Bauchaortenaneurysma

Irgendetwas ist komisch. Der Rücken tut weh, aber nicht so wie seit vielen Jahren. Der Schmerz ist anders. Der Orthopäde und Osteopath können auch nicht helfen, die Schmerztabletten und die Physiotherapie wirken nicht. Erst nach einer Ultraschalluntersuchung beim Hausarzt kommt des Rätsels Lösung. Es ist ein Bauchaortenaneurysma.

Bauchaortenaneurysma - was ist das?

Als Aortenaneurysma bezeichnet man eine Ausspülung der Hauptschlagader (Aorta), die das zentrale blutführende Gefäß unseres Körpers darstellt. Diese Ausspülungen können in Höhe des Brustkorbes und im Bauchraum (Bauchaortenaneurysma) vorkommen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Nicht immer ist der Rücken schuld

Tückischer Weise sind die meisten Aortenausspülungen symptomfrei oder die Beschwerden sind von anderen Krankheitsbildern, wie dem akuten Herzinfarkt, nicht zu unterscheiden. Erst ab einer bestimmten Größe und Ausdehnung können Bauch- und Rückenschmerzen auftreten. Manche beschreiben ein Gefühl, als würde etwas unter der Bauchdecke pulsieren. Aber selbst dann, kann manchmal erst nach vielen Arztbesuchen die richtige Diagnose gestellt werden.

Ab einer bestimmten Größe droht die Ausstülpung zu reißen und innerhalb kürzester Zeit treten große innere Blutungen auf. Diese können innerhalb weniger Sekunden bis Minuten zu einem kompletten Kreislaufzusammenbruch führen und das Leben hängt plötzlich an einem seidenen Faden (Aneurysmaruptur). Nur wenn die Wand der Ausstülpung zur Wirbelsäule hin reißt, besteht die Chance, dass umliegende Gewebe den Riss abdeckt und die Blutung aufgrund des Platzmangels langsamer erfolgt (gedeckt perforiertes Aneurysma). Daher ist es wichtig, dass sie rechtzeitig erkannt, diagnostiziert und je nach Fall operiert werden.

Früherkennung mittels Vorsorgeuntersuchung

Eine Vorsorgeuntersuchung i. F. einer Ultraschalluntersuchung soll helfen, Aneurysmen früh zu erkennen und Todesfälle zu verhindern. Da Männer häufiger von einem Bauchaortenaneruysma betroffen sind als Frauen, steht ihnen ab einem Alter von 65 Jahren einmalig die Screening Untersuchung zu. Insbesondere Personen, die viele Risikofaktoren (Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes etc.) für die Ateriosklerose aufweisen, sind gefährdet. Studien haben gezeigt, dass bei 1000 untersuchten Männern etwas 3 vorzeitige Todesfälle durch eine Aneurysmaruptur verhindert werden konnten, weil die Patienten rechtzeitig operiert worden sind.

Die Untersuchung

In der Ultraschalluntersuchung vermisst der Arzt die Hauptschlagader an der Stelle mit dem größten Durchmesser knapp unterhalb des Abganges der Nierengefäße. Beträgt der Durchmesser weniger als 2,5 cm ist die Aorta unauffällig. Ist der Durchmesser jedoch größer als 3 cm, besteht per Definition ein Aneurysma, welches regelmäßig mittels Bildgebung (z.B. CT) kontrolliert und vermessen werden muss. Je nach Form und Größe des Aneurysmas wird entschieden, ob eine OP notwendig ist. Diese sollte möglichst in einem dafür vorgesehenen Kompetenzzentrum stattfinden.

Die Behandlung

Das Bauchaortenaneurysma kann zum einem in einem offenen Verfahren entfernt und durch eine künstliche Gefäßprothese ersetzt werden. Viel häufiger wird jedoch ein endovaskuläres Verfahren angewendet. Über einen Schnitt in der Leiste wird ein Katheter eingebracht, über den die Prothese in das Aneurysma eingebracht wird. In beiden Fällen wird das Einreißen der Ausstülpung verhindert. Dennoch sind beide Verfahren nicht risikoarm und sollten daher individuell in einem ausführlichen ärztlichen Gespräch entschieden werden.

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Dr. med. Andreas Gussmann

Chefarzt Gefäßchirurgie und Phlebologie
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