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Eine Erfolgsgeschichte: Die Augenheilkunde forscht, entwickelt und therapiert zum Wohle der Patienten

Seit ihrer Gründung 1951 forscht und behandelt die Augenheilkunde in Berlin-Buch. Dabei stehen Erkenntnisse zu neuen Methoden in Diagnostik und Therapie und deren Anwendung zum Wohle der Patienten im Mittelpunkt.

Bereits seit der Wende zum 20. Jahrhundert Anstaltsgelände, wurde der heutige Campus bis 1915 mit den typischen Rotziegelgebäuden bebaut. In den 1930er Jahren wurde der Wandel von Europas größter Wohlfahrtseinrichtung zu Akut-Krankenhäusern vollzogen, aus denen 1963 das Städtische Klinikum Berlin-Buch entstand und später dann das Helios Klinikum Berlin-Buch wurde.

Gründung und Etablierung

Professor Georg Günther gründete die Augenklinik 1951. Sie war im Haus 203 des heutigen Campus C.W. Hufeland untergebracht. Günther war als Oberarzt kommissarischer Direktor der Charité-Augenklinik und leitete in Personalunion die Augenklinik in Buch bis zu seinem Ruf an die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald 1953. Dort wurde er später klinischer Lehrer des späteren Chefarztes der Bucher Augenklinik Privatdozent Dr. D.E. Möller. Günther war ein hervorragender Kliniker und begnadeter Operateur. Er entwickelte das erste Gerät der DDR zur objektiven Sehschärfebestimmung und war Gründungsmitglied der European Ophthalmic Pathology Society (EOPS).

Günthers Nachfolger in der Leitung der Bucher Augenklinik war Dr. Karl Koch. Er promovierte 1925 in Greifswald und erhielt 1929 die Facharztanerkennung. Nach der Übernahme der Chefarztstelle der Bucher Augenklinik leitete er in Personalunion auch die Augenklinik des Krankenhauses Pankow.

Sein Nachfolger wurde 1962 Professor Viktor Kittel, der vorher Oberarzt der Universitäts-Augenklinik der Charité Berlin war. Zu seinen wissenschaftlichen Leistungen zählen Arbeiten über die Durchblutungsstörungen des Auges und ihre Therapien.

Entwicklung zum Forschungsstandort

1976 übernahm Professor Karl-Peter Lommatzsch die Leitung. Auch er war vorher Oberarzt der Charité-Augenklinik. Er gestaltete die Klinik zum ophthalmologischen Tumorzentrum der DDR und einem ophthalmoonkologischen Zentrum von europäischem Rang. Hatte die Entwicklung der Ruthenium-Applikatoren zur Behandlung des Uvea-Melanoms durch ihn bereits in der Charité begonnen, nahm sie von Buch aus ihren Weg in die Welt. In den 70er Jahren begann unter seiner Leitung an der Klinik die Implantation der ersten Intraokularlinsen der zweiten Generation in der damaligen DDR (Fjodorow-Linsen). Kurz bevor Professor Lommatzsch nach Buch kam, hatte er  eine Gastprofessur in den USA wahrgenommen. 1982 ging er and die Universitätsklinik Leipzig.

Professor Gerhard Goder führte als Klinikleiter Anfang der 80er Jahre die IC-Extraktion bei Grauem Star mit Implantation der Hinterkammerlinse erstmalig in der DDR ein. Unter seiner Leitung verfügte die Klinik bereits vor 1989 u.a. über eine Phakomaschine (Ultraschallgerät für die Operation des  Grauen Stars), ein Argon- und YAG-Lasergerät sowie über ein automatisches Perimeter zur Bestimmung des Gesichtsfeldes.

Zu dieser Zeit nahm die Klinik nicht nur ihre Aufgaben vorrangig im augenärztlichen Handeln, sondern auch in der Weiterbildung und Forschung im Rahmen der damaligen Akademie für ärztliche Fortbildung wahr. Seither fanden und finden an der Bucher Augenklinik regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen statt, damals auch als Operationsdemonstrationen.

Zu den Schwerpunkten der Bucher Klinik in den 80er Jahren gehörten neben der Onkologie die Ophthalmopathologie, die Kataraktforschung, Probleme der Wundheilung sowie die Immunologie. Eine Gastdozentur führte Professor Goder nach Finnland sowie in die USA. Professor Goder war als einziger DDR-Vertreter Mitglied der European Ophthalmic Pathology Society (EOPS).

Im Rahmen eines Forschungsprojektes als Großstudie zu Arzneimittelnebenwirkungen an der Linse des menschlichen Auges kam eine Scheimpflugkamera (Gerät, das perspektivenbedingte Unschärfen in der Abbildung umgeht) an die Klinik. Diese war das einzige Gerät im damaligen Ostblock. Die Scheimpflugfotografie wurde vom Physiker der Klinik Dr. Huebscher zur Scheimflug-Videografie weiterentwickelt. Professor Goder leitete die Bucher Augenklinik bis Ende 1991.

1992 wurde sein Stellvertreter, Privatdozent Dr. med. Dieter-Erich Möller, zunächst kommissarischer Leiter und dann als Chefarzt bestätigt. Damit schloss sich der Kreis zum Gründer der Bucher Augenklinik, Professor Günther, der Doktorvater und klinischer Lehrer von Möller war.

Ausbau der Präzisionstechnologie in Diagnostik und Therapie

Mit der Wende erlebte auch die Augenklinik Buch entscheidende Veränderungen. War sie zuvor schon gut eingerichtet, konnten seit den 1990er Jahren die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten noch erweitert werden.

Bereits 1990 erhielt die Klinik den zweiten OP-Saal. Nicht zuletzt deswegen konnten in der Klinik zur Jahreswende 1992/93 mit ambulanten Eingriffen im Auge (intraokulär), vor allem Katarakt-Operationen, begonnen werden.

Nach der Privatisierung des Klinikums 2001 zum Helios Klinikum Berlin-Buch, erfolgte 2004 der Umzug der Klinik in das Haus 202. Hier wurde ein OP-Bereich mit zwei nebeneinanderliegenden Operationssälen eingerichtet.

Anfang 2005 übernahm Priv.-Doz. Dr. med. Jörn Kuchenbecker die Leitung der Fachabteilung Augenheilkunde im Helios Klinikum Berlin-Buch. Er war zuvor als Oberarzt an der Universitäts-Augenklinik Magdeburg tätig. Unter seiner Leitung konnten verschiedene neue Diagnose- und  Operationsverfahren eingeführt werden. Besondere Schwerpunkte sind die sichere und schonende laser-assistierte Hornhautchirurgie.

2017 erfolgte die Einführung zweier hochpräziser Femtosekunden-Laser. Operationen am Grauen Star und Korrekturen bei Stabsichtigkeit führt Priv.-Doz. Dr. med. Jörn Kuchenbecker mit dem Femto-Laser aus.