Radiojodtherapie der Schilddrüse

Radiojodtherapie der Schilddrüse

Die Radiojodtherapie ist seit rund 40 Jahren eine wirkungsvolle und nebenwirkungsfreie Behandlungsmethode. Mit ihr werden gezielt überaktive Schilddrüsenanteile behandelt, dabei aber normal funktionierende Anteile geschont.

Welche Funktion hat die Schilddrüse?

Sie liegt unterhalb des Kehlkopfes an der Luftröhre und produziert Hormone, die für den menschlichen Organismus unentbehrlich sind. Wenn die Schilddrüse Probleme bereitet, schlägt sich dies auf den gesamten Organismus nieder. Sowohl ein zu wenig (Unterfunktion) als auch ein zu viel (Überfunktion) an Schilddrüsenhormonen kann zu ernsthaften Störungen von wichtigen Körperfunktionen führen. Aus diesem Grund sollte die Schilddrüse regelmäßig kontrolliert und bei entsprechender Diagnose behandelt werden.  

Wie wird die Schilddrüse untersucht?

Nuklearmedizinische Untersuchungen an der Schilddrüse werden mit Szintigraphie durchgeführt - einem Verfahren, bei dem durch die Injektion von leicht radioaktiven Stoffen bestimmte Vorgänge im Körper sichtbar gemacht werden. Das verwendete Mittel Technetium markiert dabei den Jodstoffwechsel der Schilddrüse.

So wird der regionale Jodstoffwechsel im funktionierenden Gewebe genau dargestellt. Über- und Unterfunktionen oder die Aktivität von Knoten in der Schilddrüse werden so präzise nachgewiesen. Die Szintigraphie hilft den Ärzten auch mögliche Tumore exakt zu bestimmen.  

Schilddrüsenerkrankungen

Bei einer Erkrankung der Schilddrüse muss nicht zwingend eine Operation das optimale Mittel sein. Es gibt die Möglichkeit einer Operation oder einer Therapie mit Radiojod.

Sollte es sich um einen bösartigen Tumor der Schilddrüse handeln, kann eine Operation Abhilfe schaffen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Schilddrüse kann vollständig oder teilweise entfernet werden. Das hängt von der Erkrankung der Schilddrüse ab. Die Betreuung nach der Operation ist selbstverständlich ebenfalls Bestandteil unseres Eingriffes. Die Fachambulanz für Schilddrüsenerkrankungen ist hierbei ein wichtiger Zusatz für Ihre Genesung.

Eine weitere Möglichkeit der Behandlung ist die Radiojodtherapie. Hierbei wird eine Form des radioaktiven Jods mittels einer Kapsel aufgenommen. Der Körper kann nicht unterscheiden, ob es sich um normales oder radioaktives Jod handelt. Das Jod wird vornehmlich in der Schilddrüse eingelagert, wo es die gut- oder bösartigen Erkrankungen bestrahlt. Diese Therapie verspricht sehr gute Erfolgsaussichten und kann mittlerweile auch bei Kindern und Jugendlichen angewendet werden. Bei den allermeisten der behandelten Patienten werden keinerlei Nebenwirkungen festgestellt. 

Was ist eine Radiojodtherapie ?

Die Radiojodtherapie ist seit rund 40 Jahren eine wirkungsvolle und nebenwirkungsfreie Behandlungsmethode. Mit ihr werden gezielt überaktive Schilddrüsenanteile behandelt, dabei aber normal funktionierende Anteile geschont. Zum Einsatz kommt dabei eine radioaktive Form des normalen Jods, das Sie als wichtigen Bestandteil der Nahrung kennen. Sie werden das radioaktive Jod in Form einer kleinen Kapsel zu sich nehmen. Es wird dann über die Blutbahn von den überaktiven Anteilen der Schilddrüse aufgenommen.

In über 90 Prozent aller Fälle kann mit einer einzigen Therapie die Überfunktion der Schilddrüse geheilt werden. Eine in wenigen Fällen erforderliche erneute Therapie ist problemlos möglich. Ein weiterer Vorteil dieser Therapieform ist, dass sie für den Patienten zu keinen Nebenwirkungen führt.  

Stationärer Aufenthalt

Bei dieser Behandlung müssen Sie sich darauf einstellen, mindestens zwei Tage in stationärer Behandlung zu sein. Aufgrund der Strahlung ist vom Gesetzgeber eine Mindestverweildauer unter ärztlicher Beobachtung vorgeschrieben. Die sehr positiven Genesungsaussichten unter sehr geringen Nebenwirkungen haben die Radiojodtherapie zu einem sehr probaten Mittel bei der Schilddrüsenbehandlung gemacht.

Wir helfen Ihnen weiter

Prof. Dr. med. Stefan Dresel

Chefarzt Klinik für Nuklearmedizin
Prof. Dr. med. Stefan Dresel

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