Die Schaufensterkrankheit: wenn die Beine öfter eine Pause brauchen

Durchblutungsstörungen in den Beinen führen zu Schmerzen. Betroffene bleiben häufiger stehen und pausieren wie bei einem Schaufensterbummel, was der Krankheit den populären Namen gab.

Die so genannte Schaufensterkrankheit ist eine Durchblutungsstörung der Beine. Sie heißt medizinisch periphere arterielle Verschlusskrankheit oder kurz pAVK. In Deutschland leiden fast 5 Millionen Menschen an dieser Erkrankung und fast 60 Prozent aller Amputationen sind darauf zurückzuführen. Jeder fünfte Patient über 65 Jahre ist betroffen. Insgesamt trifft es Männer viermal häufiger als Frauen.

Ursachen

Verschiedene Ursachen können der Erkrankung zu Grunde liegen, oft ist es auch eine Kombination aus mehreren Risikofaktoren: zu wenig Bewegung, die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), zu hoher Blutdruck, Fettstoffwechselstörungen, starkes Rauchen – früher hieß die Krankheit auch häufig Raucherbein. Hinzu kommen oftmals genetische Faktoren wie eine familiäre Vorbelastung. Neben den Risikofaktoren spielt auch das Alter eine wichtige Rolle.

Symptome und Verlauf

Schon ein kurzer Spaziergang ist eine Herausforderung. Es kommt zu Schmerzen und Muskelverhärtungen, Krämpfe zwingen zur Pause, ein Weitergehen scheint unmöglich.

Hinter dieser Durchblutungsstörung der Beine verbirgt sich eine gefährliche Erkrankung: Atherosklerose. Ablagerungen in der Gefäßwand, so genannte Plaques, verursachen Verengungen, teilweise sogar Verschlüsse, in den Blutgefäßen. Die Muskeln erhalten dadurch nicht mehr ausreichend Sauerstoff und wichtige Nährstoffe. Zunächst kommt es nur zu einer Verkürzung der schmerzfreien Gehstrecke, ohne Behandlung führt die mangelnde Durchblutung jedoch zu schwerwiegenden Folgen.

Risiken

Ohne Therapie führt die periphere arterielle Verschlusskrankheit zu einer Minderdurchblutung der Beine, es kommt zum Absterben von Gewebe, meist an den Füßen. Lösen sich Ablagerungen in den Beinen, können sie tiefer gelegene Gefäße verstopfen. Dann werden die Beine gar nicht mehr mit Blut versorgt und das Gewebe stirbt in kürzester Zeit ab. Das absterbende Gewebe wiederum führt möglicherweise zu Infektionen und auch andere Gefäße im Körper können erkranken: Das Risiko eines Herzinfarkts, Schlaganfalls oder einer Aneurysmaruptur ist bei den Betroffenen deutlich erhöht.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist es, die Durchblutung des Gefäßes wieder zu ermöglichen und das Forschreiten der Arteriosklerose aufzuhalten. Neben Änderungen in der Lebensweise und medikamentöser Behandlung kommen heutzutage vorrangig Katheterinterventionen wie Ballondilatationen und Stentimplantationen zur Anwendung. Auch Operationen können erforderlich sein: Verkalkungen in den Gefäßen können ausgeschält oder durch einen Bypass umgangen werden.

Sprechen Sie uns an

Prof. Dr. med. Michael Ritter

Chefarzt der Klinik für Angiologie, Diabetologie und Endokrinologie

Telefon

(030) 9401-54900

Zu den Details der Behandlung oder Therapie informieren wir Sie gern persönlich.