Stillen: Ein kostbares Geschenk für eine gesunde Zukunft

Stillen: Ein kostbares Geschenk für eine gesunde Zukunft

Indem Sie stillen, ernähren Sie Ihr Baby optimal ausgewogen, denn Muttermilch gibt auch den besten Schutz gegen Krankheiten von Geburt an.

Stillen: Das Beste für Ihr Kind

Das Stillen ist die natürlichste Möglichkeit Ihr Kind ausgewogen zu ernähren, optimal zu schützen und ihm von Anfang an Geborgenheit zu bieten. Die Zusammensetzung Ihrer Muttermilch ist einzigartig und nachgewiesen nicht wirklich kopierbar. Über 200 erforschte Inhaltsstoffe wie auch Wachstumshormone sind perfekt auf die Entwicklung Ihres Kindes – seines Gehirns wie Nervensystems abgestimmt. Eine Vielzahl von positiven Effekten macht das Stillen zum kostbaren Geschenk.

Nutzen Sie die Möglichkeit, mit Ihrem Kind nach der Geburt ununterbrochen Hautkontakt zu haben. Das erste Anlegen im Kreißsaal ist nur der Beginn eines besonderen Gefühls – der unbeschreiblichen Bindung zwischen Mutter und Kind.

Die Vorteile im Überblick

  • Muttermilch enthält alle Nährstoffe in der individuell richtigen Zusammensetzung für Ihr Baby.
  • Der Schutz vor Infektionen, besonders durch das so genannte Kolostrum, die ganz frühe Muttermilch, ist sehr hoch.
  • Allergien treten bei voll gestillten Kindern wesentlich seltener auf.
  • Die Gebärmutter zieht sich durch das Stillen wieder zusammen, dadurch ist der Blutverlust geringer.
  • Die Rückbildung des gesamten Körpers der Mutter wird gefördert.
  • Stillen spart Zeit und Geld.
  • Stillen macht die Mutter unabhängiger in der Tagesplanung mit dem Kind, denn sie kann das Kind überall und bei Bedarf stillen.
  • Durch das Saugen an der Brust wird darüber hinaus die optimale Ausbildung des Kiefers und der Mundmuskulatur gefördert. Eine optimalere Sprachentwicklung und weniger Zahnfehlstellungen sind die Folge.
  • Ein besonders für die Mütter vorteilhafter Effekt ist die Ausschüttung von Stillhormonen. Prolaktin und Oxytocin wirken entspannend und nehmen Stress von der Mutter.
  • und noch viele mehr ...

Der Milcheinschuss...

setzt meistens am zweiten bis dritten Tag nach der Entbindung ein. Die Milchproduktion kommt jetzt richtig in Gang. Das geschieht meistens ohne große Beschwerden, ist aber mit einer stärkeren Durchblutung und häufig mit einem Anschwellen der Brust verbunden. Das auftretende Spannungsgefühl und die Berührungsempfindlichkeit lassen nach etwa 2 Tagen wieder nach. Durch kurzes Anlegen auch zwischen den Mahlzeiten können Sie dem Spannungsgefühl effektiv entgegenwirken. Wenn Ihr Kind die Brustwarze nicht mehr richtig fassen kann, streichen oder pumpen Sie vor dem Stillen schon etwas Milch ab.

Stillen nach Bedarf ist die Voraussetzung für eine ausreichende Milchproduktion. So wird die Relation von Milchangebot und -nachfrage bestimmt.

Tipps & Hinweise

Vertrauen Sie auf Ihre gemeinsamen Fähigkeiten und lassen Sie sich durch kleine Anfangsprobleme nicht verunsichern. Trinkverhalten, Milchbildung und die Bedürfnisse von Mutter und Kind sind jeden Tag anders. Stillen ist ein Prozess, der Zeit und Geduld braucht.
Wir geben Ihnen Hinweise, am besten besprechen Sie sich aber mit Ihrer nachsorgenden Hebamme, die Sie und Ihr Kind kennt.

  • Beachten Sie frühe Hungerzeichen wie schmatzen, mit dem Mund suchen, am Finger nuckeln. Wenn Sie dann schon reagieren, lernt das Kind, dass kleine Zeichen verstanden werden und es nicht erst schreien muss.
  • Warten Sie nicht, bis das Kind schreit, da es dann oft nur schwer zu beruhigen ist und ein gutes Anlegen kaum mehr möglich ist.
  • Suchen Sie sich eine angenehme Position und nutzen Sie Stillkissen, eine Fußbank oder ähnliches, um sich bequem zu fühlen.
  • Massieren Sie anfangs vor dem Anlegen sanft die Brust, um den Milchfluss anzuregen.
  • Wenn der Mund des Babys weit geöffnet ist, ziehen Sie es zu sich heran. Das Kind sollte einen großen Teil des Warzenhofs im Mund haben.
  • Immer das  Kind zur Brust ziehen – nicht die Brust zum Kind schieben.
  • Drücken Sie nicht die Brust ein, um die Nase des Kindes freizuhalten. Wenn Sie den Po des Kindes näher an Ihren Körper ziehen, bekommt das Kind automatisch besser Luft.
  • Ziehen Sie nicht die Brustwarze aus dem Mund des Kindes während es noch saugt. Am besten schieben Sie Ihren kleinen Finger sanft in den Mundwinkel des Kindes, dann lässt es von alleine die Warze los.
  • Damit Ihr Kind gut die beim Saugen mitgeschluckte Luft aufstoßen kann, legen Sie es nach dem Stillen so über Ihre  Schulter, dass Brust und Bauch aufliegen.
  • Vermeiden Sie ein zu langes Anlegen in den ersten Tagen, um die Brustwarzen nicht zu stark zu belasten.

Sie haben die Wahl: verschiedene Stillpositionen

Wählen Sie immer mal wieder eine andere Position, damit Sie sich und Ihre Brustwarzen nicht einseitig belasten. Wechseln sie jedoch nicht während des Stillens, um dem Kind die Ruhe während der Mahlzeit zu lassen.

  • Stillen im Liegen: Auf der Seite liegend, Bauch an Bauch, das Köpfchen liegt in Höhe der Brustwarze. Es kann mit der unteren oder der oberen Brust gestillt werden, je nach Bequemlichkeit.
  • Wiegegriff im Sitzen: Das Köpfchen liegt in Ihrer Armbeuge. Ihre Hand hält den Po des Kindes.
  • Rückengriff im Sitzen: Das Kind liegt an Ihrer Seite, die Beinchen zeigen Richtung Rückenlehne. Ihr Unterarm stützt den Rücken des Kindes. Das Köpfchen wird mit der flachen Hand gehalten

Milchmenge und Stillzeit

Die Milchproduktion passt sich dem Bedürfnis des Kindes an. Stillen Sie Ihr Kind immer sobald und so lang es Hunger hat, so bleiben Milchproduktion und Ernährung im Gleichgewicht.
Zwischen dem 8. und 12. Lebenstag, in der 5. bis 6. Lebenswoche und im 3. Lebensmonat wächst das Kind und braucht mehr Nahrung. Legen Sie das Baby entsprechend häufiger an, die Milchproduktion wird sich  entsprechend dem höheren Bedarf Ihres Kindes regulieren.
Gönnen Sie sich dazwischen jedoch auch unbedingt Ruhephasen, um auch Ihre Bedürfnissen zu stillen. Nur, wenn Sie selber entspannt sind, bleibt das Stillen eine befriedigende Situation für Sie und Ihr Baby.

Sollte es trotz aller Bemühungen nicht klappen oder Sie haben sich gegen das Stillen entschieden, beraten wir Sie gerne zur  Flaschenfütterung mit Ersatznahrung.

Kostbares Stillen - wir begleiten Sie! Umfangreiche Informationsbroschüre zum Download

Wir sind für Sie da!

Pawel P. Morawski

Chefarzt Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Pawel P. Morawski

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(033631) 7-2281