Erkältung: Abwarten und Tee trinken

Erkältung: Abwarten und Tee trinken

Wenn die Kleinen krank sind, leiden die Eltern mit, selbst wenn es „nur“ eine Erkältung ist. Schlaf, Geborgenheit und viel Trinken helfen noch immer am besten.

Woher kommt Schnupfen?

Niesen, eine verstopfte und laufende Nase, Husten, Fieber und Kopfschmerzen sind das, was wir meist als Erkältung bezeichnen. Dabei sind diese Symptome eigentlich nicht auf Unterkühlung zurückzuführen, sondern meist auf Viren. Diese können Ihre krankmachende Wirkung nur entfalten, wenn unser Immunsystem diesen nicht genug entgegen halten kann. Obwohl uns also unzählige dieser verschiedenen Viren ständig begegnen, bekommen Menschen - egal ob Kinder oder Erwachsene - manchmal Schnupfen und manchmal nicht.

Starke Abwehrkräfte?

Schnupfen bekommt man immer dann, wenn das Immunsystem grade nicht stark genug ist. Das ist meist bei zu wenig Bewegung und zu wenig Schlaf der Fall. Ein gesundes Immunsystem entwickelt aber auch Abwehrstrategien gegen Erkältungsviren - so sind Kinder, die über mehrere Jahre einen Kindergarten besucht haben, erwiesenermaßen später in der Schule seltener erkältungskrank.
Dennoch können weder Kinder noch Erwachsene jemals ganz immun gegen Schnupfen sein, denn es gib einfach zu viele verschiedene Erreger. Zudem lassen sich die Viren nicht vermeiden: Sie gelangen durch Nase und Mund in die Luft und können auf Griffen und Oberflächen tagelang überleben.

Was tun bei Erkältung?

Ist der Schnupfen erstmal da, dann ist die Erkältung nicht zu stoppen. Mit dem ersten Nieser kommen bald eine verstopfte, laufende Nase, oft auch Husten und fast immer erhöhte Temperatur und Kopf- und Gliederschmerzen. Zwar dauert es  normalerweise meist nur etwas länger als eine Woche, aber besonders für Kinder kann das eine sehr lange Zeit werden.

Sie können Ihrem Kind die Erkältung nicht nehmen, aber Sie können ihm das Kranksein ein wenig erleichtern: Die wirksamsten Mittel zur Behandlung sind Ruhe, Schlaf und viel Trinken.

Durch Husten, Schnupfen und fieberbedingtes Schwitzen verliert Ihr Kind deutlich mehr Flüssigkeit als sonst. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr - Wasser, Tee, Suppen - ersetzt den Verlust und hilft den Schleimhäuten die Infektion wieder los zu werden.

Die Schleimhäute in Mund und Nase können auch durch kochsalzhaltige Lösungen unterstützt werden. Tropfen und sprayen Sie die Lösung in die Nase oder lassen sie Ihr Kind inhalieren. Sie brauchen dafür nicht in die Apotheke gehen, denn Sie können die Lösung auch ganz einfach selber herstellen: Erhitzen Sie 1 Liter mit 2 Teelöffeln normalem Kochsalz (Natriumchlorid). Das ergibt eine isotonische Lösung, die dem Salzgehalt des Blutes im Körper entspricht.

Zum Inhalieren lassen Sie das Kind den Wasserdampf über einer Schüssel mit Salzwasser einarbeiten. Abgekühlt können Sie eine Kochsalzlösung zum Tröpfeln in die Nase verwenden.

Bitte vermeiden Sie unbedingt zu trockene Heizungsluft und lüften Sie regelmäßig. Der Luftaustausch dient auch dazu die von ausgehusteten Erkältungsviren verbrauchte Luft auzutauschen und für ausreichend Luftfeuchtigkeit zu sorgen.

Studien zeigten, dass 1  Teelöffel (ca. 10 g) Honig vor dem zu Bett gehen (und nach dem Zähneputzen) das Kind besser durchschlafen lässt.

Unterstützen Sie Ihr Kind durch Zuwendung: für ein Kind sind mehrere Tage Kranksein schon lang. Begleiten Sie es dabei und lassen Sie ihm Zeit gesund zu werden: Lieblingsessen, es sich gemütlich machen, Abwarten, Tee trinken, viel schlafen und bei Bedarf mit der Familie kuscheln sind die beste Medizin!

Vorsicht bei Medikamenten

Von Erwachsenen häufig gebrauchte Mittel wie abschwellende Nasentropfen, Hustensaft, Vitamin C, Zink, Knoblauch, Echinacea oder Schleimlöser sind bei Kleinkindern sämtlich ineffektiv. Im Gegenteil, sie können bei sehr jungen Patienten Schaden verursachen. Bitte geben Sie Ihrem Kind keine Medikamente ohne Absprache mit Ihrem Arzt!

Wann zum Arzt?

Sollte Ihr Kind dauerhaft müde und angeschlagen sein oder immer wieder zu Infekten neigen, sollten Sie es ärztlich untersuchen lassen.

Sprechen Sie uns an!

Für Fragen rund um Kinderkrankheiten stehen wir Ihnen in unseren Sprechzeiten zur Verfügung.

PD Dr. med. Patrick Hundsdörfer

Chefarzt Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
PD Dr. med. Patrick Hundsdörfer

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(030) 94 01-54500

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