Leben ohne Steine: Nieren- und Harnsteine

Leben ohne Steine: Nieren- und Harnsteine

Die Behandlung von Nieren- und Harnsteinen ist zunehmend durch den Einsatz minimalinvasiver Verfahren geprägt. Heutzutage ist die Steintherapie nicht nur schonender für den Patienten, sondern durch moderne Techniken deutlich effektiver geworden.

Harnsteine können im gesamten Harntrakt vorkommen. Je nach Lokalisation des Steinleidens sprechen wir von Nierensteinen, Harnleitersteinen oder Blasensteinen.

Nieren- und Harnleitersteine können zu schmerzhaften Koliken führen. Hier erfahren Sie mehr darüber, wie wir die Steine entfernen.

Unsere Techniken bei der Nieren- und Harnsteintherapie

Kleine und mittelgroße Nierensteine werden heute in aller Regel mit der Stoßwellentherapie behandelt. Mithilfe der extrakorporalen Stoßwellen-Lithotripsie (ESWL) können wir Nieren- und Harnleitersteine mittels akustischer Druckwellen (Stoßwellen) in kleinste Fragmente zerkleinern, die dann spontan über den Harnleiter ausgeschieden werden.

Hinsichtlich der Wirkungsweise geht man davon aus, dass die energiereichen Stosswellen im Gewebe nicht nur krankhafte Kalkablagerung beseitigen, sondern Botenstoffe („Mediatoren“) freisetzen und die Neubildung von Blutgefäßzellen aktivieren können. Dadurch wird die Durchblutung gesteigert und der Gewebestoffwechsel verbessert. Das geschädigte Gewebe kann sich regenerieren.

Die Behandlungsdauer beträgt je nach Größe und Lokalisation des Steins ungefähr eine Stunde. Die Risiken der ESWL sind sehr gering.

Bei den endoskopischen Operationen gibt es zwei Zugangsmöglichkeiten:

 

1. Harnröhre und Harnblase

Semirigide und flexible Ureterorenoskopie unter einer Video-Fernsehbildübertragung             

                   
Der Urologe führt ein dünnes Endoskop mit drei bis vier Millimetern Durchmesser über die Harnröhre und die Harnblase in den Harnleiter und manchmal auch bis in die Niere vor.

Dieses gerade oder flexible Endoskop liefert ein Bild vom Inneren des Harnleiters und des Nierenhohlsystems. Das Instrument hat zusätzliche Anschlüsse für die Spülflüssigkeit und Arbeitskanäle. Somit können Steine – bei optimaler endoskopischer Sicht – mit der Lasersonde im Harnleiter und in der Niere zerkleinert und dann mit kleinen Zangen und Fangkörbchen endoskopisch abtransportiert werden.

Meist wird am Ende dieser endoskopischen Operation in Vollnarkose eine dünne Schiene in den Harnleiter eingelegt, die den Urinabfluss sichert und den Patienten nicht belastet. Diese Schiene wird später wieder entfernt.   

2. Endoskopisch über einen kleinen Hautschnitt (1 cm)

Nierensteine ab einer Größe von etwa einem Zentimeter werden mit der minimalinvasiven perkutanen Nephrolitholapaxie (PNL) endoskopisch entfernt.

Diese endoskopische Operation wird in lokaler Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt. Es wird über einen kleinen Hautschnitt (etwa ein Zentimeter) unter Ultraschallkontrolle ein Punktionskanal in die Niere gelegt und anschließend ein etwa bleistiftdickes Endoskop im Nierenbecken platziert.
Die Steine werden in der Niere mit der Lasersonde zerkleinert und dann durch das Endoskop herausgespült.

Diese endoskopische Operation ist mit einem stationären Aufenthalt von etwa fünf Tagen verbunden. Die Komplikationsrate ist bei einem erfahrenen Operateur sehr gering.

Unsere Klinik verfügt über weitere hochmoderne Geräte zur Behandlung von Harn- und Nierensteinen.     Mittels der Lasertherapie können wir größere und härtere Steine mit höchster Energie in Sekundenschnelle zertrümmern.

In einer kurzen Narkose wird die Lasersonde mit einem dünnen Endoskop in die Harnblase, Harnleiter oder in die Nierenkelche und dort an den Stein gebracht. Mit einer Spezialkamera verfolgt der Urologe auf dem Bildschirm die exakte Platzierung der Laserfaser sowie die Zertrümmerung des Steines.

Falls einmal unbeabsichtigt Gewebe dem Laserpuls ausgesetzt wird, kommt es weder zu Verletzungen noch Verbrennungen. Größere Steinfragmente werden mit speziell hierfür entwickelten Körbchen eingefangen und entfernt.

So erreichen Sie uns

Dr. med. Steffen Hallmann

Chefarzt Urologie
Dr. med. Steffen Hallmann

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