum-Störungen vor. Eine Betreuung durch die speziell ausgerichtete Tagesklinik im Helios Klinikum Berlin-Buch unterstützt Kinder und ihre Eltern im Alltag. Auch der 6-jährige Ben aus Berlin besucht die Tagesklinik.

Der kleine Ben ist schon zum zweiten Mal in der Tagesklinik. Die Mama von Ben erzählt uns: „Im Januar ist Ben hochgradig aggressiv gegenüber anderen Kindern geworden. Die Kita ist mit der Situation nicht mehr zurecht gekommen und konnte nicht mehr mit ihm umgehen. Daraufhin wurde er im Januar suspendiert.“

Im März letzten Jahres besuchte Ben ein erstes Mal die Tagesklinik in Berlin-Buch. Über die strukturierten Abläufe, die Therapien und angebotenen Elterngespräche ist Frau R., die Mama von Ben, sehr dankbar. Sie sagt: „Wenn es akute Probleme gibt, kann ich jederzeit anrufen. Ich bin sehr glücklich, dass ich hier Unterstützung hatte - und auch noch habe!“

Besondere Merkmale seiner Entwicklungsstörung zeigen sich vor allem in den sozialen Interaktionen von Ben. Oftmals sind wiederholende und stereotype Verhaltensweisen bei ihm zu beobachten. Die Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Bucher Klinikum erkannte den Handlungsbedarf und nahm Ben auf.

WAS IST AUTISMUS?

Bei Autismus handelt es sich um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die für Außenstehende oft nicht sichtbar ist. Bei den Störungsbildern unterscheidet man zwischen dem „Frühkindlichen Autismus“, dem „Asperger Syndrom“ und dem „Atypischen Autismus“. Generell wird jedoch von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) gesprochen, da es aufgrund von zunehmend leichteren Formen schwieriger wird, diese zu diagnostizieren.

Dr. med.-univ. Rüdiger Stier, Chefarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Tagesklinische Betreuung

Eine außergewöhnliche Art der Unterstützung mit ASS im Alltag bietet die Tagesklinik des Helios Klinikums Berlin-Buch. Ein Team aus Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychologen und Psychotherapeuten, Sozialpädagogen, Kunsttherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, Bewegungstherapeuten, Musiktherapeuten, Pflegedienstmitarbeitern und Erziehern begleiten die tagesklinische Betreuung. 

„In der Tagesklinik ist eine intensive Begleitung der Patienten möglich. Diese erfolgt von Montag bis Freitag in kleinen Gruppen“, sagt Dr. Rüdiger Stier, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Helios Klinikum Berlin-Buch.

„Er freut sich, wenn er seinen Tagesplan sieht“, erzählt uns die Mama. Anders als im Kindergarten, ist Ben gerne überall mit dabei und verweigert die Teilnahme nicht mehr. Frau R. strahlt: „Die Tagesklinik hat uns wirklich sehr geholfen – vor allem aber Ben. Er fühlt sich sehr wohl, da er mittlerweile alle Abläufe kennt. Ich habe gemerkt, dass viele Familien betroffen sind und die Tagesklinik benötigen. Diese Art der Betreuung sollte es öfter geben, denn ein passendes Schulsystem fehlt dafür noch völlig. Es muss weiter gehen!“

 

Unterschiedliche Entwicklung

Dr. Stier sagt: „Oft wird in Kitas und Schulen zu schnell reagiert, wenn ein Kind anders ist. Der Verdacht auf Autismus wird dann leider unmittelbar in den Raum gestellt. Dabei wird in vielen zugewiesenen Fällen oftmals gar kein Autismus diagnostiziert.“

Generell herrscht eine große Offenheit in der Gesellschaft. Eltern, Erzieher oder Lehrer müssen allerdings lernen, was im Umgang mit einem Betroffenen zu beachten ist. Da Autismus keine sichtbare Behinderung ist, muss denjenigen zugehört und ihre individuellen Erfahrungen mit Barrieren aufgenommen werden.