Die Herzkatheteruntersuchung

Die Herzkatheteruntersuchung

Die Untersuchung mit dem Herzkatheter dient der Behandlung von Herzinfarkten und Erkrankungen der Herzkranzgefäße.

Bei einer Herzkatheteruntersuchung werden dünne Katheter nach örtlicher Betäubung über eine Einstichstelle unterhalb der Leistenbeuge, in der Ellen- beuge oder oberhalb des Handgelenkes bis zum Herzen vorgeschoben.

Über diese Katheter lassen sich in der Hauptschlagader (Aorta), der linken Herzkammer und den Herzkranzgefäßen die Druckverhältnisse messen und die linke Herzkammer und die Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel sicht- bar machen (Koronarangiographie). Der Arzt erkennt, ob, welche und wie viele Herzkranzgefäße verengt sind, die Lage und Form der Engstellen und die Pumpfunktion der linken Herzkammer.

Wenn die Untersuchung die Verengung einer Herzkranzader bestätigt, so kann in der gleichen Sitzung ein anderer Katheter mit einem kleinen Ballon an der Spitze an die Engstelle der Herzkranzarterie vorgeschoben und hier vorsichtig aufgeweitet werden (Ballondilatation/ PCI).

Die aufgedehnten Stellen werden häufig durch die Implantation von röhrenförmigen Drahtgeflechten aus Edelstahl oder anderen haltbaren und gewebeverträglichen Materialien (Stents) stabilisiert, um eine erneute Gefäßverengung oder gar einen Verschluss zu verhindern. Der Stent wird – auf einem Ballon vormontiert – mit hohem Druck entfaltet und verbleibt im Gefäß, während der Ballon wieder entfernt wird.

Mit modernen Techniken lassen sich auch kompliziert verengte oder chronisch verschlossene Gefäße rekonstruieren.

Die Ballondilatation verengter Herzkranzgefäße führt zu einer Verbesserung der Durchblutung des Herzmuskels sowie der Beschwer- den. Nach der Untersuchung wird der Katheter entfernt und die Einstichstelle durch einen Druckverband geschlossen. Im weiteren Verlauf ist die Einnahme bestimmter herzwirksamer Medikamente erforderlich.

In über 90 Prozent der Fälle gelingt es, verengte Herzkranzgefäße so zu erweitern, dass das Herz wieder ausreichend mit Blut versorgt wird und die normale körperliche Belastbarkeit wiederhergestellt wird. Trotz erfolgreicher PTCA und Stent-Implantation kann es jedoch bei etwa 10 - 30 Prozent der Patienten zu einer Wiederverengung kommen, die mit erneuten Beschwerden einhergeht. Diese kann in der Regel durch eine erneute Dilatation oder die Implantation von mit speziellen Medikamenten beschichteten Ballons oder Stents beseitigt werden, in manchen Fällen ist jedoch auch eine Bypass-Operation notwendig

Lebensretter Herzkatheterlabor

Mit der Eröffnung unseres Herzkatheterlabores im Jahr 2006 konnte die Versorgung der Patienten mit Herzinfarkt in der Region entscheidend verbessert werden. Im Jahr 2013 wurde das zweite Katheterlabor eröffnet – ein weiterer Meilenstein in der Patientenversorgung. Ein Messplatz steht nun für aufwendigere v. a. elektrophysiologische Untersuchungen einschließlich der Behandlung komplexer Herzrhythmusstörungen zur Verfügung, während am anderen Notfälle und normale Katheteruntersuchungen durchgeführt werden können. Neue innovative Verfahren (z. B. der Vorhofohrverschluss bei Vor- hofflimmern oder die Verödung von Nieren- arteriennerven zur Behandlung des medikamentös-therapierefraktären Bluthochdrucks) vervollständigen nun das Leistungsspektrum.