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Akne inversa/Hidradenitis Suppurativa: Unsere Hautärzte informieren

Die Akne inversa ist eine schwerwiegende, entzündliche Erkrankung der Haut. Eine medizinische Behandlung bringt Patienten wieder Lebensqualität zurück.

Was ist Acne inversa oder Hidradenitis suppurativa?

Acne inversa ist der heute in Deutschland gebräuchliche Name einer entzündlichen Erkrankung. Da diese häufig unter den Achseln vorkommt, ging man früher von einem Ursprung an den Schweißdrüsen aus, woher der Name Hidradenitis suppurativa, Schweißdrüsenentzündung, stammt. Der heutige Name Acne inversa beschreibt die Platzierung der Akne an innen gelegenen Hautstellen, vor allem in den großen Körperfalten wie an den Leisten, in der Achselhöhle und rund um Gesäß und Geschlechtsorgane.

Verschiedene Gegebenheiten begünstigen Acne inversa, sind jedoch nicht deren Auslöser. Eine genetische Veranlagung ist aufgrund der familiären Häufung der Krankheitsfälle äußerst wahrscheinlich.

Die Ursachen der Erkrankung werden noch immer erforscht. Erwiesenermaßen problematisch sind:

  • Rauchen: Patienten, die an einer Acne inversa leiden, sind zum Großteil Raucher. Rauchen fördert Entzündungen und verengt die Gefäße und die Haarfollikel.
  • Übergewicht: Durch vermehrtes Schwitzen und aufeinanderliegende Hautschichten entstehen warme Hautmilieus, die Entzündungen begünstigen.
  • Zuckerkrankheit: Diabetes mellitus führt zu einer geschwächten Abwehrfähigkeit der Haut.

Diese Faktoren verstärken den Krankheitsverlauf. Es leiden jedoch auch Menschen an Acne inversa, bei denen keiner dieser Faktoren vorliegt.

Ähnlich wie bei der gewöhnlichen Akne füllen sich Haarfollikel, also der Wurzelsack eines Haares, und die Talgdrüsen an der Haarwurzel immer mehr mit Hornmaterial an und verstopfen. Es kommt zu einer Infektion durch Bakterien, meist durch den weit verbreiteten Erreger Staphylococcus aureus.  

Die Entzündungszyste in der Talgdrüse zerreißt und die eitrige Entzündung breitet sich im Gewebe aus. Es entstehen Abszesse, das sind in und unter der Haut liegende, mit Eiter gefüllte Knoten.

Um den Eiter  abzuführen, entwickeln sich Fisteln, also entzündliche Öffnungen auf der Haut, aus denen auch unkontrolliert Eiter austreten kann. Zudem kann die Entzündung ein Gangsystem in den Lymphgefäßen bilden, das auch die Schweißdrüsen mit einbeziehen kann. Durch die Entzündungen entstehen oft sehr schlecht heilende, offene Wunden.

Der lang andauernde Entzündungsprozess bei der Acne inversa hat Folgen für den gesamten Körper. Patienten weisen häufig problematische Blutwerte auf und leiden vermehrt unter Erkrankungen wie Blutarmut und Nierenschwäche.

Menschen mit Acne inversa sind durch die tägliche Wundversorgung, die Schmerzen und die Scham über die Symptome der Krankheit häufig stark in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Langwierige Heilungsprozesse, häufige stationäre Behandlungen und entsprechend lange Fehlzeiten schränken die Patienten im beruflichen Alltag stark ein. Manche isolieren sich und entwickeln Depressionen. In bestimmten Fällen können Acne inversa–Patienten eine Schwerbehinderung beantragen.  

Zu Behandlungsbeginn steht die Aufklärung über die Erkrankung im Mittelpunkt. Die Patienten lernen einige lindernde Maßnahmen kennen, die äußerlich angewendet werden und rasch erste Wirkung zeigen. In der Folge besprechen wir das weitere Vorgehen.

Es gibt durchaus Medikamente, die das Entzündungsgeschehen bei der Acne inversa verbessern können. Leider ist das nicht immer ausreichend oder dauerhaft. Entsprechend ist nach wie vor die operative Therapie die Behandlung der Wahl.

Überblick über mögliche Therapien:

  • Wir wenden Medikamente wie z.B. Antibiotika an. Ebenso behandeln wir mit Entzündungshemmern und dem Lebendwirkstoff Adalimumab, ein im Immunsystem wirkender Antikörper.
  • Entzündungshemmende Auflagen oder Cremes sowie antiseptische Seifen werden direkt an den betroffenen Stellen angewendet.
  • Regelmäßige Drainage entzündeter Stellen können die Patienten unter Anleitung selber durchführen.
  • Gegebenenfalls erfolgt eine hormonelle Behandlung bei Frauen mit zu viel männlichen Geschlechtshormonen.
  • Kortisonbehandlung zur Unterstützung der Wundheilung.
  • Hautchirurgie wird häufig nötig bei größeren befallenen Hautstellen, offenen Wunden, länger anhaltenden oder häufig wiederkehrenden Entzündungen.

Um die Heilung zu unterstützen, wird den Patienten dringend eine Änderung des Lebensstils angeraten, falls solche Faktoren vorliegen:

  • Gewichtsreduktion
  • Nikotinentzug
  • Tragen lockerer Kleidung um Reibungen zu vermeiden
  • Verzicht auf Rasuren und parfümiertes Desodorant

Obwohl die Behandlung lang andauert und viel Mitwirkung des Patienten erfordert, kann sie letztlich zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen.

Sprechen Sie uns an

Wir haben viel Erfahrung mit der Behandlung von Akne inversa und begleiten Sie gern durch die Therapie. Machen Sie einen Termin in einer unserer Sprechstunden.

Kontakt

Dr. med. Kerstin Lommel

Chefärztin der Dermatologie
Dr. med. Kerstin Lommel

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