Helios Klinikum Aue

Verein fängt Eltern von Sternenkindern auf

Verein fängt Eltern von Sternenkindern auf

Ein Kind zu verlieren ist wohl das Schlimmste, was Eltern passieren kann, auch wenn das Kind so winzig war. Warum es trotzdem wichtig ist, das Thema „Sternenkinder“ aus der Tabuzone zu holen und wie das Auer Klinikum dabei unterstützt, erfahrt Ihr hinter Türchen 23.

Ein Kind zu verlieren ist wohl das Schlimmste, was einem Elternpaar passieren kann. Und dabei ist es egal, ob das Kind schon laufen konnte oder ob es so winzig war, dass es keine Chance auf ein Leben hatte.
Um betroffenen Eltern in diesem emotionalen Ausnahmezustand beizustehen, hat sich im Dezember 2008 der Verein "Sternenkinder Aue e.V." gegründet. Birgit Wieland, Hebamme im Helios Klinikum Aue, und Franziska Ullmann, Kinderkrankenschwester, wollen den Eltern zur Seite stehen und bieten neben einer Selbsthilfegruppe auch Einzelgespräche an. Denn noch viel zu oft fehlt das Verständnis für die Trauer um die sogenannten Sternenkinder.

Eine Erfahrung, die auch Doreen H. gerade macht. Die 32-jährige hat ihren Sohn Aaron in der 18. Schwangerschaftswoche auf die Welt bringen müssen – viel zu früh. „Meine Freunde wissen gar nicht, was sie sagen sollen und melden sich nicht. Dabei würde es mir wirklich gut tun, darüber zu reden.“ Ihr kleines Sternenkind ist aufgrund einer Infektion viel zu früh auf die Welt gekommen und hatte keine Überlebens-Chance. „Vor allem die Fahrt in den Kreißsaal war schlimm. Ich wusste, dass ich mich jetzt von meinem Kind verabschieden muss“.

Für die Mitarbeiter des Vereins ist es wichtig, dass Menschen die Doreen H. mit Ihrer Trauer nicht allein sind. Und auch das Thema Beisetzung der Sternenkinder wurde aus der Tabuzone geholt. Denn für die kleinen Winzlinge gab es in Deutschland lang keine Bestattungspflicht. Doch den beiden Gründerinnen ist es wichtig, dass die Eltern würdevoll Abschied nehmen können und vor allem auch einen Ort zum Trauern haben. Aus diesem Grund hat sich der Verein für eine Bestattungspflicht eingesetzt, die in Sachsen seit 2009 gilt. Außerdem organisiert der Verein zweimal jährlich eine Beerdigung, zu welcher auch Angehörige und Freunde kommen dürfen, wenn die Eltern das wünschen. 
„Die Erfahrung zeigt uns, dass es unter den Betroffenen sehr viel Solidarität gibt. Schließlich ist jedem bewusst, welch schweren Weg der Andere zu gehen hat. Das Gefühl, mit all der Trauer und Verzweiflung nicht allein zu sein, kann viel Kraft und Zuversicht geben“, wissen die beiden Frauen.

„Eine wertschätzende und einfühlsame Begleitung der Geburt von Sternenkindern ist für die Eltern enorm wichtig und für die Mitarbeiter eine große Herausforderung. Ich bin sehr dankbar, dass sich unsere Hebammen und Schwestern hier so stark engagieren.“

sagt Dipl.-Med. Andreas Süße, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Und auch das Klinikum möchte die Arbeit des Vereins im Rahmen der Aktion #helioshilft mit einer Spende unterstützen.

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