Genetik KANN eine Rolle spielen.

Krebserkrankungen sind überwiegend durch mehrere verschiedene Auslöser, die beim einzelnen Patienten zusammenkommen müssen, bedingt. In 5-10% handelt es sich aber um rein erbliche Erkrankungen. Folgende Konstellationen geben Hinweise auf erblichen Darmkrebs: Diagnose Darmkrebs vor dem 50. Lebensjahr, neben Darmkrebs noch eine weitere bösartige Erkrankung beim betreffenden Patienten, weitere Krebserkrankungen in der Familie des Patienten bei nahen Blutsverwandten, besondere histologische Merkmale des Tumors (Siegelringzellkarzinom, muzinöses Karzinom).

Wenn ein oder mehrere Merkmale zutreffen, besteht im Institut für Medizinische Genetik der Universität Dresden die Möglichkeit einer weiteren Abklärung. Im Rahmen eines Beratungsgespräches wird eine Stammbaumanalyse durchgeführt und gemeinsam mit dem Patienten entschieden, ob bei bestehender medizinischer Indikation eine weiterführende genetische Testung durchgeführt werden soll. Ziel ist es, durch den Erkenntnisgewinn bei Patienten mit erblichem Darmkrebs ein spezielles Schema anzubieten, das die Sicherheit des Patienten in Bezug auf weitere eventuell neu-auftretende Tumoren erhöht.

Auch für die Familie kann die Klärung von Vorteil sein: Viele Familienangehörigen fragen sich, ob sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Krebs entwickeln werden. In Fällen mit erblichem Krebs und nachgewiesener genetischer Veränderung kann eine Testung der gesunden Familienangehörigen einen genauen Aufschluss darüber bringen. Durchschnittlich die Hälfte der Gesunden wird die Veränderung nicht aufweisen. Dies entlastet die Betreffenden sehr, die Sorgen um ein erhöhtes Krebsrisiko waren diesbezüglich unbegründet. Bei den übrigen Angehörigen kann die Veränderung nachgewiesen und spezielle Maßnahmen auf die Betreffenden "maßgeschneidert" werden. Diese Patienten fühlen sich dann trotz des erhöhten Risikos gut versorgt, weil die fachlich richtigen Maßnahmen in einem für diese Spezialsituation kompetenten Umfeld in Anspruch genommen werden können.

Die entsprechende Labordiagnostik kann mittels einer Blutentnahme über das MVZ Onkologie im Helios-Klinikum Aue erfolgen.