Die ersten Wochen nach der Geburt: Tipps für die Zeit im Wochenbett

Die ersten Wochen nach der Geburt: Tipps für die Zeit im Wochenbett

Während der Schwangerschaft und Geburt hat dein Körper Schwerstarbeit geleistet. Jetzt beginnt das sogenannte Wochenbett. In dieser Zeit erholt sich dein Körper von den Strapazen der Schwangerschaft und stellt sich auf die neue Aufgabe des Mutterseins ein. Ungefähr vier bis acht Wochen dauert es nun, bis du wieder Schritt für Schritt fitter wirst. Nach einem Kaiserschnitt verlängert sich die Zeit um weitere zwei Wochen.

Corinna Erlinger, Hebamme und Stillberaterin am Helios Klinikum Bad Saarow, betreut seit einigen Jahren Mütter im Wochenbett und verrät dir nun die wichtigsten Tipps für diese Zeit:

   

Mute Dir nicht zu viel zu

Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich berichten, dass sich die frischgebackenen Mütter häufig zu viel zumuten und sich stark unter Druck setzen.

Allerdings solltest du deinem Körper Zeit zum Erholen geben und dich ohne Druck und Stress auf die neue Situation mit deinem kleinen Erdenbürger einstellen. Das heißt nicht, dass du acht Wochen komplett im Bett verbringen sollst – gerne aber die ersten zehn Tage so viel wie möglich. Eventuelle Geburtsverletzungen können deutlich schneller heilen, wenn du in der ersten Zeit auf Belastungen durch langes Sitzen und Laufen weitestgehend verzichtest. Solltest du per Kaiserschnitt entbunden haben, dann sei dir bewusst, dass du gerade eine große Bauchoperation geschafft hast.

Nimm dir jetzt einfach so viel Zeit wie du brauchst und nutze sie, um eine feste Bindung zu deinem Baby aufzubauen. Auch der Papa darf natürlich gern dabei sein. Ruhe hilft dir auch dabei, eine Stillroutine zu erschaffen. Gerade die ersten Wochen sind von wenig Schlaf geprägt. Das kann natürlich ziemlich anstrengend sein. Daher rate ich immer: Schlaf, wenn dein Baby schläft. So bist du dem Alltag besser gewappnet.

Die Zeit im Wochenbett ist oft nicht einfach. Der Körper verändert sich, die Hormone stellen sich um und oftmals macht sich der Schlafmangel bemerkbar. Die wunderschönen ersten Momente als neue Familie sind daher nicht immer leicht. Daher rate ich dir, die Zeit des Wochenbettes zum Ausruhen und Erholen zu nutzen. Lass dich gerne unterstützen – und wir, als Hebammen und Stillberaterinnen, sind auch jederzeit an deiner Seite.

Corinna Erlinger, Hebamme und Stillberaterin am Helios Klinikum Bad Saarow

Bitte nicht zu viel Besuch

Plane deine Besuche sorgfältig und vor allem nur für einen kurzen Zeitraum. Wenn du Besuch empfängst, kann dieser dich gerne entlasten und beispielsweise Essen mitbringen. Ganz wichtig ist auch, dass dein Besuch gesund ist – also ohne Erkältungsanzeichen.

Auch wenn ich mich wiederhole: Denk daran, dass du und dein Baby viel Ruhe brauchen. Viele neue Eindrücke können Neugeborene sehr schnell überfordern und sich durch Weinen äußern.

Denk gern schon im Mutterschutz über andere Möglichkeiten nach, um dein Baby vorzustellen. Heutzutage gibt es so viele Möglichkeiten – dreh doch ein kleines Video oder versende Bilder. 

Achte auf deine Ernährung und trinke viel

Immer wieder erlebe ich bei meinen Hausbesuchen, dass den jungen Mütter wenig Zeit zum Essen bleibt und feste Mahlzeiten nicht eingehalten werden können. Dabei ist es für deine Genesung so wichtig, dass du ausgewogen isst und für die Milchproduktion reichlich trinkst:  

Hier ein paar Ratschläge:

  • Vorteilhaft ist es, wenn du im Vorfeld schon vorgekocht und dein Essen portioniert eingefroren hast.
  • Spann ruhig deine Familie und Freunde ein, um bspw. Essen vorbeizubringen.
  • Nimm Lieferdienste in Anspruch. So müssen auch die schweren Einkaufstüten nicht getragen werden.
  • Besonders eignen sich Suppen – z.B. eine kräftige Hühnersuppe.
  • Energiereiche Snacks sind auch empfehlenswert: Müsliriegel, Studentenfutter und Nüsse solltest du immer in Reichweite haben.
  • Bevorzuge leicht verdauliche Speisen, da schwere Gerichte den Darm zusätzlich belasten und so zu Verstopfungen und Blähungen führen können.
  • Platziere die Getränke in deiner Nähe. Meistens bemerkst du erst beim Stillen, dass du Durst hast. Wenn du ausreichend getrunken hast, ist dein Urin glasklar.

Erledige so viel wie möglich vor der Entbindung

Um die Wochenbettzeit entspannter genießen zu können, solltest du folgende Dinge bereits fertiggestellt haben:

  • Alles für das Baby – Kinderzimmer, Erstausstattung, Babyschale und Kinderwagen ….
  • Es gibt viele Formulare, die du bereits vor der Geburt ausfüllen kannst: Elterngeld, Kindergeld, Vaterschaftsanerkennung – umso weniger hast du im Wochenbett zu tun.
  • Plane gemeinsam den Urlaub oder die Elternzeit mit deinem Partner. Je länger, desto besser ist das für eure Baby-Kennenlernzeit.
  • Richte dir eine gemütliche Stillecke ein.
  • Besorge dir für den Wochenfluss Binden und bequeme Baumwollunterwäsche.
  • Tausch dich auch gerne mit deinen Freundinnen über die Zeit und ihre Erfahrungen aus.

Unterstützung durch eine Hebamme

Such dir am besten frühzeitig eine Hebamme, die dich in der Nachsorge betreut und falls notwendig sogar noch länger. Sie steht dir mit Rat und Tat zur Seite, gibt Hilfestellung bei der Pflege deines Neugeborenen und hat ein offenes Ohr für Sorgen und Ängste. Die Zeit im Wochenbett ist oft emotional und stark durch die Hormonumstellung geprägt. Die neue Aufgabe kann auch manchmal überfordern und sogar eine Wochenbettdepression auslösen. Erfahrene Hebammen können diese Situation schnell erkennen und dir behilflich sein. Hebammen unterstützen ebenfalls beim Stillen und helfen bei Stillproblemen. Bestimmt zeigt dir deine Hebamme auch schon erste Übungen zur Rückbildung.

Weitere unterstützende Angebote annehmen

Nimm so viel Hilfe wie möglich an. Quäle dich nicht mit dem Saubermachen oder Staubsaugen. Such dir Hilfe und gib auch die anfallenden Wäscheberge an die Familie weiter. Ganz bestimmt unterstützen euch alle gern. Auch kannst du bei der Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragen, wenn du keine Hilfe im Wochenbett hast.

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