Bauchspeicheldrüse

Chirurgische Interventionen oder Operationen der Bauchspeicheldrüse können notwendig werden bei gut oder bösartigen Neubildungen sowie auch bei einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Operationen im Rahmen einer akuten Entzündung werden nur noch sehr selten im Rahmen schwerster Krankheitszustände durchgeführt.

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Was macht die Bauchspeicheldrüse?

Die Bauchspeicheldrüse oder auch Pankreas ist ein Organ mit sowohl exokriner als auch endokriner Funktion, d.h. es werden zum einen Enzyme für die Verdauung von Zuckern, Proteinen und Fetten in den Zwölffingerdarm ausgeschüttet. Zum anderen erfolgt die Steuerung des Blutzuckers über die Bildung und Ausschüttung von Hormonen wie Insulin oder Glucagon.

Anatomisch wird die Bauchspeicheldrüse in die Bereiche Pankreaskopf, Hals & Körper sowie Schwanz eingeteilt. Sie liegt versteckt vor der Wirbelsäule und den großen Schlagadern sowie hinter dem Magen. Das Organ wird von dem Pankreasgang drainiert, welcher zusammen mit dem Gallengang in einer gemeinsamen Öffnung in den Zwölffingerdarm mündet.

Chirurgie

Operationen können in Abhängigkeit von dem Befund und Ziel der Operation in offener sowie auch minimal-invasiver Technik erfolgen.

Bei gutartigen oder bösartigen Veränderungen im Bereich des Pankreaskopfes muss die vollständige Entfernung des Pankreaskopfes erfolgen. Aus anatomischen sowie auch onkologischen Gründen erfolgt dabei zusätzlich die Entfernung des anliegenden Duodenums und ggf. auch Anteile des Magens. Tumore in Schwanzbereich werden als sogenannte Pankreasschwanzresektion oder auch distale Pankreasresektion entfernt.

Bei Veränderungen im Bereich des Pankreaskörpers müssen je nach Lokalisation des Tumors unterschiedliche Teile der Bauchspeicheldrüse & eventuell auch benachbarte Organe entfernt werden. Kleinere Tumoren können unter bestimmten Umständen auch organerhaltend als sogenannte Enukleation entfernt werden.

Das Vorgespräch

In Abhängigkeit von der Erkrankung sowie Lokalisation wird im Vorfeld der Operation ein ausführliches Gespräch über Art der Operation, Durchführung sowie auch postoperative Veränderungen (z.B. Einnahe von zusätzlichen Verdauungsenzymen oder Insulintherapie) mit Ihnen geführt.

Pankreatitis

Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse muss unterschieden werden in die akute sowie die chronische Form. Die akute Pankreatitis wird in milde und schwere Verlaufsformen eingeteilt. Hauptursache für die akute Pankreatitis ist die biliogene Pankreatitis (45%), d.h. die Passage eines Gallensteins durch den Gallengang mit Auf- und Rückstau in Gallen- und Pankreasgang.

Neben Bergung des sogenannten Gallengangssteins und konservativen Maßnahmen, d.h. Schmerztherapie, Flüssigkeitszufuhr und ggf. Antibiotika, ist die operative Entfernung der Gallenblase als Sekundärprophylaxe im Verlauf ein wichtiger Behandlungsschritt. Hierdurch werden zukünftige Entzündungsschübe verhindert.

Schon gewusst?

Die zweithäufigste Ursache für die akute Pankreatitis ist der chronische Alkoholmißbrauch (35%).

Eine ausgeprägte akute Pankreatitis ist eine lebensgefährliche Erkrankung und wird soweit möglich konservativ oder mittels interventioneller Maßnahmen behandelt. Nur in seltenen Fällen und bei schwersten Verlaufsformen ist die operative Freilegung der Bauchspeicheldrüse und Ausräumung von Entzündungsherden notwendig. 

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Was bedeutet chronische Pankreatitis?

Die chronische Pankreatitis kennzeichnet sich durch eine immer wiederkehrende Entzündung des Organs mit ausgeprägter Schmerzsymptomatik sowie zunehmenden Verlust sowohl der exokrinen als auch der endokrinen Funktion. Hauptursache ist der fortgesetzte Alkoholkonsum. Darüber hinaus sind familiäre sowie autoimmune Erkrankungsformen bekannt.

Im Rahmen der Entzündung kommt es zu einer Vernarbung und auch Steinbildung in der Bauchspeicheldrüse, welche wiederum zu einem Aufstau des Hauptpankreasgangs führen können. Weiterhin können narbige Veränderungen im Bereich der anliegenden Strukturen wie Zwölffingerdarm und Gallengang entstehen.

Im Vordergrund für den Patienten / die Patientin stehen die massive Schmerzproblematik sowie der schrittweise Funktionsverlust des Organs.

Neben der endoskopischen Entlastung des Gallengangs kann die operative Entlastung mittels Drainage-Operation oder Entfernung von Teilen des Organs durchgeführt werden. Dabei wird in Abhängigkeit von Bildgebung und endoskopischen Befunden die operative Strategie festgelegt und individuell mit dem Patienten / der Patientin besprochen.  

Neubildungen

Raumforderungen der Bauchspeicheldrüse müssen unbedingt weiter hinsichtlich einer möglichen bösartigen Entartung abgeklärt werden. Dabei werden zunächst solide von zystischen Läsionen unterschieden und versucht sie anhand bildmorphologischer Kriterien als gut- bzw. bösartige Tumore enzustufen.

Entsprechend erfolgt zwingend zunächst die weiterführende Bildgebung , wobei hier die Computertomographie, die Magnetresonanztomographie, Ultraschalluntersuchungen und bei speziellen Fragestellungen auch die Positronen-Emissions-Tomographie zur Verfügung stehen. Zur abschließenden histologischen Klärung kann auch die Punktion der Läsion erfolgen.

In Abhängigkeit von den Untersuchungsbefunden und interdisziplinärer Falldiskussion erfolgt die Empfehlung zur weiterführenden Therapie.

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Dr. med. Marcus Steinbach

Oberarzt- Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie
Dr. med. Marcus Steinbach

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