Leben retten ist einfach. Jeder kann es. Hundert Pro!
Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen schult Landrat und Angestellte im Landratsamt für den Ernstfall

Leben retten ist einfach. Jeder kann es. Hundert Pro!

Bad Kissingen

Für viele Menschen liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs wahrscheinlich schon einige Jahre zurück, wenn nicht gar bis zur Führerscheinprüfung. Zwischen dem 20. September und dem 16. Oktober finden deshalb die Woche der Wiederbelebung sowie der World Restart a Heart Day statt.

Für viele Menschen liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs wahrscheinlich schon einige Jahre zurück, wenn nicht gar bis zur Führerscheinprüfung. Zwischen dem 20. September und dem 16. Oktober finden deshalb die Woche der Wiederbelebung sowie der World Restart a Heart Day statt. Ziel dieser beiden Initiativen ist es, Menschen auf der ganzen Welt zu erreichen und in puncto Wiederbelebungsmaßnahmen fit zu machen. In Deutschland wurden Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen dazu aufgerufen, sich in diesem Zeitraum an dieser wichtigen Aktion zu beteiligen und andere darin zu schulen.

Auch das Helios St. Elisabeth-Krankenhaus hat sich mit einem Reanimations-Kurs im Landratsamt Bad Kissingen beteiligt. Vor Ort war Steffen Trautmann, leitender Oberarzt für Anästhesie und Notarzt im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus, mit seinen beiden Reanimationstrainer-Kollegen und Anästhesiepflegern Oliver Fehr und Jürgen Ackermann. Dabei gab er hilfreiche Tipps für den Ernstfall.

Wenn eine Person zusammenbricht, sollte umgehend überprüft werden, ob diese bei Bewusstsein ist und ob ihre Atmung normal ist. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte unverzüglich die Notfallnummer für den Rettungsdienst (Tel. 112) gewählt werden. Bis der Rettungsdienst eintrifft, vergehen aber oft kostbare Minuten. Minuten, die Leben retten können, wenn sofort eine Herzdruckmassage eingeleitet wird, denn durch effektives Drücken wird Blut aus dem Herzmuskel in den Kopf gepumpt. Das ergibt eine bis zu dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die betroffene Person ohne Schaden überlebt.

„Bei einem Herzstillstand gibt es kein wirksameres Medikament als eine Herzdruckmassage, um diese Situation zu überstehen“, so Trautmann. Aber auf das richtige Drücken kommt es an. 100 Mal pro Minute sei die richtige Druck-Frequenz. Wer Schwierigkeiten mit dem Rhythmus hat, kann sich zum Beispiel am Song „Staying alive“ oder „Atemlos durch die Nacht“ orientieren. Das mutet zwar im ersten Moment fast ironisch an, gibt aber einen guten Takt vor. Doch so eine Herzdruckmassage kann auch ganz schön auf die Kondition gehen, denn die wenigsten sind wohl geübt in diesen Dingen. Ein Abwechseln mit anderen Anwesenden ist daher der beste Ansatz bis professionelle Hilfe da ist. Wer komplett alleine ist, sollte einfach tun was er kann, natürlich ohne sich dabei selbst zu gefährden. Es gibt nur einen Fehler, den man tunlichst vermeiden soll: Nichts zu tun.

Die Leitstellen geben per Telefon klare Anweisungen, damit schon frühzeitig eine Herzdruckmassage erfolgt. Das Brustbein sollte mittig ca. 5-6 cm eingedrückt werden. „Und wenn Rippen dabei brechen?“, fragt eine Teilnehmerin des Kurses Trautmann. „Wenn Sie eine effektive Herzdruckmassage durchführen, werden Rippen möglicherweise brechen, bei Älteren wahrscheinlicher als bei Jüngeren“, so der erfahrende Notarzt. „Aber nur so bekommen die Rippen auch die Zeit, wieder zu heilen.“

Auch der Landrat von Bad Kissingen, Herr Thomas Bold, war bei diesem Crashkurs anwesend, um seine Kenntnisse in erster Hilfe aufzufrischen: „Es ist wichtig, dass jeder Einzelne weiß, dass er mit ganz einfachen Maßnahmen Leben retten kann.“ Derartige Initiativen seien darüber hinaus ein wichtiges Mittel, um breite Bevölkerungsschichten zu sensibilisieren und informieren, so Bold weiter. Wesentlich sei es, sich mit dieser Thematik zu befassen. Niemand müsse Angst haben, etwas falsch zu machen. Denn wichtig sei in erster Linie die Bereitschaft zu helfen. Und dies sollte auch stets als Botschaft solcher Veranstaltungen in die breite Bevölkerung kommuniziert werden.