Jeder kann Leben retten - auch in Zeiten von Corona
Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen filmt Video über richtige Reanimationstechniken

Jeder kann Leben retten - auch in Zeiten von Corona

Bad Kissingen

Am 16. Oktober ist der World Restart a heart day. Dieser Tag soll daran erinnern, wie wichtig Reanimationsmaßnahmen in medizinischen Notfallsituationen sind.

Denn häufig entscheiden wenige Minuten über Leben und Tod. Auch ungeübte Laien können jedoch in derartigen Situationen zu Lebensrettern werden, auch wenn viele Angst davor haben, etwas falsch zu machen. Denn Laienreanimation rettet Leben! Hauptsache ist, dass man bei Atemstillstand sofort reagiert und mit der Reanimation beginnt. 

„Der Brustkorb des Patienten sollte dabei die ganze Zeit über gedrückt werden“, so Steffen Trautmann, leitender Oberarzt am Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen. Um zu demonstrieren, wie man – besonders in Zeiten von Corona – richtig reanimiert, zeigen Trautmann und sein Team in einem kurzen Video, wie es geht. „Wir wollen hier zeigen, dass Wiederbelebungsmaßnahmen eigentlich ganz einfach sind und niemand Angst davor haben braucht“, so Trautmann. „Es ist nichts falsch, wenn man hilft. Falsch wäre es nur, nichts zu tun.“

Besonders während des aktuellen Infektionsgeschehens ist es wichtig, dass Ersthelfer bei einem Herzkreislaufzusammenbruch schnell reagieren. Gleichzeitig sollte man sich so gut wie möglich vor einer möglichen Ansteckung mit Covid-19 schützen. Man sollte sich selbst und der anderen Person einen Mundnasenschutz anlegen. Wenn man einen Schal oder Tuch zur Hand hat, kann man diese auch über den Patienten legen. „Die Atemspende muss man nicht machen. Allein der Druck auf den Brustkorb sorgt beim Patienten für genügend Luftaustausch, damit er mit Sauerstoff angereichert ist“, weiß Trautmann. Auch solle man nicht zu nah an das Gesicht des Patienten. Der Atemstrom könne genauso über den Bauch ertastet werden. 

Wiederbelebung in der aktuellen Lage heißt auch dann zu helfen, wenn eine etwaige Infektionsgefahr bestehen könnte. Mit den richtigen Maßnahmen kann man jedoch sich selbst und andere effektiv schützen und so trotzdem Leben retten. Denn kein Medikament erhöht bei einem Herzstillstand die Überlebenschance eines Patienten so sehr wie eine Herzdruckmassage. 

Hier der Link zum Reanimations-Video: 
https://youtu.be/dweclP5CtHk 

Anleitung zur Herzdruckmassage:
1. Sprechen Sie die Person an: „Hören Sie mich?“ Schütteln Sie an den Schultern: Keine Reaktion? - BEWUSSTLOSIGKEIT! 
2. Achten Sie auf die Atmung: Keine Atmung - ATEMSTILLSTAND!
BEWUSSTLOSIGKEIT UND ATEMSTILLSTAND - sofortige HERZDRUCKMASSAGE! 
Keine Zeit mit Pulstasten etc. verschwenden!  
3. Rufen Sie selbst die 112 an oder beauftragen Sie eine andere Person zum Notruf 112 und sagen Sie ruhig und deutlich wo Sie sind und was geschehen ist! Die Rettungsleitstelle unterstützt Sie mit der Anleitung zur Wiederbelebung. 
4. Falls die betroffene Person keine Maske trägt, legen Sie ein Tuch oder Kleidungsstück auf ihren Mund und bleiben Sie dem Gesicht möglichst fern. Sie selbst sollten eine Maske tragen.
5. Machen Sie den Brustkorb des Betroffenen frei und legen Sie Ihre Hände auf die Mitte des Brustkorbes. Halten Sie die Arme gestreckt und gehen Sie gerade mit den Schultern über den Druckpunkt. So können Sie effektiv reanimieren und ermüden nicht zu schnell. Drücken Sie das Brustbein 100-mal pro Minute 5-6 cm nach unten. Hören Sie nicht auf, bis das Notfallteam eintrifft! Wenn die Kraft nachlässt, bitten Sie Passanten um Hilfe um sich abzulösen. Selbst wenn kleinere Personen nicht genug Kraft haben, können Sie die Technik stärkeren Passanten zeigen und so Leben retten! 
Ein guter Tipp für den richtigen Rhythmus: Summen Sie bekannte Schlagerlieder, z.B. Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“ oder „Staying Alive“ von den Bee Gees, so haben Sie automatisch den richtigen Rhythmus und lenken sich gleichzeitig von der belastenden Situation ab.