Therapie für schwer behandelbare Tumoren

Die Hyperthermie wird zurzeit vor allem bei schwer behandelbaren Krebserkrankungen eingesetzt. Sie kommt hauptsächlich bei Patienten mit Tumoren in Frage, die schlecht oder gar nicht operabel sind und wiederkehrende Krebsgeschwülste.

Wie melde ich mich an?

Der Erstkontakt für eine Behandlung in unserer Klinik, die Indikationsstellung und Anmeldung für eine Hyperthermie erfolgt über die Strahlentherapie (Link) oder Interdisziplinäre Onkologie (Link). Zur korrekten Einschätzung der Erkrankung bitten wir, möglichst alle Untersuchungsbefunde, Röntgenbilder, Arztberichte und Laborwerte mitzubringen.

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenen Weichteilsarkomen ist die Kombination aus regionaler Tiefenhyperthermie und Chemotherapie der alleinigen Chemotherapie überlegen. Ebenso konnte bei Patientinnen mit lokal fortgeschrittenen Zervixkarzinomen die Kombination aus regionaler Tiefenhyperthermie und Strahlentherapie im Vergleich zur alleinigen Strahlentherapie das Gesamtüberleben verlängern. Unklar bleibt allerdings, ob die Wirksamkeit einer platinhaltigen Radiochemotherapie beim Zervixkarzinom durch eine Hyperthermie weiter verbessert werden kann, weswegen derzeit nur die Behandlung von „nicht für Cisplatin qualifizierenden“ Patientinnen von den gesetzlichen Krankenkassen unterstützt wird. Die Oberflächenhyperthermie ist der alleinigen Strahlentherapie bei Wiederauftreten von Brustkarzinomen im Bereich der Brust- oder Brustwand überlegen. Darüber hinaus wird die regionale Tiefenhyperthermie derzeit in klinischen Studien geprüft, was die Behandlung von Pankreaskarzinomen, wiederaufgetretenen Endarmkarzinomen- und Analkarzinomen einschließt.

Die Anzahl der nötigen Behandlungen beim Patienten hängt von der individuellen Tumorerkrankung und auch vom verwendeten Studienprotokoll ab. Mehrere Sitzungen sind meistens sinnvoll bzw. nötig. In Kombination mit einer Strahlentherapie erfolgt die Hyperthermie ein- bis zweimal pro Woche für etwa fünf bis sieben Wochen (je nach Bestrahlungsdauer). Bei Weichteilsarkomen und Pankreaskarzinomen erfolgen dagegen zwei Behandlungen Hyperthermie pro Zyklus Chemotherapie.

Die  Hyperthermie-Behandlungssitzung ist mit einem kurzen stationären Aufenthalt verbunden. Je nach Erkrankung und Behandlungsart können auch längere stationäre Aufenthalte nötig werden.

Die Aufenthaltszeit des Patienten im Therapiegerät beträgt 90 Minuten pro Behandlung: 30 Minuten Aufwärmphase (inkl. Anlage von Temperaturmesssonden); dabei wird die angelegte Leistung stetig erhöht, bis die Zieltemperatur erreicht ist. Die folgenden 60 Minuten entsprechen der Therapiedauer bei ausreichend hoher Temperatur.

Die Behandlungskosten werden von den Krankenkassen für Erkrankungen, bei denen die Hyperthermie durch die Krankenkassen als gesicherte Behandlungsmethode eingestuft wird, übernommen:

  • Weichteilsarkome
  • Lokal fortgeschrittene Zervixkarzinome, welche keine Cisplatin-Chemotherapie erhalten
  • Lakalrezidive eines Mammakarzinoms nach vorangegangener Bestrahlung

Eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen kann auch erfolgen, wenn die Behandlung im Rahmen einer autorisierten klinischen Studie erfolgt. Das Hyperthermie-Team berät Sie hierzu gerne.

Die Hyperthermie ist im Allgemeinen eine verträgliche Therapie. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Mögliche leichtere Nebenwirkungen sind örtliche Überhitzungen mit Schmerzen und kleineren Verbrennungen, die direkt bei der Behandlung entstehen können. Andere leichte Nebenwirkung können z.B. Druckbeschwerden durch große Wasserkissen bei der regionalen Tiefenhyperthermie sein.

Bei Patienten mit schwerer Herzerkrankung, einem Herzschrittmacher oder Metallimplantaten, z.B. künstlichen Gelenken im Therapiegebiet, oder während einer Schwangerschaft darf die Hyperthermie nicht angewendet werden.

So erreichen Sie uns

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Prof. Dr. med. Robert Krempien

Chefarzt Strahlentherapie und Radioonkologie
Prof. Dr. med. Robert Krempien

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