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Hettstedter Chirurg hilft beharrlich in Westafrika

Hettstedter Chirurg hilft beharrlich in Westafrika

Sierra Leone gilt als eines der ärmsten Länder der Welt in Westafrika. Andreas Neutzling beteiligt sich regelmäßig an humanitären Einsätzen in dieser Region. Auch im nächsten Jahr will er dort den Menschen aktiv helfen.

Von 1992 bis 2002 herrschte in Sierra Leone ein Bürgerkrieg mit zahlreichen Toten und ca. 25.000 Kindersoldaten. Derzeit ist das Land politisch stabil, das Gesundheitswesen rudimentär. Von 2014 bis 2016 hatte es mit der Ebola-Epidemie zu kämpfen. Das Land zählt zu den tropisch-feuchtesten Regionen Westafrikas.

Es ist mir sehr wichtig, mein chirurgisches Wissen auch dort einzubringen, wo man sonst keinen Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung hat"

, berichtet Andreas Neutzling, Facharzt für Chirurgie in der Helios Klinik Hettstedt, diplomiert in Tropenmedizin und zertifiziert in Reisemedizin.
Ein OP-Saal der Region Lunsar

Eine Möglichkeit bot sich dem 49-Jährigen über den gemeinnützigen Verein „Orthopedics for the Developping World e.V.“ (ODW) - aus Ebersberg, der sich insbesondere für die unfallchirurgische und orthopädische Versorgung in Lunsar einsetzt, einer Stadt ca. 120 km von der Hauptstadt Freetown entfernt im Landesinneren. Dort arbeiten sie mit dem Krankenhaus Mabessaneh zusammen. Die Klinik hat ca. 120 Betten, eine Ambulanz, ein kleines Labor und ein modernes Röntgen (gestiftet vom Vatikan) und versorgt die Region Lunsar mit ca. 30.000 Menschen. Schwerpunkte sind Pädiatrie und Geburtshilfe. Eine traumatologische oder gar allgemein-viszeralchirurgische Versorgung gibt es nicht oder ist für den Großteil der Bevölkerung nicht zugänglich. Demnach gibt es dort viele Menschen mit deutlicher Fehlstellung oder nicht verheilten Frakturen mit Pseudoarthrosen und Osteomyelitis, die ein normales Leben verhindern.

Im Frühjahr und Herbst fliegen nacheinander mehrere Teams aus Traumatologen, Chirurgen, Orthopäden, Anästhesisten, OP-Schwestern und Physiotherapeuten nach Sierra Leone.

Andreas Neutzling während einer OP

Andreas Neutzling begleitete im Herbst 2017 erstmals ein Team. Es zeigte sich, dass auch einige akute Baucheingriffe notwendig waren, die er zusammen mit einer Viszeralchirurgin, die ebenfalls das Team begleitete, versorgen konnte. Seither stellen sie mit einem Anästhesisten aus der Helios Klinik Hettstedt, den er dafür gewinnen konnte, ein eigenes kleines allgemein-viszeralchirurgisches OP-Team, mit dem sie 2018 und 2019 jeweils wieder für zwei Wochen in Sierra Leone im Einsatz waren.

„Bei allen Unannehmlichkeiten, die man dafür eingeht (eine lange Anreise, einfachste Unterkunft, den ganzen Tag in verschwitzter Kleidung, bei 30 Grad und bis zu 90% Luftfeuchtigkeit), der Herausforderung, mit einfachen Mitteln zurecht zu kommen und improvisieren zu müssen, der traurigen Erkenntnis, dass man dort nicht all das medizinisch versorgen kann, was in Deutschland möglich ist, überwiegt aber das gute Gefühl, sein Wissen auch dort sinnvoll eingesetzt zu haben. Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei“, erzählt Andreas Neutzling erfreut.

Sie wollen auch helfen?

Dann unterstützen Sie den Verein „Orthopedics for the Developping World e.V.“ (ODW). Weitere Informationen finden Sie hier.

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