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Wirbelsäule

Spondylitis/Spondylodiszitis

Infektionen der Bandscheiben und der Wirbelkörper treten häufig bei Patienten als Folge einer nicht bemerkten Infektion an anderer Stelle auf (Harnwegsinfekt, Ulcus cruris, Zahninfektionen).

Infektionen der Wirbelsäule treten vorwiegend bei älteren und immungeschwächten Patienten auf. Hierbei siedeln sich Keime im Bereich der Bandscheibenräume an, die nur gering durchblutet und damit ein ideales Umfeld für Bakterien sind, um sich ungestört zu vermehren. Selbst einfache Infektionen können auf diese Weise schwerwiegende Folgen haben.
 
Ein akuter Infekt der Bandscheibe greift schnell auf die Wirbelkörper über, kann zu einer Eiteransammlung (Abszess) führen und in einem lebensbedrohlichen Krankheitsbild mit Organversagen enden.


Behandlung:

Das vordringlichste Ziel ist, ein weiteres Fortschreiten der Infektion zu verhindern. Im ersten Schritt sollten Gewebe und Flüssigkeit aus dem betroffenen Teil der Wirbelsäule entnommen und untersucht (Biopsie) werden. Nach einer erfolgreichen Keimbestimmung wird eine so genannte "resistenzgerechte Antibiose" eingeleitet. Gelingt der Keimnachweis nicht, erfolgt die Antibiose gemäß der am häufigsten auftretenden Erreger (insbesondere "Staphylococcus aureus"). Häufig kann eine Spondylodiszitis im Anfangsstadium durch Antibiose und Ruhigstellung in einer Orthese konservativ zur Ausheilung gebracht werden.
 
Je nach Schwere der Infektion kann auch ein operatives Verfahren erforderlich sein. Droht ein Übergreifen der Infektion auf den Gesamtorganismus (z. B. Sepsis oder Abszess im Bauchraum), muss der Infektionsherd ähnlich wie ein Tumor radikal entfernt werden.


Was wir Ihnen anbieten können:

  • Die möglicherweise notwendige operative Vorgehensweise stimmen wir eng mit den Fachrichtungen von Anästhesie und Hygiene ab. So kann etwa eine unspezifische Antibiose vor der Operation sinnvoll sein, die nach Keimbestimmung aus dem operativ entfernten Gewebe angepasst wird. 
  • In Anlehnung an die Behandlung von Tumorleiden kommen bei der operativen Versorgung einer Spondylitis minimal-invasive Implantate zum Einsatz. Weil hierbei die Zugangswege so klein wie möglich gehalten werden, lässt sich das Risiko für mögliche Wundheilungsstörungen bei diesem Verfahren auf ein Minimum begrenzen.