Herzinsuffizienz vorbeugen

Mensch, tu etwas für dein Herz!

Mensch, tu etwas für dein Herz!

Herzschwäche, fachlich auch als Herzinsuffizienz bezeichnet, betrifft zumeist ältere Menschen. Aber nicht nur! Symptome, wie Müdigkeit, Schlappheit, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen oder Ödeme können ein Indiz sein, dass das Herz nicht mehr genügend Kraft besitzt, den Körper mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Doch soweit muss es nicht kommen. Wir alle können präventiv aktiv werden.

Den Organen des menschlichen Körpers wird zeitlebens keine Pause gegönnt. Vom Augenblick unserer Geburt an müssen sie einsatzfähig und fit genug sein, uns sicher und leistungsfähig durch den Alltag zu bringen. Doch dieser selbstlose Dienst wird nicht immer belohnt. Spätestens dann, wenn das Herz beginnt schlapp zu machen, wird uns bewusst, wie sensibel und empfindlich das „Wunder Mensch” doch ist.

Ohne medizinische Hilfe bleibt uns leider der Blick in unser Inneres verwehrt. Dabei wäre eine solche Kontrollfunktion sicherlich wünschenswert. Schon um zu erkennen, wann der Motor, der uns am Laufen hält, überhitzt und etwas besserer Pflege bedarf. Umso mehr gilt es daher wachsam zu sein und Symptome zu kennen, die als Warnsignal für Fehlfunktionen gelten.

Herzinsuffizienz – ein komplexes Krankheitsbild

Deutschlandweit leiden etwa 1,8 Millionen Menschen an einer Herzinsuffizienz. Das betrifft deutlich mehr alte als junge Menschen.

Priv.-Doz. Dr. Marcus Sandri, Leitender Oberarzt Herzinsuffizienz der Universitätsklinik für Kardiologie – Helios Stiftungsprofessur

Etwa zehn Prozent der 80-Jährigen haben nachweislich eine Herzschwäche. Zugleich rangiert die Krankheit unter den möglichen Todesursachen auf den Spitzenplätzen. Grund genug, die Erkrankung ernst zu nehmen. Doch allein ihr Name, Herzinsuffizienz oder auch Herzschwäche, lässt die notwendige Dramatik vermissen, die eigentlich wichtig wäre, um entsprechende Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Herzinsuffizienz ist keine abgrenzbare Krankheit, sondern ein komplexes Krankheitsbild mit mehreren charakteristischen Symptomen (klinisches Syndrom) ist. In deren Folge das Organ es nicht mehr schafft, die von ihm geforderte Pump- und Förderleistung zu erbringen. Bei einem Herzgesunden pumpt das menschliche Herz zwischen 4,5 und 6 Liter Blut pro Minute in den Kreislauf.

Warnsignale ernst nehmen

Ist dieser Arbeitsablauf gestört, kann es zu erhöhter Atemfrequenz, nächtlichen Hustenanfällen, Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge, Schwächegefühlen sowie akutem Leistungsabfall kommen. Diese Symptome gelten zumindest für die Linksherzinsuffizienz, die einen Großteil der Herzschwächeerkrankungen ausmacht. Ist der rechte Teil des Herzens stärker von einer Erkrankung betroffen, zeigt sich das durch Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen, vermehrtem Wasserlassen oder sichtbaren Venenanstauungen am gesamten Körper.

Was immer der Körper auch signalisiert – ein(e) Arzt/Ärztin sollte unverzüglich aufgesucht werden. Diese(r) kann nach genauerer Untersuchung unter anderem feststellen, in welchem Stadium (Schweregrad) sich die Krankheit befindet.

Treib Sport!

Tabletten können gegen das Leiden helfen, manchmal auch Operationen. Doch der Schlüssel zum Erfolg liegt zu allererst bei jedem selbst. „Insofern die Ursache kein vererbtes (genetisches) Herzleiden ist, gelten Diabetes Typ II, Übergewicht, wenig Sport und Bewegung sowie Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss und fettiges Essen als die größten Risikofaktoren“, erläutert der Kardiologe. Sie sorgen langsam aber stetig für eine Verkalkung oder Verengung der Blutgefäße. Dem Herz fällt es dadurch immer schwerer die geforderte Menge Blut durch den Kreislauf zu pumpen. Diesem Kraftakt zollt es eines Tages den geforderten Tribut - es wird krank oder fällt ganz aus.

Bis es soweit ist, vergeht in der Regel viel Zeit. 

Diese Monate und Jahre sollte keiner verstreichen lassen. Jeder kann mit einfachen Mitteln einiges tun, um sein Herz und damit seine Gesundheit zu stärken,

so der Herzexperte.

Allem voran steht dabei der Sport. Durch ihn wird die Herzmuskel-Funktion gestärkt, werden Blutgefäße erweitert oder bilden sich neue Blutgefäße. Sportliche Aktivitäten senken zudem Bluthochdruck und die Blutfettwerte, verbessern die Sauerstoffaufnahme und dezimieren in Summe die Gefahren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Sport in Kombination mit gesunder Ernährung und Lebensweise bewirkt also, dass der Mensch belastbarer und leistungsfähiger wird. Einfache Mittel mit großer Wirkung.

Leider kommt diesem Tipp nur unzureichend Beachtung zu. Da aufgrund des demografischen Wandels auch das Durchschnittsalter der Bevölkerung und der Anteil älterer Menschen steigen wird, kommt es in Zukunft vermutlich zu einem weiteren Anstieg der Herzinsuffizienz. Akute und chronische Herzschwäche weiter also weiter zunehmen. Dabei wusste schon Theodor Fontane zu berichten: „Wenn das Herz gesund ist, ist der Kopf nie ganz schlecht.