"Gutes zu tun empfinde ich als Geschenk"

"Gutes zu tun empfinde ich als Geschenk"

Wipperfürth

Gizem Kimyaci, 18 Jahre alt, ist im ersten Jahr ihrer Ausbildung zur Pflegefachfrau. Sie berichtet von Ihren Erfahrungen in den ersten Monaten, aber auch, welche besonderen Herausforderung die Corona-Krise an Auszubildende stellt.

Warum macht dir Pflege so viel Spaß?

Für mich ist das Schönste an der Tätigkeit die Dankbarkeit der Menschen.  Oftmals sind es nur kleine Dinge, mit denen ich aber direkt etwas Gutes tun kann. Besonders ältere Patienten freuen sich über die Unterstützung. Gerade für Patienten, die längere Zeit im Krankenhaus sind, ist es viel wert, wenn man mal fünf Minuten länger im Zimmer ist und mit ihnen spricht oder einfach nur zuhört. Und man sieht eben auch immer das Resultat der eigenen Arbeit – wenn der Patient sich langsam mit deiner Unterstützung erholt.

Du bist jetzt seit drei Monaten in Ausbildung. Wie sieht ein Arbeitstag zu diesem Ausbildungszeitpunkt aus?

Wenn ich Frühdienst habe, dann versorge ich am Morgen gemeinsam mit meinen Kollegen die Patienten, indem ich sie wasche, Blutzucker messe und das Frühstück verteile. Sollte ein Patient klingeln, suche ich diesen auf und versuche entweder direkt selbst zu helfen oder frage einen Kollegen um Hilfe. Als Auszubildende unterstütze ich die Kollegen wo ich kann: Ich fülle den Pflegewagen auf, räume auf, helfe bei Verlegungen und der Patientenentlassung und versuche so, allen ein wenig Arbeit abzunehmen. Auf der Station gibt es eigentlich immer etwas zu tun. Zudem haben wir in der Woche immer wieder praktische Anleitungen, bei denen uns neue Dinge beigebracht werden oder wir zeigen, was wir schon können. Dabei werden wir durch unsere Praxisanleiter geschult.

Gab es bereits schon echte Herausforderungen in deiner Ausbildung, die du überwinden musstest?

Ich war bereits dabei, als eine Patientin verstarb. Sie war eine Palliativpatientin, und ich habe im Zimmer mit ihr auf ihre Angehörigen gewartet.  In dieser Zeit war ich für die Patientin da, indem ich ihre Hand hielt. Dies ging mir ziemlich nah, auch wenn ich die Dame kaum kannte. Nach dieser Situation habe ich auch noch einmal mit meiner Kollegin über das Erlebte gesprochen. Es ist mir wichtig, offen auszusprechen, wenn mir etwas nahegeht und mich bewegt.  Drei Wochen später haben wir einen Brief der Angehörigen erhalten, in dem sie sich auch noch einmal ausdrücklich bei mir dafür bedankten, dass ich die Patientin so liebevoll begleitet habe. Das zeigt mir noch einmal, wie wichtig Empathie in meinem Beruf ist. Es sind die kleinen Dinge, die aus diesem Beruf eine Berufung machen.

Zu Beginn deiner Ausbildung war die Corona-Pandemie bereits ein halbes Jahr präsent und auch weiterhin beeinflusst sie unser aller Leben. Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf deine Ausbildung?

Besonders auf den schulischen Aspekt meiner Ausbildung hat das Virusgeschehen einen deutlichen Einfluss. Die ersten zwei Monate meiner Ausbildung starteten mit einem Schulblock. In der Schule mussten wir entsprechend lüften, es war eigentlich immer kalt im Klassenraum. Zudem vermisse ich Partnerarbeiten. Im April beginnt der nächste Schulblock, ich hoffe, dass sich die Situation bis dahin ein wenig verbessert. Ich möchte möglichst kein Homeschooling haben, da mir diese Form des Lernens einfach schwerer fällt.

Die Pandemie hat aber natürlich nicht nur Einfluss auf den schulischen Teil meiner Ausbildung, sondern auch auf den praktischen Einsatz auf der Station. Gerade jetzt in der Corona-Zeit ist der Zeitaufwand dort deutlich größer. So muss beispielsweise einfach noch mehr auf die Hygiene geachtet werden als sowieso schon. Vor dem Betreten eines Isolationszimmers muss immer die volle Schutzkleidung angezogen werden, sodass auch kurze Besuche des Patienten zu einem echten Zeitaufwand werden.

Zu Beginn war es außerdem besonders komisch, wenn man Kontakt mit einem Patienten hatte, bei dem ein Verdacht auf das Virus bestand und sich dieser Verdacht dann bestätigte. Da hatte man schon immer ein wenig Angst, dass man sich möglicherweise auch infiziert hat. Umso wichtiger ist es, sich so gut wie möglich vor dem Virus zu schützen und dies auch weiterhin nicht zu vernachlässigen.

Was nimmst du dir aus der Krise mit?

Pläne sind dazu da, geändert zu werden. Es kann sein, dass Dinge passieren, die wir nicht voraussehen können. Ich musste lernen, wirklich immer sehr flexibel zu sein – nicht nur im Job, sondern natürlich auch im privaten Umfeld.

Als einen positiven Aspekt nehme ich all die Hygienemaßnahmen wahr. Natürlich bedeutet es einen deutlichen Mehraufwand. Doch ich glaube, durch dieses Virus ist uns allen noch bewusster geworden, durch welche einfachen Maßnahmen die eigene Gesundheit geschützt werden kann. Das kann letztendlich auch dazu führen, dass wir uns auch in Zukunft in der Erkältungszeit besser schützen und so Erkrankungen mehr vorbeugen.

Worauf freust du dich noch in deiner Ausbildung?

Auf das Spritzen! (*lacht*) In den kommenden Wochen lernen wir, wie man Patienten eine Injektion verabreicht. Da bin ich schon gespannt drauf. Wir Schüler üben dies mithilfe unserer Praxisanleiter auf freiwilliger Basis an uns selbst, in dem wir uns gegenseitig kleine Mengen Kochsalzlösung injizieren.

Was möchtest du selbst noch ansprechen?

Ich habe lange gezweifelt, ob ich gut genug bin, um als Pflegefachfrau zu arbeiten. Auch nach mehreren Praktika im Krankenhaus habe ich mir erst nicht zugetraut, mich um eine Ausbildung in diesem Beruf zu bewerben, da ich in der Versorgung von Kranken auch eine große Verantwortung sehe. Inzwischen bin ich mehr als froh, dass ich es gewagt habe und ich erhalte täglich durch meine Patienten die Bestätigung, dass es die richtige Entscheidung war. Den ganzen Tag mit Menschen zu arbeiten und ihnen etwas Gutes zu tun, empfinde ich als Geschenk.

 

 

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro.

 

In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, 128 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sechs Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

 

Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro.

 

Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

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Janine Schulze

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