Flammendrot und fiebrig: Bakteriell verursachte Entzündungen der Haut.

Wissenswertes zu Krankheitsbild und Therapien des Erysipel, auch Wundrose genannt.

Eine bakterielle Infektion der Haut 

Das Erysipel ist eine Infektion der oberen Hautschichten und der Lymphwege. Sie wird durch Bakterien hervorgerufen, die meist zur Gruppe der Streptokokken gehören. Diese dringen in die Haut, wenn eine verminderte Hautschutzbarriere vorliegt. Das ist der Fall bei Verletzungen oder bei anderen Hauterkrankungen wie zum Beispiel bei Fußpilz.

Das Erysipel kommt häufig an den Beinen, aber auch an Armen und im Gesicht vor und zeichnet sich durch eine flammenförmige, scharf begrenzte Rötung aus. Oft fühlt sich der Patient unwohl und krank und hat Fieber bis hin zu Schüttelfrost—manchmal auch schon, bevor sich die typische Rötung des Erysipels zeigt.

Die Therapie des Erysipels besteht in der Regel in der Gabe von Antibiotika, meistens breit wirksame wie Penicilline oder Cephalosporine. In leichten Fällen nehmen die Patienten diese in Tablettenform ein.

Bei einer ausgedehnten Wundrose oder bei Blasenbildung im Bereich des Erysipels wird das Antibiotikum über die Vene als Infusion gegeben. Dies wird auf unserer Station durchgeführt. Auch bei Begleiterkrankungen wie Fieber oder bei einem  starken Krankheitsgefühl des Patienten behandeln wir bevorzugt stationär.

Grundsätzlich empfehlen wir Bettruhe. Das betroffene Körperteil sollte hochgelagert und kühlende Umschläge mit desinfizierenden Substanzen aufgelegt werden.

Zudem behandeln wir immer auch die Eintrittspforte der Bakterien, also die Verletzung oder Erkrankung, über die die Streptokokken unter die Haut kamen. In vielen Fällen ist dies zum Beispiel Fußpilz oder eine Verletzung. Damit wird vor allem auch eine erneute Infektion, ein so genanntes Rezidiv, verhindert.  

Bei mehreren wiederkehrenden Wundrosen innerhalb kurzer Zeit ist eine dauerhafte Gabe von Antibiotika sinnvoll. Hier wird meist einmal im Monat Penicillin als Depot-Präparat gegeben. Das heißt, dass eine gleichbleibende Menge regelmäßig abgegeben wird, um Neuinfektionen wirksam abzuwehren.

Je häufiger eine Wundrose auftritt, desto höher ist das Risiko, dass die umliegenden Lymphbahnen durch die Infektionen in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Dann kann es zu einem Lymphstau und somit zu einem auch dauerhaften Anschwellen des betroffenen Körperteils kommen.

Im Allgemeinen heilt das Erysipel jedoch nach richtiger Behandlung folgenlos ab. Selten können bei sehr ausgeprägten Befunden Narben oder Hautverfärbungen bestehen bleiben.

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Dr. med. Kerstin Lommel

Chefärztin der Dermatologie
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