Mit speziellen Lärmampeln dem Delir vorbeugen

Mit speziellen Lärmampeln dem Delir vorbeugen

Mit speziellen Lärmampeln in der Intensivmedizin leisten wir einen entscheidenden Beitrag gegen einen zu hohen Geräuschpegel und beugen damit dem gefürchteten Delir vor.

Auf den Intensivtherapiestationen herrscht häufig eine ungewohnte Geräuschkulisse: Überall ist lebensnotwendige Überwachungstechnik eingesetzt, die piept, surrt und brummt. Ärzte- und Pflegepersonal  tauschen Informationen aus, hinzu kommt grelles Licht. Vor allem ältere und künstlich beatmete Patienten können während des stationären Aufenthaltes ein sogenanntes Delir entwickeln. Als Ursache dafür gilt unter anderem ein erhöhter Lärmpegel.

Was ist eigentlich ein Delir?

Ein Delir ist ein Zustand geistiger Verwirrung, der sich vor allem durch Störungen des Bewusstseins und des Denkvermögens erkennen lässt. Hinzu kommt ein starker Bewegungsdrang. Auch körperliche Krankheitszeichen wie z.B. Fieber und starkes Schwitzen sind typische Anzeichen. Delirien treten besonders häufig bei älteren Menschen auf – sie beginnen plötzlich und müssen umgehend ärztlich behandelt werden.

Um Patienten bestmöglich vor einem Delir zu schützen, wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Auf beiden Intensivtherapiestationen hängen spezielle Lärmampeln, die anhand der Ampelfarben – grün, gelb und rot - die aktuelle Laustärke aufzeigen. Ist der Lärmpegel zu hoch, ändert sich die Farbe der Ampel von Grün in Rot. Das ist auch für die Mitarbeiter ein Zeichen, auf eine geräuscharme Arbeitsweise zu achten und den Lautstärkepegel wieder abzusenken.

Durch die leisere Arbeitsweise schützen wir nicht nur unsere Patienten, sondern auch Besucher und Mitarbeiter vor einer permanenten Lärmbelastung.

Dr. med. Stefan Wirtz, Chefarzt

Neben den Lärmampeln wurden noch weitere Maßnahmen umgesetzt. Das speziell geschulte Team der Intensivmedizin mobilisiert so früh wie möglich die Patienten. Nachts werden die Geräte abgedunkelt, um Patienten eine angenehme Nachtruhe zu schaffen. Nur die notwendigsten Tätigkeiten werden dann im Patientenzimmer durchgeführt. Besonders wichtig ist es auch, dass sich die Patienten wieder besser orientieren können. Dabei spielen die Angehörigen, aufgenommene Bilder und vertraute Gegenstände eine wichtige Rolle.

Sprechen Sie uns gerne an

Dr. med. Stefan Wirtz

Chefarzt Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
Dr. med. Stefan Wirtz

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