Aktuelle Besucherinformationen

In Zeiten von Corona ist es uns das wichtigste Anliegen, Sie wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv zu schützen. Wir möchten Sie deshalb um Verständnis für die folgenden Maßnahmen in unserer Klinik bitten. Bitte beachten sie die neuen Besuchsregeln.

Stillen: Rund-um-Versorgung für Ihr Baby

Stillen: Rund-um-Versorgung für Ihr Baby

Indem Sie stillen, ernähren Sie Ihr Baby optimal ausgewogen, denn Muttermilch gibt auch den besten Schutz gegen Krankheiten von Geburt an. Und Sie starten ganz natürlich in eine gute Beziehung zu Ihrem Kind.

Die natürlichste Sache der Welt

Mit dem Neugeborenen fängt für die Eltern ein ganz neuer Lebensabschnitt an. Viele Entscheidungen müssen getroffen werden, es gibt von allen Seiten Ratschläge. Manchmal lohnt es sich, einfach nur der Natur zu folgen: Das Stillen ist die natürlichste Möglichkeit Ihr Kind ausgewogen zu ernähren, optimal zu schützen und ihm von Anfang an Geborgenheit zu bieten.

Vorteile für Mutter und Kind

  • Muttermilch enthält alle Nährstoffe in der individuell richtigen Zusammensetzung für Ihr Baby.
  • Der Schutz vor Infektionen, besonders durch das so genannte Kolostrum, die ganz frühe Muttermilch, ist sehr hoch.
  • Allergien treten bei voll gestillten Kindern wesentlich seltener auf.
  • Die Gebärmutter zieht sich durch das Stillen wieder zusammen, dadurch ist der Blutverlust geringer.
  • Die Rückbildung des gesamten Körpers der Mutter wird gefördert.
  • Stillen spart Zeit und Geld.
  • Stillen macht die Mutter unabhängiger in der Tagesplanung mit dem Kind, denn sie kann das Kind überall und bei Bedarf stillen.

Geborgenheit macht klug!

Die Sinne Ihres Babys arbeiten vom ersten Tag an, damit startet auch die Entwicklung des Gehirns. Es braucht Körper- und Hautkontakt, will in den Arm genommen, herumgetragen und gestreichelt werden. Die frühe Entwicklung der Sinne wird beim Stillen besonders gefördert. Ihr Baby erkennt Herzschlag, Duft, Stimme und genießt die Körperwärme. Ihre Zuwendung und der Hautkontakt schaffen das Urvertrauen, das das Kind später für eine gute Entwicklung braucht.

Frühe Bindung

In unserer Entbindungsstation legen wir Ihnen das Kind direkt nach der Geburt auf den Bauch. Dieser erste Kontakt macht dem Baby den Übergang in die Welt  sanfter und die Eltern können diesen emotional wichtigen Moment in Ruhe genießen. Ein enger Haut- und Körperkontakt gleich nach der Geburt wird Bonding genannt. Die Vorteile des Bonding sind nachweisbar:
•    Stabilere Körpertemperatur
•    Bessere Atmung
•    Weniger Schreien
•    Frühes und effektives Saugverhalten

Der Milcheinschuss

Ab etwa dem zweiten bis dritten Tag nach der Geburt kommt es zum Anschwellen der Brust, was den Beginn der reichlichen Milchbildung anzeigt. Das passiert meistens ohne große Beschwerden ist aber durch eine stärkere Durchblutung oft mit dem Anschwellen, Prall- und Vollwerden der Brust verbunden.  Das auftretende Spannungsgefühl und die Berührungsempfindlichkeit lassen fast immer nach etwa zwei Tagen nach. Wann immer erforderlich, kann das Spannungsgefühl durch häufigeres, kurzes Anlegen beseitigt werden. Wenn das Kind die Brustwarze nicht mehr richtig fassen kann, weil die Brust zu prall ist, streichen Sie vor dem Stillen schon etwas Milch ab.

Stillen will gelernt sein

Die Bedürfnisse von Kind und Mutter sind ausschlaggebend für eine erfolgreiche Stillbeziehung. Vertrauen Sie auf Ihre gemeinsamen Fähigkeiten und lassen Sie sich durch kleine Anfangsprobleme nicht verunsichern. Trinkverhalten, Milchbildung und die Bedürfnisse von Mutter und Kind sind jeden Tag anders. Stillen ist ein Prozess, der Zeit und Geduld braucht.
Wir geben Ihnen Hinweise, am besten besprechen Sie sich aber mit Ihrer nachsorgenden Hebamme, die Sie und Ihr Kind kennt.

  • Beachten Sie frühe Hungerzeichen wie schmatzen, mit dem Mund suchen, am Finger nuckeln. Wenn Sie dann schon reagieren, lernt das Kind, dass kleine Zeichen verstanden werden und es nicht erst schreien muss.
  • Warten Sie nicht, bis das Kind schreit, da es dann oft nur schwer zu beruhigen ist und ein gutes Anlegen kaum mehr möglich ist.
  • Suchen Sie sich eine angenehme Position und nutzen Sie Stillkissen, eine Fußbank oder ähnliches, um sich bequem zu fühlen.
  • Massieren Sie anfangs vor dem Anlegen sanft die Brust, um den Milchfluss anzuregen.
  • Wenn der Mund des Babys weit geöffnet ist, ziehen Sie es zu sich heran. Das Kind sollte einen großen Teil des Warzenhofs im Mund haben.
  • Immer das  Kind zur Brust ziehen – nicht die Brust zum Kind schieben.
  • Drücken Sie nicht die Brust ein, um die Nase des Kindes freizuhalten. Wenn Sie den Po des Kindes näher an Ihren Körper ziehen, bekommt das Kind automatisch besser Luft.
  • Ziehen Sie nicht die Brustwarze aus dem Mund des Kindes während es noch saugt. Am besten schieben Sie Ihren kleinen Finger sanft in den Mundwinkel des Kindes, dann lässt es von alleine die Warze los.
  • Damit Ihr Kind gut die beim Saugen mitgeschluckte Luft aufstoßen kann, legen Sie es nach dem Stillen so über Ihre  Schulter, dass Brust und Bauch aufliegen.
  • Vermeiden Sie ein zu langes Anlegen in den ersten Tagen, um die Brustwarzen nicht zu stark zu belasten.

Sie haben die Wahl: verschiedene Stillpositionen

Wählen Sie immer mal wieder eine andere Position, damit Sie sich und Ihre Brustwarzen nicht einseitig belasten. Wechseln sie jedoch nicht während des Stillens, um dem Kind die Ruhe während der Mahlzeit zu lassen.

  • Stillen im Liegen: Auf der Seite liegend, Bauch an Bauch, das Köpfchen liegt in Höhe der Brustwarze. Es kann mit der unteren oder der oberen Brust gestillt werden, je nach Bequemlichkeit.
  • Wiegegriff im Sitzen: Das Köpfchen liegt in Ihrer Armbeuge. Ihre Hand hält den Po des Kindes.
  • Rückengriff im Sitzen: Das Kind liegt an Ihrer Seite, die Beinchen zeigen Richtung Rückenlehne. Ihr Unterarm stützt den Rücken des Kindes. Das Köpfchen wird mit der flachen Hand gehalten
  • „Tandemstillen“ für Zwillinge: Jedes Kind liegt an einer Seite, die Beinchen zeigen Richtung Rückenlehne. Hier ist ein Stillkissen sehr hilfreich, damit beide Kinder auf der gleichen Höhe sind.

 

Milchmenge und Stillzeit

Die Milchproduktion passt sich dem Bedürfnis des Kindes an. Stillen Sie Ihr Kind immer sobald und so lang es Hunger hat, so bleiben Milchproduktion und Ernährung im Gleichgewicht.
Zwischen dem 8. und 12. Lebenstag, in der 5. bis 6. Lebenswoche und im 3. Lebensmonat wächst das Kind und braucht mehr Nahrung. Legen Sie das Baby entsprechend häufiger an, die Milchproduktion wird sich  entsprechend dem höheren Bedarf Ihres Kindes regulieren.
Gönnen Sie sich dazwischen jedoch auch unbedingt Ruhephasen, um auch Ihre Bedürfnissen zu stillen. Nur, wenn Sie selber entspannt sind, bleibt das Stillen eine befriedigende Situation für Sie und Ihr Baby.

Allerlei Tipps

Das Stillen ist ein natürlicher Vorgang, doch kann es durch Veränderungen beim Kind oder bei der Mutter immer auch zu kleineren Störungen kommen. Wir geben Ihnen Hinweise, wie Sie gut damit umgehen können.

  1. Milchstau:  Falls zu viel Milch in der Brust ist, kann es zu strangförmigen und schmerzhaften Verhärtungen und Rötungen der Brust kommen. Damit sich keine Brustentzündung (Mastitis) entwickelt, regen Sie vor dem Stillen den Milchfluss an. Hierbei helfen warme Duschen oder Kompressen in Verbindung mit sanfter Massage. Nach dem Stillen vermindern kühle Kompressen mit Quark, Molke oder Weißkohl, die überschüssige Milchbildung.
  2. Unkontrolliertes Fließen der Milch: In den Brustwarzen „kribbelt“ es und die Milch fließt auch außerhalb der Stillzeit.  Sie können das Abfließen bremsen, in dem Sie den Handrücken fest gegen die  Brustwarzen drücken bis das „Kribbeln“ aufhört.
  3. Pflege der Brustwarzen: die Brustwarzen bedürfen besonderer Pflege während der Stillzeit.
    • Vermeiden Sie Seife oder Desinfektionsmittel: Sie trocknen die Warzen aus und machen sie rissig und spröde.
    •  Lassen Sie Speichel und Milch nach dem Stillen auf der Warze trocknen. Das hat pflegende und desinfizierende WirkungWechseln Sie regelmäßig Stilleinlagen oder Büstenhalter, sobald sie feucht sind.
    • Verwenden Sie Stilleinlagen aus Seide oder Schafswolle.
    • Um zu vermeiden, dass wunde Brustwarzen an der Kleidung reiben, können Sie z.B. Plastik-Teesiebe zweckentfremden und in den BH legen.

Doch Flasche?

Sollte es trotz aller Bemühungen nicht klappen, beraten wir Sie gerne zur  Flaschenfütterung mit Ersatznahrung. Sie können sich mit Ihren Fragen jederzeit an die Mitarbeiter der Geburtshilfe und Kinder- und Jugendmedizin sowie an die Hebammen im Haus Kugelrund wenden.

"Einfach stillen" Umfangreiche Informationsbroschüre zum Download

Sprechen Sie uns an

Zu den Details einer Entbindung in unserer Geburtshilfe informieren wir Sie gern persönlich.

Prof. Dr. med. Michael Untch

Chefarzt der Geburtshilfe

Geburtsanmeldung

(030) 94 01-53345