Mit radioaktiven Kunstharzkügelchen gegen Leberkrebs

SIRT - mit diesem innovativen nuklearmedizinischen Verfahren bekämpfen unsere Experten den fortgeschrittenen Leberkrebs: Kleine radioaktiv strahlende Kunstharzkügelchen greifen den Tumor gezielt im Körper an und sollen dort das weitere Wachstum aufhalten.

Die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT) ist eine Strahlentherapie zur Behandlung von Leberkrebs. 

Das gesunde Lebergewebe erhält sein Blut zum Großteil über die Pfortader und im kleineren Maße über die Leberarterie. Jedoch ist die Hauptblutzufuhr von Lebertumoren die Leberarterie. Diesen Unterschied nutzt die SIRT-Methode. Über einen Katheter werden radioaktive Mikrokügelchen in die Leberarterie eingebracht. Diese werden dann direkt zum Lebertumor „gespült“, wo die Strahlung gezielt wirken kann. Die kleinen Mikrokugeln enthalten ein radioaktives Isotop, das Betastrahlung abgibt. Die Strahlungsweite beträgt etwa einen Zentimeter. Dadurch kann die Strahlendosis direkt und gezielt gegen die Krebszellen gerichtet werden. Eine solche Effektivität kann durch eine äußere Bestrahlung nicht erreicht werden. 

Das SIRT-Verfahren bietet vor allem Patienten mit fortgeschrittenen Lebertumoren Hoffnung. Wenn eine Operation aufgrund der Größe des Tumors oder der Zahl der Metastasen nicht mehr möglich ist – und auch andere Verfahren, wie zum Beispiel die systemische Chemotherapie, kein oder nur ein begrenztes Ansprechen des Tumors bewirkt haben – können wir mit SIRT den Krebs durch die gezielte innere Bestrahlung direkt im Körper stoppen.

Professor Dr. med. Stefan Dresel

Der Ablauf

Unter einer Durchleuchtungskontrolle und Kontrastmitteleinspritzung (Angiographie) wird der Katheter bis in die Leberarterie geschoben. Nachdem jeweils die linke und rechte Leberarterie mit dem Katheter sondiert wurde, kann die eigentliche Behandlung durchgeführt werden. Im Anschluss an die Therapie erfolgt eine Bremsstrahlungsmessung zur Dokumentation der regelrechten Implantation und zum Ausschluss einer Verschleppung der Mikrosphären.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Therapie erfolgt in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit von Onkologen, spezialisierten Chirurgen, Nuklearmedizinern und Radiologen. Nach der SIR-Therapie ist ein stationärer Aufenthalt von mindestens 48 Stunden notwendig.  

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Prof. Dr. med. Stefan Dresel

Chefarzt Klinik für Nuklearmedizin
Prof. Dr. med. Stefan Dresel

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