Weihnachten: nur kein Stress!

Weihnachten: nur kein Stress!

Das Fest der Feste ist für viele eine Herzenssache. Wenn die Weihnachtszeit Stress verursacht, kann sich das Herz allerdings ebenfalls melden. Aber anders als gewünscht. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Stress vermeiden, das Herz schonen und die Weihnachtstage unbeschwert begehen.

Denken wir an Weihnachtsstress, so fallen uns spontan Geschenkeinkäufe ein. Manchmal wird die Zeit knapp und wir müssen die Präsente für unsere Liebsten schnell noch auf den letzten Drücker besorgen. Aber Weihnachtsstress ist vielfältiger.

Zum Fest soll alles harmonisch ablaufen und perfekt sein. Die eigenen Erwartungen sind hoch. Allein der Gedanke an perfekte Weihnachtstage kann Stress verursachen. Wenn dann noch das Planen und Organisieren hinzukommt, potenziert sich der Stress.

Vom Heiligen Abend bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag am 26. Dezember – der Zeitraum ist begrenzt, die Daten stehen fest. Alles konzentriert sich unausweichlich darauf und die Termine können nicht verschoben werden. Es gibt kein Hintertürchen, das Entspannung verheißt.

Nicht nur, wenn es generelle Spannungen in der Familie gibt, können die Weihnachtstage stressig werden. Weil alle wegen unterschiedlicher Stressfaktoren angespannt sind, liegen die Nerven etwas freier als sonst. Es kann zu Auseinandersetzungen kommen, die es an anderen Tagen nicht gäbe.  

Wenn wir traditionell schlemmen, viel Fettes und Süßes essen, dann ist Stress vorprogrammiert. Ebenso wenn wir Alkohol trinken. Die Bauchspeicheldrüse bekommt ungesund viel zu tun, der Körper wird geschwächt und das Herz muss schneller arbeiten, um das Energiedefizit auszugleichen.  

Stress wirkt sich auf den Herzrhythmus aus. Es kann zu Herzrhythmusstörungen in Form von Extraschlägen und Vorhofflimmern kommen. Wird das sogenannte sympathische Nervensystem durch äußeren Stress erregt, verengen sich zudem die peripheren Blutgefäße, Blutdruck und Herzfrequenz steigen, das Herz benötigt mehr Sauerstoff. Aufregung verursacht nicht selten einen Herzinfarkt. Sie sollten sich bestmöglich entspannen.

Dr. Matthias Lerche, Rhythmologe am Herzzentrum Leipzig

Entspannen Sie sich

Dem Einkaufsstress entkommen Sie leicht, wenn Sie etwas besser planen. Tragen Sie sich doch einfach am 1. Oktober „Weihnachtsgeschenke besorgen“ in den Kalender. Dann haben Sie noch lockere drei Monate Zeit. Oder denken Sie das ganze Jahr über an Ihre Lieben und schnappen zu, wann immer Sie etwas Schönes entdecken.

Erwartungen herunterschrauben: Stellen Sie nicht so hohe Ansprüche an sich selbst, besinnen Sie sich auf das Wesentliche und auf sich selbst! Oft ist es so: Gerade wenn nicht alles bis ins Kleinste perfekt ist, stellt sich eine gelöste ungezwungene Atmosphäre ein. Besonders, wenn’s von Herzen kommt.

Stressausgleich schaffen: Planen Sie Auszeiten ein! Gehen Sie z. B. achtsam spazieren – mit offenen, wachen Augen! Es gibt so viel zu sehen und zu entdecken. Sorgen Sie auch für ausreichend viel Schlaf. Das macht Sie entspannter und ist gut für Ihr inneres Gleichgewicht.

Bewusst ernähren: Essen Sie einfach weniger, dafür aber mit besonderem Genuss! Wenn Sie den Aromen nachspüren, ernten Sie Freude statt Völlegefühl. Haben Sie schon einmal versucht, ganz bewusst eine Tasse Tee zu trinken und sich nur darauf zu konzentrieren? Versuchen Sie es mal!

Entspannungstechniken: Gleichmäßiges Atmen hat einen positiven Effekt auf den Herzrhythmus. Probieren Sie mal die Quadratatmung als regelmäßige Übung: Atmen Sie ruhig ein und zählen Sie dabei im Kopf bis vier, halten Sie den Atem an, während Sie wieder bis vier zählen. Dasselbe tun Sie beim Ausatmen. Wiederholen Sie das Ganze ein paar Minuten bis Sie eine Entspannung verspüren. Bewährt hat sich auch die Progressive Muskelentspannung: Sie legen oder setzten sich bequem hin, und widmen sich einzelnen Muskelgruppen, indem Sie sie eine kurze Zeit anspannen und dann wieder entspannen. Sie beginnen mit der rechten Hand, gehen über die Arme bis zum Gesicht und dem Nacken, dem Rücken, dem Bauch bis zu den Beinen und schließlich den Füßen.

Neben den genannten Entspannungstechniken hilft zum Beispiel Meditation, um in ein beruhigtes Gleichgewicht zu kommen, und leicht zu erlernende Anleitungen dazu sind mittlerweile weithin im Internet verfügbar. Wenn sich entspannen, danken es Ihnen ihre Stimmung und ihr Herz.

Matthias Lerche

Da ganze Jahr Weihnachten

Schön wär’s, wir hätten das ganze Jahr über Weihnachten – und zwar stressfrei, vergnügt und im Einklang mit uns und der Welt. Aber das gibt der Kalender nicht her. Sie können allerdings tagtäglich für weniger Stress sorgen. Dabei helfen Ihnen vielleicht unsere Erklärungen und Tipps. Denn die gelten und funktionieren jederzeit. Haben Sie eine schöne Zeit!