Saftkuren – alles andere als ein „billiger Saftladen“

Saftkuren – alles andere als ein „billiger Saftladen“

Weihnachtsplätzchen, Glühwein, Rotkraut und nicht zu vergessen die kleinen Schokolädchen aus dem Adventskalender – der Dezember ist sicherlich die leckerste aber nicht unbedingt die gesündeste Jahreszeit. Wer dann noch raucht oder den Umwelteinflüssen verstärkt ausgesetzt ist, fühlt sich schnell müde, schlapp oder sogar krank. Eine Idee, die gerade zum Jahresende Konjunktur hat: Saftkuren, die die natürlichen Reinigungskräfte des Körpers unterstützen.

Während einer Saftkur, auch bekannt als Saftdiät oder Saftfasten, ersetzt du für drei bis sieben Tage feste Nahrung durch frisch gepresste Vitaminbomben in Kombination mit Tees, Gemüsebrühe und stillem Wasser.

Was passiert dabei im Körper?

Die Enzyme, Pflanzenstoffe und Antioxidantien helfen dir, eingelagerte Stoffwechselrückstände sowie Fette zu lösen und auszuscheiden und haben eine reinigende Wirkung auf den Organismus.

Mit einer Saftkur kann der Körper die aufgenommenen Stoffe optimal verarbeiten - anders als mit einem vollen Bauch. So trägt die „fruchtige Auszeit“ dazu bei, das Immunsystem zu stärken. Außerdem werden deine Zellregeneration und der Fettstoffwechsel angeregt und ordentlich in Schwung gebracht.

Und so funktioniert’s:

Bevor deine Saftkur beginnt, solltest du idealerweise ein bis zwei Entlastungstage einlegen.
Diese tragen dazu bei, dass eine solche ohne Schwierigkeiten – und viel wichtiger – ohne Hungergefühl durchgehalten wird.

Aufgepasst:

Während der Entlastungsphase ist es gut, auf Koffein, Zucker, tierische Produkte und künstliche Zusatzstoffe zu verzichten.

Dann kann’s losgehen. Entweder du greifst auf fertige Saftkuren zurück oder mixt deinen flüssigen Energiekick täglich selbst. Alles was du hierfür zusätzlich benötigst, ist ein Entsafter.

Was kommt rein?

Jede Menge Gemüse, Kräuter, Beeren und Früchte – also Lebensmittel, die den Magen-Darm-Trakt nicht schwer belasten. Auch wenn es kein „richtig“ oder „falsch“ bei der Umsetzung gibt, solltest du stets folgende Regel befolgen:
Jede Mahlzeit, ganz gleich ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen, wird durch einen Saft mit jeweils 200 - 250 Millilitern ersetzt. Zusätzlich dazu solltest du bis zu 3 Liter Wasser, ungesüßte Tees oder Gemüsebrühe trinken.

Welche Obst und Gemüsesorten gut geeignet sind, hängt von der individuellen Toleranz und z.B. dem Säure- Basen- Gleichgewicht ab. Eine Mischung aus Obst und Gemüsesäften ist gut geeignet da das Gemüse den Säuregehalt von Obst eindämmt und auch der Blutzucker nicht zu schnell ansteigt.

Teresa Lorenz, Diätassistentin im Helios Klinikum Emil-von-Behring

Du „saftest“ zum ersten Mal? Dann überfordere deinen Körper nicht.
Drei Tage reichen anfangs schon aus, um positive Auswirkungen zu spüren.
Wenn du feststellst, dass dir diese besondere Form des Fastens leichtfällt, kannst du die Detox-Kur bis auf maximal eine Woche ausdehnen. Im Anschluss gilt es, auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu achten.

Eine Saftkur sollte am besten an freien Tagen oder im Urlaub durchgeführt werden und nicht während des stressigen Alltagslebens, da der Verzicht auf Nahrung einige spürbare Veränderungen im gewohnten Blutzuckerprofil, der Leistungsfähigkeit und Ruhebedarf mit sich bringen kann. Deswegen empfehle ich, diesen Prozess auch von fachlicher Seite betreuen zu lassen.

Teresa Lorenz, Diätassistentin im Klinikum Emil-von-Behring
Der Magen grummelt und dein Blick wandert Richtung Kühlschrank?

Hier noch ein Tipp zum Durchhalten: Kleine Mengen trinken, die Flüssigkeit kurz im Mund behalten und jeden Schluck ganz bewusst genießen. So fällt der Verzicht auf feste Nahrung wesentlich leichter.

Inspiration gefällig? Wir haben zwei Rezepte, die nicht nur gesund sind, sondern dir den „Verzicht“ besonders leicht machen. Probier´s aus!

kochmuetze

Rote Beete-Saftkur

  • 1 kleine Rote Bete Knolle
  • 4 rote Äpfel
  • 2 Orangen
  • 1 Banane
  • 100 g Heidelbeeren
  • 1-2 cm Ingwer
  • 1 Prise Cayennepfeffer

Dieser rote Saft strotzt vor Vitamin B, Folsäure, Kalium und Eisen und dank des Ingwers fällt der Geschmack der roten Beete nicht so stark ins Gewicht.

kochmuetze

Tropischer Karotten-Apfel-Saft

  • 2 Äpfel
  • 4-5 Karotten
  • 300 g Ananas
  • 1-2 cm Ingwer

Die Karotten enthalten viel Vitamin A, B und K und harmonieren geschmacklich perfekt mit den Äpfeln. Die Ananas ist optional und kann bei eher sauren Äpfeln auch weggelassen werden.

Helios Klinik Emil-von-Behring

Infos zur Fachabteilung Gastroenterologie

Die Helios Klinik Emil-von-Behring ist auf alle Erkrankungen des Verdauungstraktes spezialisiert - für die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus existiert ein eigenes zertifiziertes Zentrum.