Anästhesie

Verwirrt nach der OP?

"Delir" - so nennen Fachleute den Zustand starker Verwirrung nach einer Operation. Die Patienten verlieren das Zeitgefühl und wissen oft nicht, wo sie sich befinden.

Als Auslöser können ganz unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen - unter anderem eine Operation, ein besonders gravierender Eingriff, der oft mit Unsicherheit und Angst verbunden ist. Für Angehörige erscheint die vertraute Person bei einem Delir als ein vollkommen anderer Mensch. Etwa 25 Prozent der Patienten auf einer Normalstation und rund 80 Prozent der Patienten auf einer Intensivstation erleiden ein Delir, das sich oft innerhalb weniger Stunden entwickelt. Erst wirkt der Betroffene ein bisschen verwirrt, nach kurzer Zeit zeigen sich mehrere der unten beschriebenen Anzeichen. Klar zu unterscheiden ist ein Delir von einer beginnenden Demenz. Wird ein Delir rechtzeitig und adäquat behandelt, klingen die Symptome in der Regel rasch wieder ab.

Anzeichen eines Delirs

  • übereifrig, unruhig, aggressiv
  • apathisch, schläfrig
  • ablehnend oder sehr anhänglich
  • schlaflos
  • räumlich und zeitlich desorientiert (weiß nicht, dass er sich im Krankenhaus befindet)
  • wahrnehmungsgestört, sieht Dinge, die nicht da sind (häufig furchteinflößende Tiere, Schatten oder Ungeziefer), weist Geräuschen eine völlig andere Bedeutung zu
  • Tag-Nacht Rhythmus ist verschoben

Wie können Sie uns dabei unterstützen, einem Delir vorzubeugen?

  • Bringen Sie Ihre benötigten Hilfsmittel (Brille, Hörgerät, Rollator...) mit ins Krankenhaus
  • Tag-Nacht-Rythmus einhalten (wenn möglich, nicht den ganzen Tag im Bett verbringen)
  • Frühmobilisation
  • Schmerzen vermeiden (Melden Sie sich bitte, wenn Sie Schmerzen haben.)
  • Erhalten Sie Ihre Selbstständigkeit
  • Persönliche Gegenstände wie Fotos, Uhr, Kalender..., die zur Orientierung helfen
  • Lassen Sie sich nach Möglichkeit regelmäßig von Angehörigen und nahestehenden Bekannten besuchen.

Wie können Angehörige unterstützen?

  • Sprechen Sie mit dem Patienten, halten Sie seine Hand und beruhigen
  • Sprechen Sie deutlich
  • Nehmen Sie mögliche beleidigende Äußerungen nicht persönlich
  • Führen Sie ein Tagebuch, damit der Patient später das Erlebte besser nach- vollziehen kann
  • Lesen Sie vor (z.B. Lieblingsbuch, Tageszeitung)
  • Bieten Sie Essen und Getränke an
  • Wenn möglich, versuchen Sie kleine Strecken innerhalb der Station gemeinsam zu gehen

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Sorgen haben. Wir sind bei Fragen gern für Sie da.