Unsere Patientenlotsen

"Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Patient mit seinen Belangen, Wünschen und Bedürfnissen!"

Das sind Wir!

Seit nunmehr knapp  1 ¼ Jahr gibt es hier in unserem Klinikum uns, die  Patientenlotsen, ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerinnen mit langjähriger Berufserfahrung und einer Zusatzqualifikation als Pflegeberater.

Im Mittelpunkt unseres Aufgabengebietes stehen das Wohlgefühl und die Belange des Patienten. Wir helfen beispielsweise multimorbiden Patienten, die einer Hilfestellung während ihres stationären Aufenthaltes bedürfen, weil sie z. Bsp. keine familiäre Unterstützung - keine Bezugsperson haben, oder nicht in der Lage sind, den Kontakt dorthin herzustellen bzw. zu halten. Auch kämpft so Mancher mit Problemen, die sich auf den ersten Blick nicht erkennen lassen, wo tiefgreifende und zeitintensive Gespräche nötig sind, um sie anzugehen und zu bewältigen. Manche Krankheitsbilder erfordern eine komplette Umstrukturierung der bisherigen Lebensweise / -situation. Daran zerbricht der Eine oder Andere leicht, wenn er keinen ihm nahestehenden Gesprächspartner greifbar hat.

Viele unserer Patienten sind überfordert im Krankenhausalltag, fügen sich dem Procedere und  fühlen sich nicht selten überrumpelt. Sie wünschen sich mehr Aufklärung über notwendige Maßnahmen, Abläufe oder Eingriffe. Denn Unbekanntes löst oftmals Unsicherheit und Angst aus. Das wollen wir vermeiden. Oft ist eine zusätzliche Beratung notwendig, wo etwa ein Gewissenskonflikt besteht (Bsp. Patientenverfügung & Vorsorgevollmacht, wie geht es zu Hause jetzt mit meinem Haustier weiter - wer kümmert sich/wen können wir wie ansprechen, und ähnliches). Oftmals sind es Unklarheiten oder einfach nur Kleinigkeiten, die den Erkrankten zusätzlich belasten und immer mehr einen Leidensdruck hervorrufen. Durch täglich wiederkehrende Besuche unsererseits wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und intensiviert.

Besonders jetzt während der Coronakrise leiden die Patienten unter Einsamkeit, Hilflosigkeit und Unsicherheit. Die wohl schwerwiegendste Einschränkung stellt aktuell das Besuchsverbot dar, welches bei Langliegenden massive Stimmungstiefs verursacht. Wir können nur erahnen, wie man sich fühlt, wenn man seit Monaten seine Liebsten nicht mehr zu Gesicht bekommen hat.

Auch für uns ist die aktuelle Situation eine Herausforderung. Wir versuchen mehr denn je einfühlsam und geduldig auf die Sehnsüchte - nicht nur der Erkrankten - sondern besonders auch auf die der Angehörigen, einzugehen. Wir helfen Entscheidungen zu treffen, indem wir Informationen weitergeben und Behandlungspläne übermitteln – dort wo es der Patient nicht selbst schafft. Hierfür nehmen wir nicht nur an den Visiten teil, sondern führen oftmals auch zusätzliche Arztgespräche. Wir sind dafür da, Kontakte herzustellen und zu halten, Krankheitsbilder oder anstehende Untersuchungen für den Laien verständlich zu machen, und nicht zuletzt: um Versorgungslücken zu schließen.

Nicht selten sind wir in dieser Zeit auch ein „Laufbursche“. Auf dem Weg von Haus zu Haus werden oft Zeitschriften, Rätselhefte  und andere Sachen aus der Kantine oder dem Krankenhausshop organisiert, da diese momentan für die Patienten nicht zugänglich sind. Eine wunderbare Geste des Hauses ist die Möglichkeit, dass die anfallenden Telefonkosten via Patiententelefon am Bett voll und ganz erstattet werden. So hat der Kranke die Möglichkeit kostenfrei jederzeit seine Lieben anzurufen, insofern er dazu eigenständig in der Lage ist. Sollte Assistenz nötig sein, werden auch Zeitabsprachen getroffen und beim Anwählen der Kontakte wird geholfen. Wir unterstützen die Patienten auch dabei, mit ihren Angehörigen per Videoanruf Kontakt aufzunehmen. So durften wir schon dabei sein, wenn dem Uropa sein Urenkel vorgestellt wurde. Aber auch letzte Sichtkontakte bei einem nahenden Sterbeprozess hat es während dieser schweren Zeit schon gegeben. Das sind sehr emotionale Momente, die je nach Anlass entweder sehr glücklich machen oder aber eben dem Abschied dienen. Beides ist gleichermaßen wichtig.

Natürlich erfordern diese flexiblen Aufgaben auch einer flexiblen Einsatzbereitschaft unsererseits. So waren wir zu Beginn der 2. Welle nicht nur am Patientenbett, sondern auch als Kontaktperson im Eingangsbereich tätig.

Unser Einsatzbereich ist sicherlich sehr umfassend und bedarf einer großen Portion Fingerspitzengefühl. Aber unser wichtigstes Ziel ist es, den Patienten zufrieden zu stellen, den Angehörigen aufzuklären und zu beruhigen und dem Stationspersonal unter die Arme zu greifen. Und wir freuen uns, wenn uns das gelingt.