Biologische Defektrekonstruktionen

Biologische Defektrekonstruktionen

Bei den biologischen Rekonstruktionen wird körpereigener Knochen und/oder Spenderknochen zur Überbrückung eines Defektes nach einer Knochentumoroperation angewendet. Das Ziel des Verfahrens besteht darin, das resezierte Knochensegment mit aus funktioneller Sicht gleichwertigem Knochen langfristig zu ersetzen. Bis zur definitiven Einheilung der Rekonstruktion ist eine zusätzliche osteosynthetische Versorgung erforderlich.

Das am häufigsten durchgeführte biologische Rekonstruktionsverfahren ist die Entnahme des patienteneigenen Wadenbeins und die Interposition im Defekt mit speziellen Techniken. Ein weiteres Verfahren ist die sogenannte „Kallusdistraktion“, bei der über eine „bewegliche Osteosynthese“ langsam neuer Knochen im Bereich des Defektes gezüchtet wird. Der Hauptvorteil dieser Methoden liegt darin, dass es mit einer dauerhaft stabilen Rekonstruktion mit sehr wenigen Spätkomplikationen zu rechnen ist, wenn die Knochenheilung abgeschlossen ist. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen weist der Knochen ein hohes Regenerationspotential auf und kann sich an unterschiedlichen Belastungen gut adaptieren.

Auf der anderen Seite dauert die Phase der Einheilung sehr lange und wird von eventuell erforderlichen postoperativen Chemotherapien und/oder Strahlentherapien negativ beeinflusst. In dieser Zeit ist die Entlastung oder die nur partielle Belastung der betroffenen Extremität notwendig, und Brüche im Bereich der Rekonstruktionen treten in den ersten Monaten häufig auf. Diese erfordern mehrere Revisionsoperationen, vor allem im Bereich der stärker belasteten unteren Extremität. Des Weiteren ist das Verfahren für die Rekonstruktion von Gelenkflächen nicht geeignet.

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Priv.-Doz. Dr. med. Dimosthenis Andreou

Leiter der Abteilung Tumororthopädie und Sarkomchirurgie - Klinik für Traumatologie und Orthopädie
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Quellen

Andreou D et al. Interdisciplinary diagnostic and treatment of bone sarcomas of the extremities and trunk. Handchir Mikrochir Plast Chir. 2015; 47:90-9