Herz & Kreislauf: 4 Tipps für die Sommerzeit

Herz & Kreislauf: 4 Tipps für die Sommerzeit

Mit unseren Expertentipps behalten nicht nur Herzpatienten einen kühlen Kopf in den Sommermonaten. Denn ob Hoch- oder Spätsommer: Bereits ab 25 Grad kann die warme Jahreszeit dem Herzen und dem Kreislauf Probleme bereiten. Tun Sie etwas dagegen – ganz gezielt!

Kardiologe Dr. Nicolas Majunke vom Herzzentrum Leipzig erklärt, worauf besonders Herzpatienten im Sommer achten sollten. Beugen Sie Herzproblemen, Kreislaufbeschwerden, Abgeschlagenheit, Schwindel und weiteren Problemen vor!

Ab wieviel Grad sollten Herzpatienten achtsam sein?

Während der Sommer für viele Menschen erst ab 30 Grad aufwärts beginnt, spielt bei anderen der Kreislauf bereits bei 25 Grad verrückt. In extremen Fällen kann es sogar zum lebensbedrohlichen Hitzeschlag kommen. Denn hohe Temperaturen belasten das Herz-Kreislauf-System. Darum sollten vor allem Herzpatienten und Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen in den Sommermonaten auf ihren Körper achten.

So belasten hohe Temperaturen Herz und Kreislauf

Sobald die Temperaturen steigen, wird unser körpereigenes Kühlungssystem aktiviert und wir fangen an zu schwitzen. Auch wenn es vielen Menschen unangenehm ist: Der nasse Film auf der Haut ist wichtig. Denn durch die Verdunstung kühlt sich der Körper ab.

„Bei hohen Temperaturen weiten sich unsere Gefäße, um die Durchblutung und die Wärmeabgabe zu erhöhen. Das erfordert aber auch mehr Leistung vom Herzen, die von gesunden Menschen meist problemlos erbracht werden kann. Herzpatienten verlangt es jedoch viel Anstrengung ab.“

Dr. Nicolas Majunke, Funktionsoberarzt der Universitätsklinik für Kardiologie – Helios Stiftungsprofessur.

Tipp 1: Trinken Sie ausreichend!

Die empfohlene Trinkmenge variiert je nach körperlicher Belastung und Jahreszeit. Im Sommer, bei Anstrengung oder Sport sollten ein bis zwei Liter zusätzlich getrunken werden. Damit schützen Sie Ihren Körper vor dem Austrocknen durch z. B. übermäßiges Schwitzen. Trinken Sie die empfohlene Menge bitte über den Tag verteilt und nicht alles in einem Zug. „Wer etwa am Abend die Flüssigkeitszufuhr eines ganzen Tages ausgleichen will, belastet sein Herz zusätzlich, da die große Menge mit viel Kraft durch den Körper transportiert werden muss“, so Nicolas Majunke. Besser ist es, regelmäßig kleinere Mengen an Flüssigkeit zu sich zu nehmen – auch wenn man keinen großen Durst verspürt. Ein Glas Wasser auf dem Tisch hilft Ihnen als Erinnerung.

Tipp2: Essen Sie ausgewogen!

Nach einer ausgiebigen Mahlzeit fühlen wir uns oft schwer und träge. Üppige, fette Mahlzeiten belasten Herz und Kreislauf an warmen Tagen zusätzlich. „Wir empfehlen generell eine mediterrane, leicht bekömmliche Küche. Gemüse, Obst, Fisch, Hülsenfrüchte und Nüsse sollten vermehrt auf dem Teller landen, dafür weniger rotes Fleisch und Wurst“, rät der Kardiologe. Wie beim Trinken gilt auch beim Essen: Lieber viele kleinere Portionen einplanen als wenige große. Ihr Herz und Ihr Kreislauf werden es Ihnen danken.

Tipp 3: Bewegen Sie sich!

Auch, wenn es auf den ersten Blick wie ein Widerspruch erscheint: Es ist es nicht ratsam, die heißen Tage ausschließlich auf der Sonnenliege oder der Couch zu verbringen. Bewegung hilft, das Herz-Kreislauf-System in Schwung zu bringen und fördert die Durchblutung. „Bereits 30 Minuten moderate Bewegung am Tag fördern die Leistungsfähigkeit“, weiß Dr. Majunke. „Radfahren, Walken, Schwimmen und sogar Spazierengehen sind ideale Aktivitäten. Herzpatienten sollten die Bewegung auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden legen, wenn die Temperaturen noch angenehm sind. Gönnen Sie sich dabei gerne auch kleine Bewegungspausen. Es gilt, Ihr Herz und Ihren Kreislauf nicht zu überfordern.“ Bereits 30 Minuten moderate Bewegung am Tag fördern Ihre Leistungsfähigkeit.

Tipp 4: Behalten Sie Blutdruck und Medikamente im Blick!

Wenn sich die Blutgefäße im Körper weiten, sinkt der Blutdruck. Viele kennen das Gefühl, wenn man zu schnell aufsteht und einem plötzlich schwindlig wird. Das Blut sackt ruckartig in die Beine, wodurch das Schwindelgefühl entsteht. Indem sich die Blutgefäße in den Beinen zusammenziehen, wird das Blut wieder nach oben gedrückt.

Besonders im Sommer kann eine Anpassung der Medikamente aufgrund der temperaturbedingten Gefäßausdehnung (Vasodilatation) nötig sen:

Wer Medikamente gegen einen hohen Blutdruck einnimmt, sollte regelmäßig seinen Blutdruck messen und die Werte notieren. Wer trotz der Medikamente einen zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck aufweist, sollte mit seinem Hausarzt oder Kardiologen sprechen und gegebenenfalls die Dosierung anpassen.

rät Dr. Majunke weiter.

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Unter der Leitung international erfahrener Ärzte und namhafter Wissenschaftler arbeitet am Herzzentrum Leipzig ein Team von mehr als 1.450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.