Bösartige Weichteilsarkome des Bauchraums

Weichteilsarkome sind eine insgesamt seltene bösartige Erkrankung, die ihren Ursprung im Weichgewebe des Körpers findet.

Bei dieser Tumorart handelt es sich um eine heterogene Gruppe mit sehr unterschiedlichen Ursprungsort und Wachstumsverhalten. Bei ca. 7000 neudiagnostizierten Sarkomerkankungen pro Jahr in Deutschland sind nur ca. 15% dieser Tumore im Bereich der Bauchhöhle bzw. im so genannten Retroperitoneum zu finden. 

Als wichtige Gruppe sind die gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) mit Ursprung im Bereich des Magen-Darm-Trakts sowie einer Neuerkrankungsrate von ca. 1500 Fällen pro Jahr in Deutschland gesondert zu werten. 

Von der Diagnose zur Behandlung

Bei Erstdiagnose oder Verdachtsdiagnose für ein Weichteilsarkom, welche nicht selten als Zufallsbefund im Rahmen einer anderweitigen Diagnostik gestellt wird, erfolgt zunächst die weiterführende Umfelddiagnostik mittels Schichtbildgebung (MRT oder CT), um die Größe des Tumors zu bestimmen sowie zu den anliegenden Organen abzugrenzen.

Ggf. sind weitere endoskopische Untersuchungen von Magen und Darm (Magen- und Darmspiegelung) erforderlich. Zentral ist die repräsentative Biopsie des Tumors und feingewebliche Begutachtung bzw. auch Mutationsanalyse des Tumors.

Zum einem soll hierdurch eine möglichst spezifische Therapie geplant werden, zum anderen sollen differentialdiagnostisch mögliche andere Tumore ausgeschlossen werden. Hierfür stehen endoskopisch oder bildgebend assistierende Verfahren wie Ultraschall oder auch die Computertomographie zur Verfügung.

Die Therapie

Anhand der Ergebnisse aus Diagnostik und Biopsie wird die weitere Therapie des Patienten / der Patientin individuell festgelegt. Grundsätzlich werden alle Patientinnen und Patienten in unserem speziellen Sarkomboard interdisziplinär diskutiert, um eine am neuesten Wissenstand orientierte Behandlungsempfehlung auszugeben. Gleiches gilt für Patientinnen und Patienten mit einem histologisch gesicherten GIST. 

Fachübergreifende Zusammenarbeit

Neben der chirurgischen Entfernung des Tumors ist in Abhängigkeit von der Tumorbiologie eine vorgeschaltete Therapie (Chemotherapie, Hyperthermie, Strahlentherapie) zu diskutieren.

Die Operation der abdominalen Sarkome erfolgt in unserer Klinik, Sarkome der Extremitäten werden in der Tumororthopädischen Klinik behandelt. 

Alle weiteren möglichen Therapieformen werden in unserem Sarkomzentrum in Kooperation mit den beteiligten Kliniken sowie der Strahlentherapie angeboten.

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Entfernung des Tumors

Die Tumore im Bauchraum können eine erstaunliche Größe erreichen. Neben der Entfernung des Tumors ist in Abhängigkeit von der Lage sowie auch Tumorbiologie die Resektion anliegender Organe wie beispielweise Dickdarm oder Niere notwendig. Bei einem GIST kann die partielle oder vollständige Entfernung eines Organs in Abhängigkeit von der Lokalisation erforderlich sein. 

Die Nachsorge

Nach der Operation werden sie eine Weile brauchen, um sich von dem Eingriff zu erholen. Nach Durchstehen der Akutphase empfehlen wir eine Anschlussheilbehandlung. Zusammen mit unserem Sozialdienst werden weitere Schritte eingeleitet. 

Nach Erhalt des endgültigen histopathologischen Untersuchungsbefundes erfolgt die nochmalige Falldiskussion im Tumorboard, ggf. werden weitere therapeutische Schritte empfohlen. Weiterhin werden wir die Einleitung der Tumornachsorge in unserem Sarkomzentrum organisieren.
 

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Dr. med. Marcus Steinbach

Oberarzt- Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie
Dr. med. Marcus Steinbach

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Chirurgische Ambulanz im EG, roter Bereich, C1-E. Nehmen Sie direkt über unsere Hotline Kontakt zu uns auf: 

Tel.: (030) 94 01-12720
Montag bis Freitag von 8.00 bis 15.00 Uhr

Bitte bringen Sie alle Vorbefunde mit sowie aktuelle Bildgebung (CT, MRT etc.) auf CD.